Großharthau

Wappen Deutschlandkarte
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Basisdaten
Koordinaten: 51° 6′ N, 14° 6′ O
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Verwaltungs­gemeinschaft: Großharthau
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 37,28 km²
Einwohner: 2952 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01909
Vorwahlen: 035954, 035200 (Seeligstadt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 170
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wesenitzweg 6
01909 Großharthau
Website: grossharthau.de
Bürgermeister: Jens Krauße (SPD)
Lage der Gemeinde Großharthau im Landkreis Bautzen

Großharthau ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im Südwesten des sächsischen Landkreises Bautzen, an der Bundesstraße 6 auf halbem Weg zwischen Dresden und Bautzen gelegen und von beiden Städten etwa 25 km entfernt. Die Gemeinde bildet mit Frankenthal die Verwaltungsgemeinschaft Großharthau.

Geographie

Geografische Lage

Der Ort Großharthau liegt rund sechs Kilometer westsüdwestlich von Bischofswerda beidseitig der Bundesstraße 6, wobei sich der größere Teil des Siedlungsgebiets nördlich dieser Straße befindet. Zwischen Seeligstadt und Großharthau schneidet die Bahnstrecke Dresden–Görlitz die nordwestlich von Großharthau liegende Massenei, bevor sie den Bahnhof Großharthau im Südwesten der Ortschaft erreicht.

Das Dorf wird von der Wesenitz berührt, die sich im Schlosspark mit der von Frankenthal kommenden Gruna vereinigt.

Westlich des Hauptortes liegt der Ortsteil Seeligstadt, südwestlich Schmiedefeld und südlich Bühlau.

Nachbargemeinden

Umgebende Gemeinden im Landkreis Bautzen sind Arnsdorf im Westen, die Stadt Großröhrsdorf und Frankenthal im Norden und die Stadt Bischofswerda im Osten. Im Süden umschließt die Stadt Stolpen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Großharthau gehören die Ortsteile Großharthau, Bühlau, Schmiedefeld und Seeligstadt.

Einwohnerzahl Fläche
Großharthau 1371 800 ha
OT Bühlau 489 620 ha
OT Schmiedefeld 445 660 ha
OT Seeligstadt 1127 1650 ha
Gesamt 3432 3730 ha

Stand 31. Dezember 2004 (Efeu)

Geschichte

Harthau wurde erstmals im Jahr 1223 beziehungsweise 1228 urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Bühlau fand im Jahr 1121 als Byla, Bela die erste urkundliche Erwähnung. Der Ort bestand als sorbischer Weiler schon länger. Der Name Harthau stammt vielleicht vom germanischen Harth gleich Ort im Wald ab. Am 15. August 1793 brannten die Dorfkirche und noch einige weitere Häuser ab. Dabei wurde auch die Bibliothek vernichtet. Schon im Jahr 1794 wird die neue Kirche eingeweiht. Auch während des Siebenjährigen Krieges und des Befreiungskrieges im Jahr 1813 wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Napoleon selbst übernachtete dreimal im Ort. Bis ins 20. Jahrhundert war der Ort als Harthau bekannt.

Ortsnamenformen

  • 1241: Hart, 1350: czů der Harthe, 1402: Harta, 1426: zcur Harte, 1465: Harth, 1539: Harthaw, 1768: Hartha bey Goldbach, 1836: Harthau (Groß- und Klein-), 1875: Harthau b. Bischofswerda[2], 1893 Großharthau

Verwaltungszugehörigkeit

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1994 wurden die Ortschaften Bühlau und Schmiedefeld sowie am 1. März 1994 der Ort Seeligstadt eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

1 
25 besessene Mann, 12 Gärtner, 17 Häusler
2 
29 besessene Mann
3 
22 besessene Mann, 17 Gärtner, 44 Häusler mit 11 Hufen zu je 14–17 Scheffel
4 
nach Eingemeindung
Jahr 1566 1587 1764 1834 1871 1890 1910 1925 1939
Einwohner[2] 54 1 29 2 83 3 653 797 993 1366 1388 1566
Jahr 1946 1950 1964 1990 2000 2007 2009 2012 2013
Einwohner 1674 1944 1969 1511 3673 4 3179 3179 2820 2745

Politik

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 74,3 % (2019: 70,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,1 %
25,0 %
18,1 %
10,9 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  −5
−10
−9,1 %p
+25,0 %p
+2,4 %p
−8,2 %p
−9,9 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Freie Wählergemeinschaft Seeligstädt
Gemeinderat ab 2024
Insgesamt 16 Sitze

Gemeinderat

Mit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • SPD: 7 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • Freie Wählervereinigung Seeligstadt (FWS): 3 Sitze
  • AfD: 4 Sitze
letzte Gemeinderatswahlen
Liste 2024[3] 2019[4] 2014[5]
Sitze in % Sitze in % Sitze in %
SPD 7 46,1 10 55,2 7 41,9
AfD 4 25,0
Freie Wählervereinigung Seeligstadt 3 18,1 1 15,7 3 18,4
CDU 2 10,9 3 19,1 5 31,7
FDP 1 9,9 1 8,0
Wahlbeteiligung 74,3 % 70,8 % 60,3 %

Bürgermeister

Seit den Wahlen am 10. Juni 2001 ist Jens Krauße (SPD; * 1966) Bürgermeister von Großharthau. Er war bis zur Kreisreform 2008 der einzige SPD-Bürgermeister im Landkreis Bautzen.

letzte Bürgermeisterwahlen
Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)
2022 Jens Krauße SPD 98,2
2015 76,3
2008 98,8
2001 61,6
1994 Gotthard Schäl CDU 62,9

Städtepartnerschaften

Bildung

Die Gemeinde Großharthau verfügt über eine Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schlosspark
Der Schlosspark (Rittergutspark) ist Mitglied des Gartenkulturpfades beiderseits der Neiße.[6] Dies verbessert die Möglichkeiten der Pflege (Parkseminare) und die Aussichten auf Förderung sowie die touristische Erschließung.

Naturschutz

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Haltepunkt Großharthau liegt an der Bahnstrecke Görlitz–Dresden. Hier verkehren Züge der Länderbahn („Trilex“).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

Literatur

  • Martin Burkhardt: Heimatbuch der Gemeinde Seeligstadt. Buchdruckerei Radeberg, 1954.
  • Roland Paeßler: Heimatblätter. Historischer Streifzug durch die Gegend um Großharthau und Bischofswerda. Ideen+Werbung Bautzen, 1997.
  • Cornelius Gurlitt: Großharthau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 90.
Commons: Großharthau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden Sachsens am 31. Dezember 2024 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 15. Mai 2022 (Gebietsstand 01.01.2024). Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 4. Juli 2025. (Hilfe dazu).
  2. a b Großharthau im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 9. August 2024.
  4. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 9. August 2024.
  5. Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 9. August 2024.
  6. Homepage Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße, Mitglieder und Kooperationspartner, abgerufen am 4. Juni 2018
  7. Die Orgel in der St.-Michaelis-Kirche zu Schmiedefeld. In: herbrig-orgeln.de. Kulturwerkstatt Stolpen e. V., abgerufen am 27. Januar 2014.