Große Sommerwurz

Große Sommerwurz

Große Sommerwurz (Orobanche elatior)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Sommerwurzen (Orobanche)
Art: Große Sommerwurz
Wissenschaftlicher Name
Orobanche elatior
Sutton

Die Große Sommerwurz (Orobanche elatior), auch Hohe Sommerwurz oder Flockenblumen-Würger genannt[1], ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sommerwurzen (Orobanche) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung

Die Große Sommerwurz ist eine 20 bis 60 cm hoch werdende, parasitäre Pflanze, die auf Flockenblumen-Arten (Centaurea) parasitiert. Die dicht stehenden Schuppenblätter am Stängel sind meist länger als die Internodien.

Die Blütezeit der Art reicht von Juni bis Juli. Die Krone ist zunächst rosenrot gefärbt, wird jedoch später rötlich gelb, auf der Außenseite befinden sich keine Drüsenhaare. Die Oberlippe ist nicht oder nur undeutlich ausgerandet. Die Rückenlinie der Krone ist mehr oder weniger gleichmäßig gebogen. Die Narbe ist gelb gefärbt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[2]

Vorkommen

Die Art kommt in Europa und Asien vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Spanien, Frankreich, Italien, Balkanhalbinsel, Rumänien, Osteuropa, Deutschland, Österreich, Schweiz[1], Tschechien, Ungarn, Polen, Dänemark, Schweden und Großbritannien, Türkei, Iran, Kaukasusraum, Zentralasien, Sibirien und China.[3] In der Schweiz gilt die Art als stark gefährdet.[1]; in Deutschland nach Floraweb als "gefährdet". Sie wächst an wärmebegünstigten Säumen und auf Halbtrockenrasen. Sie bevorzugt mäßig trockenen, nährstoffarmen Kalk- und Gipsboden. Sie kommt in Mitteleuropa vor in Gesellschaften der Ordnung Brometalia oder Origanetalia.[2] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[1]

Taxonomie und Systematik

Die Große Sommerwurz wurde 1798 von Charles Sutton in Transactions of the Linnean Society of London Band 4 Seite 178 bis 179 Tafel 17 als Orobanche elatior erstbeschrieben. Synonyme von Orobanche elatior Sutton sind Orobanche stigmatodes Wimm., Orobanche major L. nom. rej., Orobanche rosea Tzvelev.

Man kann 2 Unterarten unterscheiden:[4]

  • Orobanche elatior subsp. elatior
  • Orobanche elatior subsp. icterica (Pau) A.Pujadas: Sie kommt im östlichen und im südlich-zentralen Spanien vor.[4]

Literatur

  • Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.

Einzelnachweise

  1. a b c d Orobanche elatior Sutton In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 865–866.
  3. Orobanche im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Januar 2018.
  4. a b Orobanche elatior. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 30. Oktober 2025.
Commons: Große Sommerwurz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien