Große Rundohrblattnase
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tonatia bidens | ||||||||||||
| (Spix, 1823) |
Die Große Rundohrblattnase (Tonatia bidens) ist ein im östlichen Südamerika verbreitetes Fledertier in der Familie der Blattnasen. Die 1951 beschriebene Art Kopfstreifen-Rundohrblattnase (Tonatia saurophila) wurde ab 1995 für die nördlichen Populationen der Gattung gewählt.[1]
Merkmale
Diese mittelgroße Blattnase erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 69 bis 81 mm, eine Schwanzlänge von 16 bis 19,5 mm und ein Gewicht von 27 bis 34 g. Es sind 49 bis 59 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 12 bis 18 mm Länge und 22 bis 30 mm lange Ohren vorhanden. Männchen sind allgemein etwas größer als Weibchen. Das gut entwickelte Nasenblatt hat die für Blattnasen typische Form und der Schwanz ist in die Schwanzflughaut eingeschlossen. Oberseits kann das Fell braun oder schwarzbraun mit weißen Spitzen sein. Auf dem Bauch ist das braune Fell heller als auf dem Rücken. Die Ohren sind auf der Stirn mit einem Hautstreifen verbunden. Im Vergleich zum anderen Gattungsvertreter hat die Große Rundohrblattnase kürzere Ohren und einen flacheren Scheitelkamm. Die Schnauze ist weniger behaart als bei den Mitgliedern der Gattung Lophostoma, die auch runde Ohren besitzen. Die 32 Zähne im Gebiss verteilen sich nach der Zahnformel I 2/1, C 1/1, P 2/3, M 3/3.[1]
Verbreitung und Lebensweise
Diese Fledermaus kommt im östlichen Brasilien, östlichen Bolivien, in Paraguay und im nordöstlichen Argentinien vor. Die Tiere ruhen am Tage in Baumhöhlen oder in verlassenen Bergwerksstollen. Es werden Pflanzen und Tiere gefressen.[2] Manche Exemplare wurden in wenig genutzten Gebäuden gefunden. Wenn sich ein Versteck als geeignet herausstellt, wird es oft längere Zeit genutzt. Es sind kleinere Kolonien mit einem Männchen und meist drei erwachsenen Weibchen bekannt. Gelegentlich treten gemischte Gruppen mit der Brillenblattnase, dem Gemeinen Vampir oder der Weißkehl-Rundohrblattnase auf.[1]
Als Habitat dienen Wälder der Landschaft Mata Atlântica, Savannen, Feuchtgebiete und eher trockene Buschflächen. Die Nahrungssuche erfolgt meist über offenen Flächen am Waldrand. Die Beute besteht vorwiegend aus Gliedertieren wie Schmetterlingen, Heuschrecken, Käfern, Schnabelkerfen, Libellen, Fransenflüglern oder Schaben. Manchmal werden kleine Vögel mit einem Gewicht bis 24 g gejagt.[1]
Die ersten Jungtiere des Jahres werden zu Beginn der Regenzeit geboren und es folgt ein zweiter Wurf im Jahr. Männchen mit aktiven Testikeln fehlten nur in wenigen Monaten. Zur Paarungszeit kann die Kolonie aus einem Männchen und bis zu 12 Weibchen bestehen.[1]
Gefährdung
Regional können sich Waldrodungen negativ auswirken. Die taxonomische Einteilung der Mitglieder der Gattung Tonatia wird weiterhin diskutiert. Deshalb kann die Populationsgröße nicht bestimmt werden. Die IUCN listet die Art mit unzureichende Datenlage (data deficient).[2]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Große Rundohrblattnase mit Nr. 36
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 505 (englisch, Tonatia bidens).
- ↑ a b Tonatia bidens in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Barquez, R. & Diaz, M., 2016. Abgerufen am 11. Oktober 2025.