Grzegorzowice (Rudnik)
| Grzegorzowice | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Schlesien | |
| Powiat: | Raciborski | |
| Gmina: | Rudnik | |
| Geographische Lage: | 50° 10′ N, 18° 14′ O | |
| Einwohner: | 609 ([1]) | |
Grzegorzowice (deutsch Gregorsdorf, bis 1914 Gregorsowitz, schlesisch Gregorschdurf) ist ein Dorf in der Landgemeinde Rudnik im Powiat Raciborski der Woiwodschaft Schlesien in Polen.
Geographie
Grzegorzowice liegt an der Oder, neun Kilometer nördlich von Racibórz (Ratibor) und 56 Kilometer westlich von Katowice. Die Grenze zu Tschechien verläuft südwestlich in 20 Kilometer Entfernung.
Nachbarorten von Grzegorzowice sind: Lasaki (Lassoky) im Norden, Sławików (Slawikau) im Nordwesten, Czerwięcice (Czerwentzütz) im Westen, Lubowitz (Lubowice) im Süden und Schichowitz und Wellendorf im Osten.[2]
Die Gegend um das Dorf ist landwirtschaftlich geprägt. Zwischen Grzegorzowice und Lubowitz gibt es den kleinen Wald Bucz mit einer Fläche von etwa 4,5 ha. In diesem Wald wachsen Spitzahorne, Buchen, Ahornbäume und Hainbuchen. In der Nähe von Grzegorzowice befindet sich die Flussmündung des Längenbachs (polnisch Łęgoń). Seine Quelle liegt in Obora, einem Stadtviertel von Ratibor.[2]
Klima
Das Klima ist sanft in Grzegorzowice. Die durchschnittliche jährliche Temperatur beträgt etwa 7–8 °C. Im wärmsten Monat, im Juli, beträgt sie etwa 17 bis 18 °C. Im kältesten Monat, im Januar, beträgt sie ungefähr −2 bis −3 °C. Die Wachstumszeit dauert von 210 bis 230 Tage im Jahr. Bodenfröste erscheinen meistens 60 bis 100 Tage im Jahr. Der jährliche Regenfall beträgt 600 bis 900 mm. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt 2,2 m/s.[2]
Bildung
In Grzegorzowice befinden sich ein Kindergarten[3] und eine nach Joseph von Eichendorff benannte Schule. Die Schule besteht aus einer Grundschule und einem Gymnasium und ist die größte Schule in der Gemeinde Rudnick.[4] Sowohl im Kindergarten als auch in der Schule wird Deutsch als Zweite Amtssprache unterrichtet. Die nächsten Oberschulen befinden sich in Ratibor und Ratiborhammer.
Geschichte
Gregorsdorf
Gregorsdorf, also das alte „Unterdorf“, bestand ursprünglich aus drei Dorfteilen: der Gemeinde Gregorsdorf (Gmina Grzegorzowice), Herzoglich Gregorsdorf (Grzegorzowice Książęce) und dem Landsitz Slawikauer Gregorsdorf (Grzegorzowice Sławikowskie). Im 15. Jahrhundert kam es zu einem Streit zwischen dem Pfarrer aus dem Herzogtum Ratibor und dem Eigentümer von Gregorsdorf und Slawikau. Es ging um den Weg, der zu den Feldern des Pfarrers führte. In einer Urkunde aus dem Jahr 1405 wird der Name Gregorowitz erwähnt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte das Dorf der Familie Hossek von Gregorowitz. Am 12. Februar 1467 opferte Machna, die Tochter des Wenzel Hossek, das Dorf der Kollegiatkirche in Ratibor. Der Pfarrer bekam aus Gregorsdorf Zinsen und Zehnten von dem Feld. Am Ende des 17. Jahrhunderts hatte der Landsitz zwei Gärten, drei Teiche und eine große Waldfläche. Zu dem Landsitz gehörte auch die Wassermühle bei dem Längenbach (Łęgoń). Am 16. Juli 1698 pachtete die Kollegiatkirche das Gasthaus mit ihrem Feldern und dem Recht, Schnaps zu verkaufen. Die Transaktion hatte einen Wert von 60 Talern. Der Erwerber musste jährlich 18 Taler Miete der Kollegiatkirche zahlen. 1809 verkaufte die Kollegiatkirche einen Teil ihres Landsitzes. Die Kanoniker bekamen für das Gut 3300 Taler. Sie benötigten das Geld, um die Koalitionskriege zu bezahlen. Es wurden 50 Morgen Feld verkauft. Nach der Säkularisation der Kollegiatkirche war der Rest des Landsitzes Eigentum des Schlosses in Ratibor. Der Slawiauer Teil war bis 1451 Eigentum der Familie Zygrod. Anschließend, bis 1531 gehörte er Nikolaus Holy aus Ponientzütz. Danach gehörte das Gut Nikolaus Szeliga. Die nächsten Eigentümer des Landsitzes waren die Besitzer von Ganiowitz. Am 8. März 1619 verkaufte Friedrich von Oppersdorf einen Teil von Slawikau und Gregorsdorf an Heinrich Stolz aus Simsdorf. Im Jahr 1649 erwarb Johann Bernard von Praschma das Gut. Ab 1701 war Gregorsdorf Eigentum der Herren Trach. 1731 wurde das Dorf an Gregor von Lautensack verkauft. Von 1761 bis 1772 war Johann von Drechler Besitzer von Gregorsdorf. Am 23. Mai 1795 erwarb Adolf von Eichendorff aus Lubowitz das Dorf. 1804 gelangte es Rudolf von Seydlitz und 1835 an die die Herren Gregorsdorf von Eickstedt. Der letzte Besitzer des Dorfes war Rudolf von Eickstedt.[5]
Ganiowitz
Ab 1339 war Ganiowitz Eigentum der Maria-Himmelfahrt Pfarrgemeinde in Ratibor. 1364 wurde Jan Dzecko (Johannes Dzeckonis) als Pfarrer erwähnt. Im Auftrag des Herzogs von Nikolaus von Ratibor nach Avignon gefahren, um vom Papst Urban V. eine Zustimmung und einen Dispens für die dritte Hochzeit des Fürsten mit Jutta († nach 1378), einer Tochter des Herzogs Boleslaw II. von Falkenberg zu erlangen. Der Herzog hat dafür alle Bauern aus Ganiowitz von den Tributen befreit. Die betreffende Urkunde wurde am 30. November 1364 ausgestellt. Der Herrscher erwähnte „villis Ganowicz“, also das Dorf Ganiowitz. Ab 1416 war das Dorf Eigentum der Kanoniker aus Ratibor. 1551 ist ein Paul Wraninski als Besitzer von Ganiowitz verzeichnet. 1578 verkaufte Nikolaus Wraninsky das Familienvermögen an Maciej Grabow. 1594 wurde das Dorf von einem Landrat (?) von Oppersdorf übernommen. Ab 1648 gehörte Ganiowitz erneut der Familie Wraninsky. 1682 starb der Eigentümer des Dorfes. Alle seine Kinder waren minderjährig, deshalb sollte der Landsitz versteigert werden. Da die Kollegiatkirche aus Ratibor das Dorf erworben wollte, wurde der Lubowitzer Pfarrer Wilhelm von Trach nach Wien gesendet, um die Transaktion zu vollenden. Die Kollegiatkirche bekam Ganiowitz am 5. Oktober 1695. 1810 wurden die Kirchengüter im Rahmen der Säkularisierung von der preußischen Regierung übernommen. Ab 1811 war Ganiowitz Eigentum der preußischen Regierung. Nachfolgend wurde das Dorf Teil der Güter des Schlosses in Ratibor. Mit der Zeit wurde Ganiowitz Eigentum der fürstlichen Familie von Ratibor. Sie hatten das Gut bis 1945. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ganiowitz mit Gregorsdorf verbunden.[5]
Gatzky
Die Siedlung Gatzky bestand aus einigen Bauernhöfen. Die Kolonie Gatzky liegt in der Nähe von Ganiowitz. Es gab hier eine Mühle, die 1725 von einer Flut zerstört wurde. Beim Wiederaufbau der Mühle wurde ein Gasthaus angebaut. In der Schänke wurden 14 Achtel Bier und ein halber Eimer Branntwein jährlich verkauft. Damals lebten hier sieben Bauern, zwei Kleinbauern und vier Häusler. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde aus dem Landsitz und der Siedlung eine Unterteilung gemacht. Die Siedlung wurde von dem Herrn Stoklosa gepachtet. Die Kanoniker aus Ratibor bekamen jährlich 21 Scheffel Getreide, und die Vikare und Küster 6,5 Scheffel. Stoklosa musste für die Pacht 1270 Gulden zahlen, wobei 980 davon für den König von Preußen bestimmt waren. Am Ende des 19. Jahrhunderts war die Siedlung „Gatzken“ eine Kolonie des Dorfes Ganiowitz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kolonie Gatzken zusammen mit Ganiowitz mit Gregorsdorf verbunden.[5]
Zusammenschluss
Die Dörfer Gregorsdorf, Ganiowitz und die Kolonie Gatzken wurden nach dem Ersten Weltkrieg verbunden. So entstand ein großes Dorf – das heutige Gregorsdorf.[5]
Name
Der Name von Grzegorzowice erinnert an den Gründer des Dorfes, der den Vornamen Gregor trug. Im 15. Jahrhundert nannte man das Dorf Gregorowitz. Danach entstand der Name Gregorsdorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name zu Grzegorzowice polonisiert.
Religion
Das Dorf gehört zu der katholischen Pfarrgemeinde in Lubowitz, Dekanat Ratibor, Diözese Oppeln. In Grzegorzowice gibt es drei Kapellen. Die erste befindet sich an der Gatzky Straße. Die beiden anderen befinden sich an der Powstańców Śląskich Straße; beide wurden im 19. Jahrhundert errichtet. Die erste Kapelle der beiden befindet sich im Oberdorf. In ihr befindet sich eine Muttergottes Figur. Die zweite Kapelle an der Powstańców Śląskich Straße befindet sich im Unterdorf. In der Kapelle befindet sich eine Figur des Heiligen Apostel Judas-Thaddäus.[5]
Sehenswürdigkeiten
- Reste der zerstörten Oderbrücke zwischen Grzegorzowice und Schichowitz. Sie wurde im Jahr 1945 durch die Wehrmacht zerstört.
- Sühnekreuz an der Powstańców Śląskich Straße 33. Es wurde von einem Adam Piskalla als Strafe für einen Mord geschmiedet.
- Kapelle an der Straße Gatzky
- Judas-Thaddäus-Kapelle an der Straße Powstańców Śląskich
- Gottesgebärerin-Kapelle an der Straße Powstańców Śląskich
- Bildstock im Wald Bucz
- Vier Wegkreuze[6]
Kultur
Zwischen der Eichendorffschule in Grzegorzowice und der Eichendorffschule Hannover besteht seit dem Jahr 2000 eine Schulpartnerschaft.[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ gmina-rudnik.pl
- ↑ a b c Położenie Geograficzne ( vom 26. April 2015 im Internet Archive)
- ↑ Rok Przedszkolny 2014/2015 ( vom 2. Juni 2015 im Internet Archive)
- ↑ Zespół Szkół Ogólnokształcących w Szonowicach ( vom 3. März 2016 im Internet Archive)
- ↑ a b c d e Anna Bindacz: Gmina Rudnik – kraina pałaców i zieleni. Racibórz: Wydawnictwo i Agencja Informacyjna WAW Grzegorz Wawoczny, 2005, S. 19. ISBN 83-89802-09-0.
- ↑ Plan Rozwoju Lokalnego Gminy Rudnik ( vom 17. Mai 2006 im Internet Archive).
- ↑ Eichendorffschule trifft Eichendorffschule. Deutsch-Polnische Schülerbegegnung vom 23. April bis 28. April 2007 (Hannover – Gregorsdorf/Polen) ( vom 6. August 2009 im Internet Archive)