Gregorio Crescenzi († 1207)

Gregorio Crescenzi (* in Rom, Kirchenstaat; † nach 23. August 1207) war ein italienischer Kardinal des 12. Jahrhunderts.

Leben

Er war der Sohn von Francucia Crescentius. Sein Neffe war der italienische Kardinal Gregorio Crescenzi, der Regularkanoniker von San Reno war.

1184 wurde er Kanoniker des Petersdom. Papst Clemens III. ernannte ihn während des Konsistoriums am 12. März 1188 zum Kardinaldiakon und er erhielt die Titeldiakonie Santa Maria in Aquiro. Er nahm an der Papstwahl 1191, bei der Papst Coelestin III. gewählt wurde, und der Papstwahl 1198 bei der Innozenz III. gewählt wurde, teil. Im Mai und Juni 1192 beteiligte er sich zusammen mit Kardinal Albino von Albano an den Verhandlungen mit Tankred von Lecce, dem König von Sizilien, die im Konkordat von Gravina von 1192 mündeten. Er nahm an der Heiligsprechung von Giovanni Gualberto teil. Im August 1198 wurde er Rektor des Herzogtums Spoleto, des Komitats Assisi und der angrenzenden Gebiete mit voller geistlicher und weltlicher Autorität. 1199 wurde er nach Ungarn entsandt, um die Kirche zu reorganisieren und einen Vertrag zwischen König Emmerich I. und seinem Bruder Andreas auszuhandeln.

Ende 1200 wechselte er in den Stand der Kardinalpriester und erhielt die Titelkirche San Vitale. 1202 wurde er Liste der Kardinalprotopriester. 1205 wurde er zum Gouverneur der Kirche Sant’Agata in Monasterio.

Crescenzi wurde im Sommer 1207 erneut als Legat nach Ungarn entsandt, um König Emmerich I. davon zu überzeugen, an der Seite der Welfen in den Kampf um die deutsche Krone einzugreifen.

Vor seiner Abreise verfasste er ein Testament mit Datum 10. Juni 1207. Er ist der erste bekannte Kardinal, der die päpstliche Erlaubnis zur Erstellung eines solchen Dokuments (die sogenannte facultas testandi) erhielt, da bis dahin das Vermögen eines verstorbenen Kardinals dem Heiligen Stuhl gehörte.

Gregorio kehrte höchstwahrscheinlich nicht von Ungarn nach Rom zurück, da er nach dem 23. August 1207 keine päpstlichen Dokumente unterzeichnete. Starke Indizien deuten darauf hin, dass er auf der Rückreise nach Erfüllung seiner Mission in Ungarn starb, da sein Aufenthalt dort in den ersten Regierungsjahren König Andreas II. (1205–1235) in ungarischen Quellen belegt ist, allerdings ohne genaue Datumsangabe. Der Nachruf der Kongregation Santa Maria di Reno in Bologna und das Liber Anniversarum des Petersdoms nennen den 11. Mai 1208 als seinen Todestag.[1]

Einzelnachweise

  1. Pietro Egidi, Necrologi e libri affini della Provincia romana, Rzym 1908, S. 212; G.C. Trombelli, Memorie istoriche concernenti le due canoniche di S. Maria di Reno e di S. Salvatore insieme unite, Bolonia 1752, S. 338.