Gravel-Weltmeisterschaften 2025
| Gravel-Weltmeisterschaften 2025 | |
|---|---|
| Veranstalter | Union Cycliste Internationale |
| Sportart | Gravelrennen |
| Ort | Maastricht |
| Datum | 11.–12. Oktober 2025 |
| Offizielle Website | ucigravel2025.com |
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Die Gravel-Weltmeisterschaften 2025 fanden am 11. und 12. Oktober in der niederländischen Provinz Limburg statt. Die Rennen starteten in Beek und endeten in Maastricht.
Die Weltmeisterschaften waren ursprünglich ins französische Nizza vergeben worden, das sich als Veranstalter Anfang 2025 wieder zurückzog.[1] Stattdessen sprang die Region Zuid-Limburg ein.[2]
Wie in den Vorjahren gab es je ein Rennen für Männer und Frauen in der Kategorie Elite, darüber hinaus Jedermannrennen nach Altersgruppen für Fahrer, die keinem beim Weltverband UCI registrierten Team angehörten. Diese Fahrer mussten sich zuvor über die UCI Gravel World Series 2025 qualifizieren. Der Titelverteidiger bei den Männern, Mathieu van der Poel, trat nicht wieder an.
Parcours
Die Rennen begannen am Sportpark von Beek und durchliefen zunächst einen etwa 50 km langen, hügligen Rundkurs über die Feldwege zwischen Beek, Voerendaal und Maastricht. Je nach Kategorie wurde dieser ein- bis dreimal durchlaufen und dann nach einer weiteren halben Runde bei Houthem verlassen, wo mit dem Bronsdalweg ein steiler Anstieg aus dem Tal der Göhl wartete. Von dort waren es etwa 15 km bis Maastricht, das entlang des Groene Loper genannten Grünzugs erreicht wurde. Das Ziel befand sich entlang dieses Grünzugs auf dem Koningsplein.[3]
Die Frauen der Elite-Kategorie starteten am 11. Oktober, ihr Rennen war 131 km lang und durchlief den Rundkurs zweimal. Kurz danach starteten die Altersgruppen der Frauen unter 50 und Männer von 50 bis 64, die denselben Parcours fuhren. Frauen ab 50 und Männer ab 65 starteten wiederum etwas später und durchliefen den Rundkurs einmal. Am 12. Oktober fanden die Rennen der Männer-Elite und der Männer bis 49 statt. Diese Gruppen durchliefen den Rundkurs dreimal.
Resultate
Frauen Elite
| Rang | Name | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Lorena Wiebes | 3:58:16 h |
| 2 | Marianne Vos | gl. Zeit |
| 3 | Silvia Persico | + 0:02 min |
| 4 | Yara Kastelijn | + 0:04 min |
| 5 | Shirin van Anrooij | + 0:10 min |
| 6 | Julia Kopecký | + 0:19 min |
| 7 | Femke Markus | + 0:43 min |
| 8 | Femke de Vries | gl. Zeit |
| 9 | Larissa Hartog | + 1:36 min |
| 10 | Romy Kasper | + 1:38 min |
Etwa 50 km vor dem Ziel bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe, zu der neben Romy Kasper vier Niederländerinnen gehörten, darunter mit Marianne Vos und Lorena Wiebes zwei der großen Favoritinnen. Dahinter folgte eine Gruppe mit Silvia Persico, Julia Kopecký und fünf weiteren Niederländerinnen, darunter Yara Kastelijn und Shirin van Anrooij. 20 km vor dem Ziel attackierte Vos; Wiebes folgte ihr, die übrigen Fahrerinnen fielen zur Verfolgergruppe zurück. Persico schloss die Lücke zu den Führenden, so dass beide Gruppen vor dem Bronsdalweg verschmolzen. Auf letzterem setzten sich zunächst Vos, Wiebes und Kastelijn ab, bevor erneut Persico aufschloss und Kopecký sowie van Anrooij mitzog. Letztere nutzte die Gelegenheit für einen Gegenangriff und gewann 20 Sekunden Vorsprung. Die Verfolgerinnen schienen sich jedoch weniger der Nationalmannschaft denn ihrem Profiteam verpflichtet: Kopecký spannte sich vor die Gruppe und opferte ihre eigenen Chancen zugunsten von Wiebes (beide SD Worx), und auf dem Schlusskilometer schloss Kastelijn die verbliebene Lücke, so dass Wiebes kurz vor dem Ziel an van Anrooij vorbeisprinten konnte. Vos und Persico komplettierten das Podium.[4]
Wiebes bedankte sich nach dem Rennen bei Kopecký,[5] während sich Kastelijn bei van Anrooij entschuldigte.[6] Nationalcoach Laurens ten Dam erwog seinen Rücktritt; angesichts der individuellen Qualifikation durch die UCI Gravel World Series habe er nur beschränkte Möglichkeiten, die Fahrerinnen auf mannschaftsdienliche Fahrweise zu verpflichten.[7]
Männer Elite
| Rang | Name | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Florian Vermeersch | 4:39:12 h |
| 2 | Frits Biesterbosch | + 0:40 min |
| 3 | Matej Mohorič | + 1:23 min |
| 4 | Floris Van Tricht | + 1:40 min |
| 5 | Felix Stehli | + 1:41 min |
| 6 | Thomas Pidcock | gl. Zeit |
| 7 | Tim Wellens | + 1:46 min |
| 8 | Rick Ottema | + 2:46 min |
| 9 | Timo Kielich | gl. Zeit |
| 10 | Magnus Bak Klaris | + 3:59 min |
Zu Beginn der zweiten Runde, 125 km vor dem Ziel, bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe mit Florian Vermeersch, Nils Politt, Floris Van Tricht und Frits Biesterbosch, die eine Minute Vorsprung gewann; Politt fiel später durch eine Panne zurück. Die Verfolger zerfielen in immer kleinere Grüppchen; Matej Mohorič und Felix Stehli waren den Führenden am nächsten, während vor allem Thomas Pidcock für Tempo in einer dritten Gruppe sorgte. Gegen Ende der dritten Runde fiel Van Tricht aus der Spitzengruppe zurück, und 20 km vor dem Ziel ließ Vermeersch auch seinen letzten Begleiter hinter sich. Vermeersch gewann nach zwei Silbermedaillen in den Vorjahren nun den Titel vor zuvor eher unbekannten Biesterbosch. Dritter wurde Mohorič, der sich Stehlis auf dem Bronsdalweg entledigt hatte.[8]
Weblinks
- Website der Veranstaltung (niederländisch/englisch)
- Gravel-WM 2025 bei der UCI
- Ergebnisse bei ACN Timing
Einzelnachweise
- ↑ Gravel-WM 2025 nicht in Nizza. Bund Deutscher Radfahrer, 25. Februar 2025.
- ↑ UCI Gravel World Championships confirm new host for 2025 after Nice withdrawal. CyclingNews, 11. April 2025 (englisch).
- ↑ Technical Guide. UCI Gravel 2025, S. 11–12, abgerufen am 4. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Lorena Wiebes klopt Marianne Vos na zinderend slot op WK Gravel. Wielerflits, 11. Oktober 2025 (niederländisch).
- ↑ ’Strange tactics’ help Lorena Wiebes grab rainbow jersey ahead of Dutch teammates at 2025 UCI Gravel World Championships. CyclingNews, 11. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Yara Kastelijn heeft spijt van opmerkelijke actie op WK Gravel. Wielerflits, 12. Oktober 2025 (niederländisch).
- ↑ Laurens ten Dam twijfelt na veelbesproken WK Gravel aan rol als gravel-bondscoach. Wielerflits, 12. Oktober 2025 (niederländisch).
- ↑ UCI Gravel World Championships: Florian Vermeersch turns silver into gold with dominant solo victory to claim world title in elite men’s race. CyclingNews, 12. Oktober 2025 (englisch).
Koordinaten: 50° 51′ 0″ N, 5° 42′ 40″ O