Grauzone (Musik)

Unter Grauzone werden in der Musik Bands und Veranstaltungen[1] zusammengefasst, die eine vermeintliche Nähe zum Rechtsextremismus aufweisen, ohne jedoch selbst explizit als rechtsextrem aufzutreten.[2]

Als Abgrenzung zwischen Grauzone und Rechtsradikalismus wird unter anderem die Fokussetzung auf Nationalismus und Patriotismus gegenüber einer Verherrlichung des Nationalsozialismus[3] oder die weniger offene Äußerung abwertender Inhalte hinsichtlich Homosexualität oder Migration genannt.[2]

Zumeist wird der Begriff Grauzone mit Deutschrock in Verbindung gebracht, jedoch gibt es auch Beispiele anderer Musikrichtungen.[2][3]

Kritisiert wird Grauzonenmusik, da keine klare Abgrenzung zum Rechtsextremismus stattfindet und sie einen massentauglichen Zugang zu entsprechenden Inhalten bildet.[2][4] Die Ehrung von Bands, die der Grauzone zugerechnet werden, oder deren Teilnahme an Veranstaltungen kann dazu führen, dass andere Bands ihre Teilnahme absagen.[5][6]

Beispiele

Die Band Frei.Wild wird unter anderem aufgrund der Vergangenheit des Sängers und Gitarristen Philipp Burger bei der Rechtsrockband Kaiserjäger der Grauzone zugerechnet.[2][7] Neben der Vergangenheit des Sängers wird dieser Einschätzung auch der in den Liedtexten enthaltende Patriotismus und Nationalismus zu Grunde gelegt.[2][3][7] Als die Band 2013 für den Echo nominiert war, sagten auf Basis dieser Einschätzung Kraftklub und Mia ihre Teilnahme ab.[6][8]

Die Band Krawallbrüder wird ebenfalls der Grauzone zugerechnet.[2] Hintergrund hier sind andere Gruppen auf dem bandeigenen Label, die rechtsextreme Tendenzen aufweisen, oder die Zusammenarbeit mit solchen Bands.[7]

Ein weiteres Beispiel ist Andreas Gabalier. Hier wird unter anderem aufgeführt, dass er bei seinen Konzerten einen „symbolischen Raum“ lasse, in dem rechtspopulistische Politikvorstellungen Platz finden könnten.[9]

Einzelnachweise

  1. Was ist eigentlich die Grauzone? In: untergrund-blättle.ch. 14. Februar 2009, abgerufen am 7. Mai 2025.
  2. a b c d e f g Leandra Hoops: Grauzone – Musik im Zwielicht zwischen Heimatkult, Rechtsrock und der Inszenierung von Rebellentum. Hrsg.: WABE e.V.,. 2022 (jugendserver-niedersachsen.de [PDF; abgerufen am 7. Mai 2025]).
  3. a b c Offen nach rechts: Grenzgänger. Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 7. Mai 2025.
  4. Kira Ayyadi: Blut & Boden-Texte gegen “Gutmenschen”: Was ist eigentlich Grauzonen-Musik? In: Belltower News. 8. August 2018, abgerufen am 7. Mai 2025.
  5. Dieter Ungelenk: Coburger Band zieht Konsequenz: Absage wegen„Maerzfeld“ - Neue Presse Coburg. In: Neue Presse Coburg. 2. Juni 2024, abgerufen am 7. Mai 2025.
  6. a b Rabea Weihser: Der Echo verliert seine Unschuld. In: Die Zeit. 8. März 2013, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Mai 2025]).
  7. a b c Anna-Lena Baldauf: Lake Rock-Festival holt auch 'Grauzonen'-Bands auf die Bühne. In: Salzburg24. 13. September 2023, abgerufen am 7. Mai 2025.
  8. Reihenweise Absagen wegen umstrittener Echo-Nominierung. In: kurier.at. 7. März 2013, abgerufen am 7. Mai 2025.
  9. Wolfgang Schütz: Kulturforscher: „So funktioniert der Populismus von Andreas Gabalier“. In: Augsburger Allgemeine. 6. März 2020, abgerufen am 7. Mai 2025 (Interview mit Jens Wietschorke, Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, LMU München).