Grande Traversée du Jura
Die GTJ führt von Mandeure nach Culoz |
Die Grande Traversée du Jura (GTJ; französisch für Große Juradurchquerung) ist eine 175 km lange Route für das nordische Skiwandern im Jura und ein etwa 400 Kilometer langer Fernwanderweg, sowie eine 380 km lange, bergige Strecke für Mountainbike-Touren.
Der Wanderweg verläuft von Mandeure in südwestlicher Richtung. Er fällt teilweise mit den französischen GR 5 und GR 9 sowie dem europäischen E2 zusammen und verläuft entlang dem Jura-Hauptkamm, überwiegend auf dessen nordwestlicher, französischer Seite. Es gibt jedoch mehrere Varianten, teilweise führt der Weg auch in die benachbarte Schweiz. Die GTJ führt über Berge wie den Mont d’Or (1463 m), den Crêt Pela (1495 m) oder den Grand Colombier (1525 m) und erreicht im höchsten Juragipfel, dem Crêt de la Neige (1720 m) ihren höchsten Punkt. Nach rund 400 Kilometern endet sie in Culoz.
Der Wanderweg gilt als technisch nicht besonders anspruchsvoll.[1] Die Infrastruktur umfasst mehrere Schutzhütten sowie die Möglichkeit der Begleitung durch Esel als Tragtiere.
Geschichte
Der starke Aufschwung des Wintersports in den 1970er Jahren, insbesondere gefördert durch die Medienberichterstattung der Olympischen Winterspiele 1968 in Grenoble, führte zu einem massiven Zustrom von Touristen in die Ferienorte der französischen Berge. Zu dieser Zeit wurden in den Dörfern des Jura-Gebirges Skilanglaufloipen und Rasthütten angelegt, die den Empfang von Touristen erst ermöglichten. Mitte der 1970er Jahre entstand die Idee, mehrere Dörfer durch eine durchgehende Langlaufloipe vom Haut-Doubs, dem Gebiet um den Doubs-Oberlauf, bis zum südwestlichen Ende des Jura im Département Ain zu verbinden. So entstand 1978 die Grande Traversée du Jura à ski de fond, eine 180 km lange Langlaufroute.[2] 1985 beschlossen die drei Lokalverbände für Langlaufski der Départements Ain, Doubs und Jura, gemeinsam die Koordination des Langlaufskisports zu übernehmen und gründeten den Regionalverband „Espace Nordique Jurassien“ (ENJ). Der ENJ war dann unter anderem für die Langlaufstrecke der GTJ zuständig und wurde dabei finanziell und organisatorisch vom französischen Staat (Ministerium für Jugend und Sport) und den damaligen Regionen Franche-Comté und der Rhône-Alpes unterstützt.
Am Anfang der 1990er Jahre litt die Tourismusbranche im Jura unter dem zunehmenden Schneemangel. Parallel entwickelte sich der ganzjährige Mountainbikesport stark. Anlässlich der heimischen Mountainbike-Weltmeisterschaften 1993 in Métabief wurde beschlossen, die GTJ-Langlaufroute um eine 400 km lange Mountainbike-Route zu ergänzen, die erste dieser Art in Frankreich.
Im November 1999 wurde zur Pflege und Entwicklung der Routen eine neue Organisation gegründet, der eingetragene Verein Les Grandes Traversées du Jura. Im Dezember 2002 unterzeichnete der Verein mit der Verwaltung des Regionalen Naturparks Hochjura einen Kooperationsvertrag, der die Übertragung eines Teils der Aufgaben auf den Nationalpark, z. B. die Werbung und Kommunikation oder noch die Unterstützung der privaten Unterkünfte (Ferienhäuser und -wohnungen, Fremdenzimmer) bei der Modernisierung und die Einrichtung von Gruppenunterkünften (frz.: Gîte d'étape) entlang der Routen. 2003 vereinbarten der Staat, die Regionen Franche-Comté und Rhône-Alpes, der Verein GTJ und der Regionale Naturpark Hochjura ein erstes Rahmenabkommen für die Jahre 2002 bis 2006. Auf dieser Grundlage wurden zum 1. Juni 2003 bei der Naturparkverwaltung zwei hauptamtliche Stellen für die mit der GTJ verbundenen Aufgaben besetzt – damit endete ein Vierteljahrhundert Ehrenamt bei der GTJ. Im Juli 2003 wurde der Vereinssitz von der Stadt Champagnole in das Dorf Les Planches-en-Montagne verlegt.
Ab 2003 wurde der GTJ-Fernwanderweg markiert und am 30. Juni 2004 offiziell eingeweiht.
Im Januar 2006 wurde eine eigenständige Strecke für Schneeschuhwanderer zwischen Lajoux und Bellecombe offiziell eingeweiht. Später kam eine Teilstrecke zwischen Bois-d’Amont und Les Rousses hinzu, mittlerweile führt die Route ununterbrochen über 115 km von Métabief im Nordosten nach Giron im Südwesten. Es werden allerdings Etappen von 10 bis 15 Kilometern empfohlen. Die ursprünglich gelbe Hintergrundfarbe der Wegweiser wurde im Winter 2024/2025 durch Lila ersetzt.[3]
Im Jahr 2010 kam eine knapp 500 km lange GTJ-Route für mehrtägige Wanderungen zu Pferd zwischen Crosey-le-Petit und Arbignieu hinzu.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Große Juradurchquerung (GTJ) – Planung, eigene Erfahrungen und praktische Tipps. wegalsziel.at, 28. August 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Die Geschichte der GTJs. Verein Grandes traversées du Jura, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Die GTJ-Schneeschuhmarkierungen entwickeln sich weiter. Verein Grandes traversées du Jura, 26. Dezember 2024, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Reiten auf der Grande Traversée du Jura – GTJ zu Pferd. Verein Grandes traversées du Jura, abgerufen am 11. Dezember 2025.