Grafendorf (Gemeinde Stockerau)

Grafendorf ist ein Stadtteil der Stadtgemeinde Stockerau in Niederösterreich.

Geografie

Grafendorf ist der östliche Teil des heutigen Stadtgebietes von Stockerau. Grafendorf war seit 1850 eine selbständige Gemeinde. Am 29. August 1893 vereinigte sich Stockerau mit Grafendorf und wurde durch Kaiser Franz Josef I. zur Stadt erhoben.[1]

Geschichte

An der Stelle des heutigen Kolomannsheims befand sich bis ins 18. Jahrhundert eine Burg, die ursprünglich von Grafen von Sierndorf errichtet wurde und nach mehreren Besitzerwechseln den Grafen Schönborn-Buchheim gehörte.[2] Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 69 Häusern genannt, das nach Stockerau eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Sierndorf besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Leobendorf ausgeübt. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Sierndorf und Stockerau als Herrschaft Freidegg.[3]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 214 (Ausgabe 1769; Gräfendorf in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 152 (GrafendorfInternet Archive).
  • Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 51, Sektion Stockerau, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 7,5 MB]).

Einzelnachweise

  1. Geschichte der Stadt Stockerau auf stockerau.at
  2. Burg Grafendorf. In: NÖ-Burgen online. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg;
  3. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 222 (Grafendorf in der Google-Buchsuche).

Koordinaten: 48° 23′ N, 16° 13′ O