Grünhonigfresser

Grünhonigfresser

Grünhonigfresser (Gymnomyza viridis), gut getarnt durch seine Gefiederfärbung

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Honigfresser (Meliphagidae)
Gattung: Gymnomyza
Art: Grünhonigfresser
Wissenschaftlicher Name
Gymnomyza viridis
(E.L.Layard, 1875)

Der Grünhonigfresser (Gymnomyza viridis) ist eine endemische Vogelart, welche nur in Fidschi auf der Insel Taveuni und der Insel Vanua Levu vorkommt. Er ist ein Singvogel aus der Familie der Honigfresser (Meliphagidae). Er ist eine bisher wenig erforschte Vogelart.[1][2][3]

Merkmale

Grünhonigfresser sind große und kräftige Vögel im Vergleich zu anderen Arten der Honigfresser (Meliphagidae). Sie besitzen ein unauffälliges Gefieder mit einer grau-olivfarben Färbung. Die Flügel und der Schwanz sind leicht gelblich, der Schnabel, die Beine und der Augenring sind leuchtend gelb gefärbt.[2] Er erreicht eine Gesamtlänge von 28 cm.[3] Sein Schnabel ist wie bei allen Arten der Honigfresser (Meliphagidae) länglich und leicht gebogen.[2]

Eine Verwechselung ist mit dem Olivhonigfresser (Gymnomyza brunneirostris) möglich. Der Olivhonigfresser wurde früher dem Grünhonigfresser zugeordnet. Er wird mittlerweile als eigenständige Vogelart angesehen und besitzt im Unterschied zum Grünhonigfresser einen grünen Schnabel und ein etwas dunkler gefärbtes Gefieder. Ein weiterer Unterschied ist das unterschiedliche Vorkommen auf verschiedenen Inseln in Fidschi.[1]

Verbreitung

Der Grünhonigfresser besiedelt Lebensräume vorwiegend im Tiefland und mit alten Wäldern bestockte Gebiete auf den Inseln Vanua Levu und Taveuni.[1][2] Die Gesamtpopulation des Grünhonigfressers wurde aufgrund fehlender Untersuchungen und Forschungsergebnisse nicht quantifiziert. Es wird eine Gesamtpopulation von größer als 10000 adulten Individuen angenommen. Sein Vorkommen wird als häufig von BirdLife International beschrieben.[1]

Da der Baumbestand innerhalb seines kartierten Verbreitungsgebietes in den letzten drei Generationen abgenommen hat, wurde ein anhaltender Rückgang der Habitatqualität und damit einhergehend ein Rückgang der Anzahl ausgewachsener Grünhonigfresser vermutet.[1]

Lebensraum

Besiedelt wird feuchtes Tiefland mit vorhandenen Waldgebieten, an die der Grünhonigfresser gebunden ist.[1][3] Als Ersatzlebensraum werden selten Aufforstungen und Bergwälder angenommen.[1] Er besiedelt Höhenlagen von 80 m, über 600 m[2] bis circa 1300 m[1] Sein durchschnittliches Alter erreicht der Grünhonigfresser mit vier bis fünf Jahren im natürlichen Lebensraum.[1]

Lebensweise

Der Grünhonigfresser ist standorttreu und wechselt seinen Lebensraum nur, wenn er ein ausreichend großes Waldgebiet als Habitat vorfindet.[1] Er ernährt sich hauptsächlich von Nektar, kleinen Insekten und Wirbellosen. Meist hält er sich im Kronendach einheimischer Wälder auf.[3]

Gesang

Der Ruf des Grünhonigfressers besteht aus einem sehr lauten und weithin hörbaren „kee-too“. Er ist ein eher ruhiger Vogel, der nicht oft Laute von sich gibt.[2][3]

Gefährdung

Der Grünhonigfresser hat ein begrenztes Verbreitungsgebiet und erreicht nicht die Schwellenwerte um in die Klassifizierung als gefährdete Vogelart aufgenommen zu werden. Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird er in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und mit dem Status als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Der Populationstrend wurde mit abnehmend veröffentlicht. Die größte Bedrohung für diese Vogelart geht vom fortschreitenden Verlust und der Zerstörung ihres natürlichen Waldlebensraums aus. Obwohl die industrielle Abholzung auf Taveuni eingestellt wurde, werden die Wälder durch die Abholzung für den Eigenbedarf und die Ausweitung der Landwirtschaft geschädigt. In der von BirdLife International im Jahr 2025 veröffentlichten Untersuchung, waren nur noch etwa 50 % der Fläche von Vanua Levu bewaldet.[1]

Ein internationaler Handel mit dieser Vogelart wurde in keiner der überprüften Handelsdatenbanken ersichtlich. Es gibt keine Hinweise darauf, dass diese Vogelart anderweitig verwendet wird.[1]

Literatur

  • Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 690–691.
Commons: Grünhonigfresser (Gymnomyza viridis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l Gymnomyza viridis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.
  2. a b c d e f Grünhonigfresser (Gymnomyza viridis) auf eBird.org
  3. a b c d e Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 690–691.