Grötschenreuth (Tröstau)

Grötschenreuth
Gemeinde Tröstau
Koordinaten: 50° 1′ N, 11° 57′ O
Höhe: 557 m ü. NHN
Postleitzahl: 95709
Vorwahl: 09232
Gasthof „Zum Poststüberl“

Grötschenreuth ist ein Wohnplatz der Gemeinde Tröstau im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Grötschenreuth zählt zum Gemeindeteil Tröstau.

Geographie

Das ehemalige Dorf Grötschenreuth bildet mit Eulenloh im Westen und Tröstau im Norden eine geschlossene Siedlung. Durch den Ort fließt der Grötschenbach, ein rechter Zufluss der Röslau. Im Süden grenzt ein Golfplatz an, im Norden die Bundesstraße 303.[1]

Geschichte

Grötschenreuth wurde im Jahr 1475 erstmals schriftlich erwähnt. Es gab zu dieser Zeit einen Edelsitz der Herren von Hohenberg.[2] 1499 bestand der Ort aus einem Anderthalbhof, sieben Höfen und einer Mühle. 1787 bildete „Krötschenreuth“ mit Eulenloh eine Realgemeinde; es gab vier Dreiviertelhöfe, acht Halbhöfe, zwei Dreiachtelhöfe, einen Viertelhof, eine Mühle, zehn Tropfhäuser, ein Zechenhaus und ein Hirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Sechsamt Wunsiedel aus.[3]

Von 1797 bis 1810 unterstand Grötschenreuth dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[4] Mit dem Gemeindeedikt wurde Grötschenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Tröstau[5] und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Tröstau zugewiesen.[6]

Baudenkmäler

In Grötschenreuth gibt drei Baudenkmäler:[7]

  • Grötschenreuther Straße 7: Gasthaus zur Post
  • Grötschenreuther Straße 9: Wohnstallhaus
  • Grötschenreuther Straße 20, 22: Wohnstallhaus
ehemaliges Baudenkmal
  • Haus Nr. 12: Bauernhaus. Mit Fachwerkobergeschoss des 18. Jahrhunderts, Satteldach-Küche gewölbt. Stube mit flacher Decke auf Unterzug. Zum Obergeschoss eine steinerne, ein Viertel gewundene Treppe. Stall mit vier kreuzgewölbten Jochen zwischen Gurtbögen, die auf einem quadratischen Mittelpfeiler ruhen.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001910 001925 001950 001961
Einwohner  *190 104 170 153 177 200 197 337 307
Häuser[9] 28 31 33 38 52
Quelle [5] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17]
* 
inklusive Eulenloh

Religion

Grötschenreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Peter (Schönbrunn) gepfarrt, seit den 1960er Jahren ist die Pfarrei Christuskirche (Tröstau) zuständig.[17]

Literatur

Fußnoten

  1. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. November 2025.
  2. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 116.
  3. Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 158.
  4. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 286 (Digitalisat).
  5. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 64 (Digitalisat). Dort als Kretschenreuth aufgelistet.
  6. Tröstau > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 8. November 2025.
  7. Denkmalliste für Tröstau (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  8. J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 116. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
  9. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 959, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1131, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1071 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1131 (Digitalisat).
  14. https://gov.genealogy.net/item/show/source_276668
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1168 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1010 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 742 (Digitalisat).