Gottfried Weber (Philologe)

Gottfried Weber (* 17. Januar 1897 in Hütten/Königstein; † 4. November 1981 in Hofheim am Taunus) war ein deutscher germanistischer Mediävist und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Abitur 1914 am Luisengymnasium Berlin studierte Gottfried Weber von 1914 bis 1920 Germanistik, Geschichte und Philosophie, zunächst ein Semester an der Universität Berlin, anschließend an der Universität München. Dort promovierte er 1920 bei Franz Muncker über "Herder und das Drama". Von 1922 bis 1926 war er dann wissenschaftlicher Assistent bei Julius Petersen am Germanistischen Seminar der Universität Berlin. Im Jahre 1926 habilitierte er sich in Berlin und lehrte dort bis 1929/30 als Privatdozent. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Frankfurt/M. 1928/29 wurde er 1930 ordentlicher Professor für Ältere Deutsche Philologie an der Universität Königsberg. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität zu Köln (1937 bis 1939) übernahm er 1939 einen neuen zweiten Lehrstuhl in Köln. Von 1945 bis 1954 war Weber zunächst im Wartestand, dann vorübergehend im Ruhestand, da dieser Lehrstuhl wieder gestrichen wurde. Von 1954 bis 1965 hatte er ein Ordinariat an der Universität Frankfurt/M. inne. 1955 wurde er Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt am Main.

Als germanistischer Mediävist beschäftigte sich Gottfried Weber vor allem mit Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Strassburg und dem Nibelungenlied.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Herder und das Drama. Eine literarhistorische Untersuchung (= Forschungen zur neueren Literaturgeschichte, Bd. 56). Duncker, Weimar 1922 (= Dissertation Universität München) (Reprint: Gerstenberg, Hildesheim 1978, ISBN 3-8067-0646-8).
  • Wolfram von Eschenbach. Seine dichterische und geistesgeschichtliche Bedeutung. Bd. 1: Stoff und Form (= Deutsche Forschungen, Bd. 18). Diesterweg, Frankfurt/M. 1928 (= Habilitationsschrift Universität Berlin).
  • Der Gottesbegriff des Parzival. Studie zum zweiten Band des "Wolfram von Eschenbach". Diesterweg, Frankfurt/M. 1935.
  • Parzival. Ringen und Vollendung; eine dichtungs- und religionsgeschichtliche Untersuchung. Kompaß-Verlag, Oberursel 1948.
  • Gottfrieds von Strassburg Tristan und die Krise des hochmittelalterlichen Weltbildes um 1200. Zwei Bände. Metzler, Stuttgart 1953.
  • (mit Werner Hoffmann): Nibelungenlied (= Heldendichtung, Bd. 2). Metzler, Stuttgart 1961.
  • (mit Werner Hoffmann): Gottfried von Strassburg (= Sammlung Metzler, Bd. 15). Metzler, Stuttgart 1962 (5. Aufl. 1981, bearb. von Werner Hoffmann, ISBN 3-476-15015-1).
  • (Hrsg.): Wolfram von Eschenbach / Parzival. Text, Nacherzählungen, Worterklärungen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1963 (4. Aufl. 1981, ISBN 3-534-05964-6).
  • Das Nibelungenlied. Problem und Idee. Metzler, Stuttgart 1963 (6. Aufl. überarb. u. erw. von Werner Hoffmann 1992, ISBN 3-476-16007-6).
  • (Hrsg.): Gottfried von Strassburg / Tristan. Text, Nacherzählung, Wort- und Begriffserklärungen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1967 (2. Aufl. 1983).
  • Wolframs von Eschenbach Antwort auf Gotfrids von Strassburg ‚Tristan‘. Zur Grundstruktur des ‚Willehalm. Steiner, Wiesbaden 1975, ISBN 3-515-02076-4.

Festschrift

  • Heinz Otto Burger (Hrsg.): Festschrift Gottfried Weber. Zu seinem 70. Geburtstag überreicht von Frankfurter Kollegen und Schülern (= Frankfurter Beiträge zur Germanistik, Bd. 1). Gehlen, Bad Homburg v. d. H. 1967.

Einzelnachweise

  1. Werner Hoffmann: Weber, Gottfried. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1988f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).