Gottfried Keller (Komponist)

Gottfried (Godfrey) Keller (* um 1650; † November 1704 wahrscheinlich in London) war ein Musiker, Komponist und Musiktheoretiker des Barock, der als Cembalist, Continuo-Spieler, Kirchenmusiker und Musiklehrer in England wirkte.

Leben

Gottfried Keller war wahrscheinlich deutscher Abstammung, doch sind sein Geburtsdatum und -ort nicht bekannt. Seine sämtlichen Lebenszeugnisse stammen aus England, wo er sich spätestens ab den 1680er Jahren aufgehalten haben dürfte, da Edward Lowe (um 1610–1682) Noten von ihm kopierte. Am 23. Junijul. / 3. Juli 1694greg. ist er in London nachgewiesen, als ihm ein Pass für eine Reise nach Holland ausgestellt wurde. 1695 war er gemeinsam mit Henry Purcell und Giovanni Battista Draghi als Lehrer für eine gescheiterte königliche Akademie vorgesehen. Am 31. Märzjul. / 10. April 1698greg. heiratete er Mary Goodrick, mit der er zwei Söhne hatte, Godfrey und Edward.

Am 4. Novemberjul. / 15. November 1704greg. verfasste Keller sein Testament, in dem er seinen Bruder Frederick als Testamentsvollstrecker einsetzte, am 25. Novemberjul. / 6. Dezember 1704greg. wurde sein Nachlass zum Verkauf annonciert.

Werke

Von Keller ist eine Sammlung mit sechs Sonaten überliefert. Drei Sonaten à 5, für 2 Violinen, Trompete oder Oboe, Viola und B.c. und weitere drei Triosonaten für zwei Flöten, Oboen oder Violinen und B.c., deren Widmungsträgerin Königin Anne ist. 1709 erschienen bei Estienne Roger sechs Triosonaten für 2 Flöten und B.c. unter Kellers Namen.

Keller ist Autor der posthum veröffentlichten Generalbassmethode A Compleat Method for attaining to Play a Thorough Bass upon either Organ, Harpsichord, or Theorbo-lute ... (John Cullen, 1707).

Der Hofmusiker George Bingham stellte vier Sammlungen mit insgesamt 173 Airs Anglois mehrerer Komponisten zusammen, die im Verlag Le Cêne zwischen 1702 und 1706 erschienen. Die Sammlungen enthalten hauptsächlich Werke Binghams und Gottfried Fingers, Keller ist mit zwei Werken vertreten.

Literatur