Gostków (Stare Bogaczowice)
| Gostków | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Wałbrzych | |
| Gmina: | Stare Bogaczowice | |
| Geographische Lage: | 50° 51′ N, 16° 6′ O | |
| Einwohner: | 385 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 74 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DBA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Świebodzice–Dobromierz | |
Gostków (deutsch Giesmannsdorf bei Bolkenhain; auch Gießmannsdorf) ist ein Dorf in der Landgemeinde Stare Bogaczowice (Altreichenau) im Powiat Wałbrzyski (Waldenburg) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Lage
Nachbarorte sind Nowe Bogaczowice (Neureichenau) und Stare Bogaczowice (Altreichenau) im Nordosten, Marciszów (Merzdorf) im Westen, Jaczków (Hartmannsdorf) und Witków (Wittgendorf) im Süden.
Geschichte
Die südlich des Dorfes auf einer Anhöhe gelegene römisch-katholische Pfarrkirche St. Barbara und Katharina soll der Legende nach im 13. Jahrhundert von Herzog Bolko I. gegründet worden sein. 1335 wurde die „ecclesia de Gotzvini“ im Register des Nuntius Galhardus erwähnt.[1] Unter dem Patronat des Burgherren Ferdinand von Zedlitz war das Gotteshaus von 1615 bis 1654 mit drei evangelische Pastoren besetzt, bis am 24. Januar 1654 der Kanoniker und spätere Fürstbischof Sebastian Rostok, den Zisterzienser Martin Wunbibald als katholischen Pfarrer einführte. Die Kollatur übte bis zur Säkularisation 1810 das Kloster Grüssau aus.[2] Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Giesmannsdorf zusammen mit Schlesien 1741/42 an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Giesmannsdorf seit 1818 zum Landkreis Bolkenhain der Provinz Schlesien.
1845 bestand das Dorf aus 157 Häusern, 1245 Einwohnern (311 katholisch und der Rest evangelisch), einer 1742 gegründeten evangelischen Pfarrkirche (eingepfarrt: Hohen-Giesmannsdorf, Ober-Hohenhelmsdorf, Neureichenau, Ruhbank, Seidlitzau und ein Teil von Thomasdorf), einer 1741 gestifteten evangelischen Schule mit einem Lehrer und einem Hilfslehrer, einer katholischen Pfarrkirche St. Barbara und Katharina mit einem Friedhof der von der evangelischen Gemeinde mit benutzt wurde (eingepfarrt: Giesmannsdorf, Einsiedel, Hohen-Helmsdorf, Neureichenau und Ruhbank, verbunden Thomasdorf und Hartmannsdorf mit eigenen Kirchen), ein Widum, einer katholischen Schule mit einem Lehrer (eingeschult: Einsiedel, Hohenhelmsdorf, Neureichenau, Ruhbank und Thomasdorf mit Seidlitzau); einer Windmühle und drei Wirtshäusern.[3] Am 1. Januar 1874 erfolgte die Gründung des Amtsbezirkes Giesmannsdorf.[4]
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Giesmannsdorf 1945 mit fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Gostków umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit, sofern sie nicht schon vorher geflohen waren, vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Von 1975 bis 1998 gehörte Gostków zur Woiwodschaft Wałbrzych.
Sehenswürdigkeiten
- Römisch-katholische Filialkirche Zur Heiligen Familie, vormals Pfarrkirche St. Barbara und Katharina
- Ruine der 1785 errichteten ehemaligen evangelisch-lutherischen Pfarrkirche
- Holländische Windmühle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hermann Neuling: Schlesiens ältere Kirchen und kirchliche Stiftungen. Max, 1884, S. 27.
- ↑ Johann Georg Knie: Übersicht der Dörfer, Flecken, der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 156.
- ↑ Johann Georg Knie: Übersicht der Dörfer, Flecken, der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 156.
- ↑ Amtsbezirk Giesmannsdorf. Abgerufen am 21. Oktober 2025.