Goodbye June (Film)
| Film | |
| Titel | Goodbye June |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Altersempfehlung | ab 13 (AT)[1] |
| Produktionsunternehmen | Working Title Films |
| Stab | |
| Regie | Kate Winslet |
| Drehbuch | Joe Anders |
| Produktion |
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| Musik | Ben Harlan |
| Kamera | Alwin H. Küchler |
| Schnitt | Lucia Zucchetti |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
Goodbye June ist ein britischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 von und mit Kate Winslet in ihrem Regiedebüt nach einem Drehbuch ihres Sohnes Joe Anders. Helen Mirren übernahm die Titelrolle, in weiteren Rollen sind Toni Collette, Andrea Riseborough und Timothy Spall zu sehen.[2][3]
Handlung
June Cheshire ist die Mutter von vier erwachsenen Kindern. Kurz vor Weihnachten bricht sie beim Teekochen zusammen und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der bei ihr und ihrem Ehemann Bernie lebende gemeinsame Sohn Connor informiert seine Schwestern Julia und Molly, die sich auf den Weg ins Krankenhaus machen. Die dritte Schwester, die schwangere Yoga-Lehrerin Helen, wird von Julia benachrichtigt. Helen setzt sich in ein Flugzeug und kommt einige Zeit später nach.
Von Dr. David Titford und Dr. Simon Khal wird der Familie nach einer Operation eröffnet, dass sich Junes Krebserkrankung nach rund dreijährigem Kampf weiter ausgebreitet hat, es zeichnet sich ab, dass sie bald sterben wird. Das in etwas mehr als zwei Wochen stattfindende Weihnachtsfest wird sie vermutlich nicht mehr erleben. Mit dem Palliativteam bestehend aus Connor und Jenny hatte sie ihre Optionen bereits zuvor besprochen. Betreut wird June unter anderem von Pfleger Angel und Schwester Nancy.
Nachdem die Wohnung von June, Bernie und Connor unter Wasser steht, weil Bernie in der Aufregung vergessen hatte, das Wasser abzudrehen, diskutieren die Geschwister, ob ihre Mutter nach ihrer Entlassung bei Molly oder Julia untergebracht werden soll. June entscheidet sich allerdings dafür, im Krankenhaus zu bleiben. Nach einem Streit zwischen Molly und Julia erstellt Molly einen Plan, wer von den beiden zu welchen Zeiten ihre Mutter besuchen darf, sodass sie sich nicht begegnen müssen. Nach einem Gespräch mit ihrer Mutter über das ungeborene Kind realisiert Helen, dass ihr Kind im Gegensatz zu den Kindern von Molly und Julia keine Großmutter haben wird. Helen gesteht Julia, dass sie sich von ihrem Partner Matt bereits vor einiger Zeit getrennt hat. Vater des Kindes ist Gustav, der allerdings keine Verantwortung für das Kind übernehmen möchte und bereits zuvor als Samenspender bei einer anderen Bekannten diente.
Als June von Mollys Besuchsplan erfährt, lässt June Molly und Julia zu sich ins Krankenhaus kommen. Mit den beiden schreibt sie in einem Brief an das ungeborene Kind von Helen, dass die beiden Töchter Helen und ihr Kind unterstützen werden und sie die beiden liebt, und noch mehr, wenn sich diese vertragen. Molly gesteht ihrer großen Schwester, dass sie als Kind genauso sein wollte wie Julia und sich verlassen fühlte, als diese ausgezogen ist, als Molly 13 war. Julia ihrerseits beneidet ihre kleine Schwester darum, dass sie mit Jerry einen Ehemann hat, der für sie und ihre Kinder da ist, während Julias Partner Tom in der Welt unterwegs ist und sie sich alleine um ihre Kinder kümmern muss. Außerdem lastet sehr viel Druck auf ihr, weil sie viele Probleme der Familie alleine stemmen musste und Schuldgefühle hat, weil sie nicht genügend Zeit für ihre Kinder aufbringen kann. Nach einer Aussöhnung beschließen Molly und Julia, dass sie das Weihnachtsessen gemeinsam zubereiten, zur Freude ihrer Mutter.
Connor wirft seinem Vater unangemessenes Verhalten angesichts des bevorstehenden Todes seiner Frau vor und fragt ihn, ob er sie überhaupt noch liebt. Bernie verabschiedet sich darauf in ein Pub, wo er auf einer Bühne den Gästen erzählt, dass er ein schlechter Vater und zuletzt kein guter Ehemann war, bevor er das Lied Georgia on My Mind zum Besten gibt, wobei er das Wort Georgia teilweise durch June ersetzt. Bernie wird dabei von Connor beobachtet, Vater und Sohn nähern sich darauf wieder an.
Zu Weihnachten führen Junes Kinder und Enkelkinder für sie ein Krippenspiel im Krankenzimmer auf. Die Familie stellt schließlich fest, dass June während der Aufführung für immer eingeschlafen ist. Im darauffolgenden Jahr feiert die Familie Weihnachten gemeinsam. Helen ist mittlerweile Mutter eines Kindes, für June wurde ein Platz am Tisch freigehalten und Bernie erhebt das Glas auf June. Währenddessen wird der Brief von June an ihren Enkel vorgelesen, den sie nicht mehr kennengelernt hat.
Synchronisation
Die deutsche Synchronisation übernahm die VSI Synchron GmbH. Das Dialogbuch schrieb Verena Ludwig, Dialogregie führte Klaus Bauschulte.[4]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher[4] |
|---|---|---|
| June | Helen Mirren | Karin Buchholz |
| Julia „Jules“ | Kate Winslet | Ulrike Stürzbecher |
| Helen | Toni Collette | Christin Marquitan |
| Molly | Andrea Riseborough | Maria Koschny |
| Alfie | James Trevelyan Buckle | Wanja Gisbertz |
| Ben „Benji“ | Benjamin Shortland | Keanu Peters |
| Bernard „Bernie“ | Timothy Spall | Tobias Lelle |
| Billy | Dexter Saville | Liya Tolaz |
| Connor | Johnny Flynn | Tim Schwarzmaier |
| Dr. David Titford | Jeremy Swift | Hans Hohlbein |
| Dr. Simon Khal | Raza Jaffrey | Viktor Neumann |
| Ella | Flora Jacoby Richardson | Asya Tolaz |
| Jerry | Stephen Merchant | Alexander Doering |
| Pfleger Angel | Fisayo Akinade | Jeremias Koschorz |
| Sydney | Nancy Hannan | Rosa Blankenburg |
| Tibalt | Elias Whittaker | Lilia Peters |
Produktion und Hintergrund
Der Film wurde von Working Title Films produziert, als Produzenten fungierten Kate Solomon und Kate Winslet.[5][3] Die Dreharbeiten fanden an 35 Drehtagen ab März 2025 statt.[6]
Die Kamera führte Alwin H. Küchler, die Musik schrieb Ben Harlan, die Montage verantwortete Lucia Zucchetti. Das Production-Design gestaltete Alison Harvey und das Kostümdesign Grace Clark.[3][2]
Schauspielerin Kate Winslet gab mit diesem Film ihr Regiedebüt, das Drehbuch schrieb ihr Sohn Joe Anders.[7][8] Die Grundidee entstand durch Winslets eigene Erfahrung, nachdem sie ihre Mutter 2017 nach einer Krebserkrankung verlor.[6] In den USA erhielt der Film ein R-Rating.[5]
Veröffentlichung
Premiere war am 3. Dezember 2025 im Curzon Mayfair Cinema in London.[9][10] Am 12. Dezember 2025 kam der Film in den USA und im Vereinigten Königreich in ausgewählte Kinos.[7][5]
Auf Netflix wurde der Film am 24. Dezember 2025 veröffentlicht.[11]
Rezeption
Am 26. Dezember 2025 waren 37 der 57 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv.[5]
Lutz Granert vergab auf filmstarts.de 3,5 von 5 Sternen. Das sehr persönliche Regiedebüt von Kate Winslet mit einem spielfreudigen Ensemble erzähle eine tragische weihnachtliche Familiengeschichte, die streckenweise tief berühre und Kitsch weitestgehend ausspare. Der mitunter etwas sehr grelle Humor passe allerdings nicht so ganz zur Besinnlichkeit der Festtage.[12]
Filmdienst bezeichnete die Produktion als berührenden Weihnachts-Familienfilm jenseits jeden Wohlfühlkitschs, der nah und unprätentiös an den hervorragend gespielten Figuren bleibe und feinfühlig deren emotionalen Reaktionen auf den nahenden Tod und aufeinander auslote. Dabei würden in das schmerzhafte Sterbedrama-Thema auch tragikomische Töne einfließen, die nicht wie künstliche Aufheller wirkten, sondern sich stimmig aus den markanten Charakteren ergeben.[3]
Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de fünf von zehn Punkten. Das Drama locke mit einem prominenten Ensemble. Doch das versammelte schauspielerische Talent könne die diversen inhaltlichen Schwächen nicht ausgleichen: Die Figuren schwankten zwischen nichtssagend und überzeichnet, langjährige Probleme würden auf Knopfdruck gelöst, dazu gebe es Kitsch.[13]
Jonas Schilberg (33 von 100 Punkte) kritisierte auf filmpluskritik.com, dass die Dialoge nicht überzeugten. Augenzwinkernde Ansätze würden verschenkt. Ob dieses Werk auch ohne seine prominenten Stars Aufmerksamkeit bekommen hätte, sei kaum vorstellbar.[14]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Goodbye June bei Netflix
- ↑ a b Goodbye June. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b c d Goodbye June. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ a b Goodbye June (2025). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ a b c d Goodbye June. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Sumiko Wilson: Meet Our Winter Cover Star: Kate Winslet. In: smagazineofficial.com. 4. November 2025, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b "Goodbye June": Kate Winslet Regiedebüt basiert auf einem Skript ihres Sohnes. In: gala.de/SpotOnNews. 28. August 2025, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Hilary Lewis: Kate Winslet to Make Directorial Debut With ‘Goodbye June’ for Netflix. In: hollywoodreporter.com. 16. Februar 2025, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
- ↑ Kate WinsletIm Partnerlook mit Sohn auf dem roten Teppich. In: stern.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Kate Winslet: Seltener Red-Carpet-Auftritt mit ihrem Sohn. In: gala.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Goodbye June. In: filmstarts.de. Abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Lutz Granert: Goodbye June. In: filmstarts.de. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ Oliver Armknecht: Goodbye June. In: film-rezensionen.de. 25. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ Jonas Schilberg: Goodbye June - Kritik: Schmalziger als jeder Krapfen. In: filmpluskritik.com. 23. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.