Good Boy (2025, Ben Leonberg)

Film
Titel Good Boy
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 72 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Ben Leonberg
Drehbuch Ben Leonberg, Alex Cannon
Produktion Ben Leonberg, Kari Fischer
Musik Sam Boase-Miller
Kamera Wade Grebnoel
Schnitt Curtis Roberts
Besetzung
  • Indy (ein Hund): Indy
  • Shane Jensen: Todd
  • Larry Fessenden: Todds Großvater
  • Arielle Friedman: Vera
  • Anya Krawcheck: Ärztin
  • Stuart Rudin: Richard
  • Max (ein Hund): Bandit

Good Boy (in Deutschland auch Good Boy – Trust His Instincts) ist ein Horror-Thriller und das Spielfilmdebüt von Ben Leonberg. Der Film mit einem Hund als Titelheld / Protagonist und Shane Jensen als sein sterbenskrankes Herrchen, das er vor übernatürlichen Mächten zu beschützen versucht, feierte Anfang März 2025 beim South by Southwest Film Festival seine Premiere und kam Anfang Oktober 2025 in die US-Kinos. In Deutschland erfolgte der Kinostart Ende des Monats.

Handlung

Todd, dessen Hund Indy bei ihm ist, seit dieser ein Welpe war, leidet an einer Lungenkrankheit, durch die er Blut hustet. Eines Tages beschließt er, weil er es in der Stadt nicht mehr aushalte, seine Wohnung zu räumen und in die Waldhütte seines Großvaters zu ziehen. Dieser ist dort gestorben, sein Hund Bandit wurde aber nicht gefunden.

Bei einem Waldspaziergang gehen sie zu den Grabsteinen von Todds dort verstorbenen Angehörigen und begegnen dem Nachbarn Richard. Indy beschnüffelt und begutachtet im Haus seltsame Schatten, plötzliche Lichter und Geräusche, was auf seinen Besitzer scheint, als starre er Ecken an, in denen eigentlich nichts sei. Allerdings wird Indy auch von Alpträumen und Visionen des Großvaters und einer vollständig schlammbedeckter Figur oder Hand geplagt. Eine Erscheinung des Hundes Bandit führt ihn zu dessen Halstuch.

Umso schwächer Todd durch seine Krankheit wird, wird er auch abweisender gegenüber seiner Schwester Vera, die ihn immer wieder anruft, und gegen Indy. Er erscheint Indy als röchelnder Schatten, der dem Hund sowohl Angst als auch Sorgen macht. Eines Nachts findet Indy Todd, wie er seinen Kopf wiederholt gegen die Tür zum Keller stößt. Eine andere Nacht, während Todd im Schlaf Indy umklammert hält, bringt diesen ein Schreck dazu, Todds Finger zu beißen. Todd erwacht mit Schmerzen und kippt in einem anderen Raum um. Weil die Tür zugefallen ist, springt Indy aus dem Fenster und läuft durch den Wald, um den Nachbar zu alarmieren, bleibt aber in einer seiner Fuchsfallen hängen.

Nach diesem Erlebnis kettet Todd Indy draußen an. Als ihn in der Nacht die schlammbedeckte Hand aus dem Hundehaus heraus angreift, kann Indy sich losreißen und will wegrennen, aber entscheidet sich um, als er Todds Röcheln vom Haus hört. Da die Luke zum Keller plötzlich offen ist, auf dessen Stufen Bandits Leiche liegt, läuft Indy durch diesen in das Haus nach oben zu Todds Bett. Dieser freut sich zuerst, dass Indy zu ihm gekommen ist; doch als er seine Laterne auf das Bett richtet, sieht er, dass er dort noch leblos liegt und verstorben ist. Todd wird von der schlammbedeckten Figur mit einer Hundekette durch das Haus in den Keller gezogen. Indy folgt ihnen dahin und versucht, Todd aus dem Kellergewölbe zu ziehen. Nachdem er selbst von Schlamm bedeckt wird, sagt Todd Indy, dieser sei ein guter Junge gewesen, könne ihn aber nicht retten, und verschwindet in der Dunkelheit. Über Nacht ist Indy allein im Keller eingesperrt.

Am Morgen kommt Vera an, da sie Todd nicht mehr am Telefon erreicht hat. Sie findet im Haus Todds Leiche und öffnet die Luke zum Keller, wo sie Indy findet. Sie ruft den Hund nach draußen, der noch einmal zurück ins Gewölbe schaut, bevor er zu ihr geht. Vera fährt den Hund aus dem Wald.

Produktion

Filmstab, Besetzung und Synchronisation

„Ich denke, im Grunde geht es in allen Geistergeschichten um Sterblichkeit – was mit uns nach dem Tod passiert, die Unfähigkeit loszulassen oder die Angst vor dem „Jenseits“. [...] Aber mich hat immer mehr interessiert, wie unsere Hunde die menschliche Sterblichkeit erleben würden.“

Regisseur Ben Leonberg über die Perspektive von Good Boy[2]

Regie führte Ben Leonberg, der gemeinsam mit Alex Cannon auch das Drehbuch schrieb. Es handelt sich bei Good Boy um Leonbergs Spielfilmdebüt. Zuvor führte er bei einer Reihe von Kurzfilmen Regie, darunter Bare Thoughts, Dead Head, The Fisherman’s Wife und Bears Discover Fire.[3]

Bei Indy handelt es sich um Leonbergs Hund, einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever.[2][4] Als sein „Stunt-Double“ kam ein Plüschhund namens „Findy“ zum Einsatz.[4] Shane Jensen spielt Indys sterbenskrankes Herrchen Todd. Arielle Friedman spielt Todds Schwester Vera. Stuart Rudin ist in der Rolle des Nachbarn Mr. Downs zu sehen und Larry Fessenden in der Rolle des verstorbenen Großvaters, der in VHS-Aufnahmen auf veralteten Fernsehern erscheint.[5][2] Als Erzähler tritt im Original Hunter Goetz in Erscheinung.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Sven Hasper im Auftrag der RC Production GmbH & Co. KG in Potsdam. Roman Wolko leiht in der deutschen Fassung Jensen in der Rolle von Todd seine Stimme, Katharina Schwarzmaier ihre Friedman in der Rolle seiner Schwester Vera und Pierre Peters-Arnolds Fessenden in der Rolle ihres Großvaters. Tobias Lelle spricht Richard. Rolf Berg fungiert im Deutschen als Erzähler.[6]

Konzeption

Der Film ist größtenteils aus Indys Perspektive in dessen Augenhöhe gedreht. Leonberg hatte dieses Konzept von Anfang an, wie in Poltergeist, in dem am Anfang der Golden Retriever der Familie die Geister deutlich vor allen anderen wahrnehmen kann. Weil diese Fähigkeit in unzähligen Horrorfilmen auftaucht, wollte er einen Film aus der Perspektive eines Hundes drehen und bezeichnet Good Boy selbst als „Spukhausfilm aus einer völlig neuen Perspektive“. Indy habe von Natur aus diesen intensiven, starren Blick, mit dem er ihn normalerweise vor dem Essen anblickt. Wenn er jedoch mit demselben Blick einfach nur in leere Ecken starrt oder Gerüchen folgt, die nur er wahrnehmen kann, sei das wirklich unheimlich, so der Regisseur. Daher zeigt er in seinem Film beispielsweise Aufnahmen eines „leeren“ Raums; die Vorstellungskraft übernehme den Rest und lasse es wie Indys Sichtweise wirken.[2]

Die erzählerischen Informationen erhält der Zuschauer über Telefongespräche und VHS-Kassetten sowie einigen Rückblenden. Leonberg beschreibt die Mission, auf die er Indy schickte, ähnlich der des Hunde-Protagonisten in Jack Londons Wolfsblut und Ruf der Wildnis.[2]

Dreharbeiten und Training

Die Dreharbeiten für Good Boy fanden über einen Zeitraum von drei Jahren an über 400 Tagen statt. Der Regisseur und seine Ehefrau Kari Fischer, die Produzentin des Films, wohnten während der gesamten Zeit in dem Häuschen im Wald, das als Drehort diente. Eine der wichtigsten literarischen Referenzen für die Geschichte und die Gestaltung des Hauses war Edgar Allan Poes Der Untergang des Hauses Usher, so Leonberg. Viele Aufnahmen entstanden unter dem Einsatz einer Regenmaschine und bei echtem Nebel.[2] Als Kameramann fungierte Wade Grebnoel.

Der Regisseur hatte jahrelang im Bereich Virtual Reality gearbeitet und den Großteil des Compositings für Good Boy selbst übernommen. Da er während der Dreharbeiten gleichzeitig als Indys Trainer vor der Kamera stehen musste, in derselben Einstellung wie sein Hund, entfernte er sich in der Postproduktion selbst aus den Aufnahmen. Er und seine Ehefrau entwickelten eine ganz eigene Methode des Filmemachens, drehten mit ihrem Hund nur wenige Einstellungen täglich oder bereiteten ihn lediglich auf zukünftige Szenen vor. Leonberg war es wichtig, dass sich der Zuschauer mit Indy identifizieren kann und ihn als echten Hund mit typischen Reaktionen wahrnimmt.[2]

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung

Die Filmmusik komponierte Sam Boase-Miller. Er war Solocellist des Manhattan Symphonieorchesters und gründete mit seinen drei besten Freunden Erik Saras, Dan Lovley und Brian Goodheart in New York die Marsfall LLC, später Status Report Productions.[7] Das Soundtrack-Album wurde Ende Juli 2025 von SSL als Download veröffentlicht und ist auch als CD verfügbar.[8]

Die Premiere des Films war am 8. März 2025 beim South by Southwest Film Festival.[9] Im Vorfeld sicherte sich Verve Ventures die weltweiten Rechte.[3] Anfang April 2025 wurde Good Boy beim Overlook Film Festival gezeigt und im Mai 2025 beim Seattle International Film Festival.[10] Ab Mitte Juli 2025 erfolgten Vorstellungen beim Fantasia International Film Festival.[11] Der erste Trailer wurde Mitte August 2025 vorgestellt.[12] Ebenfalls im August 2025 wird der Film beim Sidewalk Film Festival gezeigt.[13] Anfang September 2025 eröffnete Good Boy das Fantasy Filmfest.[14] Im September 2025 wurde der Film beim Toronto International Film Festival, beim Internationalen Filmfest Oldenburg und bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt[15][16][17] und soll im Oktober 2025 beim Sitges Film Festival gezeigt werden.[18] Der US-Kinostart war am 3. Oktober 2025.[19] Am 30. Oktober 2025 kam er in die deutschen Kinos.

Rezeption

Kritiken

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 91 Prozent positiv.[20] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 73 von 100 möglichen Punkten.[21]

Nate Richard schreibt in seiner Kritik für collider.com, Regisseur Ben Leonberg setze die Persönlichkeit seines liebenswerten Hundes wirkungsvoll in Szene, was zur Folge habe, dass man Indy nicht nur liebt, weil er süß ist. Im Laufe des Films lerne er endlich seine Ängste zu überwinden und loszulassen. Während die Themen Trauer und die Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, insbesondere in der exzellenten Schlussszene, gut dargestellt würden, wirkten die fünf Minuten davor, in denen der Film seinen einzigartigen Ton verliere, im Vergleich zum Rest etwas unpassend und erinnerten an Insidious. Aufgrund der kurzen Laufzeit von Good Boy könne man sich leicht darauf einlassen, dass Indy der alleinige Mittelpunkt des Films ist und man mit wenigen Ausnahmen nur das Gesicht des Hundes, aber nicht der Menschen sieht. So sei Leonberg mit seinem Debüt und den riskanten, jedoch vielversprechenden Ansätzen ein Horrorfilm mit einem süßen Hund gelungen, der nicht nur Grusel, sondern auch Herz hat.[5]

Auszeichnungen

Astra Film Awards 2025

  • Nominierung als Bestes Filmdebüt
  • Auszeichnung in der Kategorie „Performance in a Horror or Thriller“ (Indy)[22][23]

Independent Spirit Awards 2026

  • Nominierung für den Besten Filmschnitt (Ben Leonberg)[24]

National Board of Review Awards 2025

  • Aufnahme in die Top 10 Independent Films[25]

Overlook Film Festival 2025

  • Lobende Erwähnung beim Scariest Feature Film Award[26]

Seattle International Film Festival 2025

  • Very Special Mention bei den Golden Space Needle Audience Awards (der Hund Indy)[27]

Strasbourg European Fantastic Film Festival 2025

  • Auszeichnung als Bester internaionaler Spielfilm mit dem Goldenen Oktopus (Ben Leonberg)[28]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Good Boy. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 274066).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b c d e f g Scott Macaulay: “This Isn’t Air Bud or Lassie, Where the Dog is Always Happy-Go-Lucky”: Director Ben Leonberg on His Canine-POV SXSW Horror Film, 'Good Boy'. In: filmmakermagazine.com, 9. März 2025.
  3. a b Matt Grobar: Verve Signs 'Good Boy' Filmmaker Ben Leonberg, Will Rep His SXSW-Bound Horror-Thriller For Sales. In: deadline.com, 25. Februar 2025.
  4. a b Kristy Puchko: 'Good Boy' review: What if a dog were a horror movie hero?. In: mashable.com, 8. März 2025.
  5. a b Nate Richard: 'Good Boy' Review: This Canine-Led Horror Movie Lives Up to Its Name. In: collider.com, 8. März 2025.
  6. https://www.synchronkartei.de/film/61478
  7. https://sjboase-miller.com/
  8. 'Good Boy' Soundtrack Album Released. In: filmmusicreporter.com, 22. Juli 2025.
  9. Good Boy. In: sxsw.com. Abgerufen am 19. März 2025.
  10. The Overlook Film Festival First Wave Announcement. In: scariesthings.com, 19. März 2025.
  11. Mary Beth McAndrews: Fantasia Announces Their Final Epic Wave of 2025 Programming. In: dreadcentral.com, 3. Juli 2025.
  12. https://people.com/good-boy-horror-film-trailer-exclusive-11791931
  13. Good Boy. In: sidewalk27.sched.com. Abgerufen am 28. Juli 2025.
  14. Damian Sprenger: „Good Boy“ eröffnet das 39. Fantasy Filmfest. In: Blickpunkt:Film, 25. Juli 2025.
  15. Kate Erbland: TIFF 2025 Adds Over 50 Films to Sprawling Centrepiece Lineup, Including Titles from Richard Linklater, Christian Petzold, Shih-Ching Tsou, and More. In: indiewire.com, 5. August 2025.
  16. Lea Morgenstern: Filmfest Oldenburg mit Fokus auf Irland und Würdigung von James William Guercio. In: Blickpunkt:Film, 19. August 2025.
  17. Good Boy – Trust His Instincts. In: filmkunstmesse.de. Abgerufen am 18. September 2025.
  18. Andrew Mack: Sitges 2025: First Wave Announced, Julia Ducournau's ALPHA to Open Fest. In: screenanarchy.com, 16. Juli 2025.
  19. Jordan Ruimy: After 3M+ Trailer Views in 4 Days, IFC Announces 'Good Boy' Expanding to Wide Release on October 3. In: worldofreel.com, 23. August 2025.
  20. Good Boy. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  21. Good Boy. In: Metacritic. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  22. Steven Prusakowski: The 2025 Astra Film Awards Nominations Have Been Announced. In: awardsradar.com, 25. November 2025.
  23. Matt Neglia: The 2025 Hollywood Creative Alliance’s (HCA) Astra Film Award Winners. In: nextbestpicture.com, 10. Januar 2026.
  24. Ryan Lattanzio: Spirit Award Nominees Include 'Sorry, Baby', 'Peter Hujar’s Day', 'Train Dreams', 'Twinless', and 'The Plague'. In: indiewire.com, 3. Dezember 2025.
  25. Jeremy Kay: 'One Battle After Another' named National Board Of Review’s best film of 2025. In: screendaily.com, 3. Dezember 2025.
  26. Jonathan James: Overlook Film Festival Audience & Jury Awards Include 'The Ugly Stepsister', 'Touch Me', 'Best Wishes to All'. In: dailydead.com, 10. April 2025.
  27. SIFF 2025 Award Winners. In: siff.net, 25. Mai 2025.
  28. https://cineuropa.org/en/newsdetail/484438