Goggitsch (Gemeinde Geras)
| Goggitsch (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Goggitsch | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Horn (HO), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Horn | |
| Pol. Gemeinde | Geras | |
| Koordinaten | 48° 46′ 30″ N, 15° 40′ 38″ O | |
| Einwohner der Ortschaft | 126 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 6,45 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 03953 | |
| Katastralgemeindenummer | 10209 | |
| Zählsprengel/ -bezirk | Goggitsch (31107 004) | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Goggitsch ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Geras im Bezirk Horn in Niederösterreich. Die Ortschaft hat 126 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).[1]
Geografie
Das vom Goggitschbach durchflossene Dorf liegt südlich von Geras an der Horner Straße. Im Ort zweigt die Landesstraße L1182 ab. Zur Ortschaft gehört auch der Weiler Steidlmühle im Nordosten.
Bis Ende 1965 war Goggitsch eine eigenständige Gemeinde. Mit 1. Jänner 1966 wurde sie zusammen mit Fugnitz, Kottaun, Pfaffenreith und Trautmannsdorf im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung nach Geras eingemeindet.[2]
Geschichte
Im 13. Jahrhundert (urkundlich 1230 und 1242) befand sich die villa Gokatsch im Besitz des Landesfürsten.[3] Mit Ortlibus de Cocats wurde 1257 eine Person aus dem Ort urkundlich genannt. Ein nicht näher bezeichneter Stephan, Herr zu Goggitsch, erscheint 1319 in den Quellen.[4]
Im Urbarium von 1570 wurde Goggitsch als Khogkatsch genannt.[5] Im Ort befand sich ein Schloss, das im Besitz der Freysinger, dann der Harracher und zuletzt der Sinzendorfer stand, sowie eine 1467 gestiftete Betkapelle. Im Jahr 1620, in der Frühphase des Dreißigjährigen Krieges, brannten Schloss und Kapelle ab. Ein amtlicher Bericht, der 1637 zur finanziellen Bewertung der Herrschaft Goggitsch erstellt wurde, erwähnt außerdem einen Meierhof und ein Brauhaus. Die Überreste des Schlosses wurden 1786 veräußert. An seiner Stelle entstanden in der Folge fünf Gehöfte.[6]
Die Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens von 1840 beschreibt Goggitsch als Dorf mit 49 Häusern. Die nächstgelegene Poststation befand sich in Horn. Kirchlich und schulisch war der Ort nach Geras eingepfarrt und eingeschult. Landgericht, Orts- und Konskriptionsobrigkeit lagen bei der Herrschaft Drosendorf. Die Grundherrschaft war auf die Herrschaft Walkenstein, das Stift Geras und die Herrschaft Oberhöflein verteilt. Militärisch gehörte Goggitsch zum Werbbezirk des Linieninfanterieregiments Nr. 14.[5]
In 83 Familien lebten 156 Männer, 166 Frauen und 31 schulpflichtige Kinder. Der Viehbestand umfasste 20 Pferde, 68 Ochsen, 91 Kühe, 273 Schafe, 7 Ziegen und 118 Schweine. Die Einwohner waren teils Landwirte, teils Kleinhäusler. Ihr Besitz an Ackerland war vergleichsweise groß, an Wiesen jedoch gering. Im Ort lebten außerdem ein Fleischhauer, ein Schmied, ein Töpfer und ein Schneider. Als einziges bemerkenswertes Bauwerk wird eine einfache Betkapelle genannt.[5]
Auf den mäßig ertragreichen Böden wurden neben der Gerste die in der Region üblichen Getreidearten (Roggen, Weizen, Hafer) angebaut. Darüber hinaus gab es Hülsenfrüchte, Flachs, Klee, Kohl und Krautrüben. Die Viehzucht wurde ohne Stallfütterung betrieben und brachte nur geringe Erträge. Als Obst wurden Zwetschgen für den Eigenbedarf kultiviert. Das Klima galt als etwas milder als im übrigen Bezirk, und Wasser war ausreichend vorhanden. Die Jagd brachte vor allem Hasen und Rebhühner hervor.[5]
Aus dem Jahr 1885 gibt es Berichte über eine mit 2000 Gulden dotierte Adaptierung einer einklassigen Volksschule in Goggitsch. Im Jahr 1890 wurden dort 66 Kinder unterrichtet.[6]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Goggitsch zwei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, eine Mühle samt Sägewerk, zwei Schmiede, ein Schneider, ein Schuster und ein Tischler ansässig.[7]
Literatur
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 141.
Weblinks
- KG Goggitsch. In: geras.at.
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 13. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 30. Januar 2025. (LGBL. NÖ. Nr. 521/1966)
- ↑ Goggitsch. In: noeburgen.imareal.sbg.ac.at. Abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ Gotggitsch – Jägerhof. In: burgen-austria.com. 19. Februar 2011, abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ a b c d Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogtums Oesterreich unter der Ens. 5. Band: Viertel Ober-Manhardsberg. Wien 1840, S. 11, 12 (Volltext).
- ↑ a b KG Goggitsch. In: geras.at. Abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 255