Goetheplatz 6 (Weimar)

Am Goetheplatz in Weimar befindet sich das Wohn- und Geschäftshaus Goetheplatz 6.

Geschichte

Das Gebäude war eines der ersten Wohnbauten nach Anlegung des Platzes 1797/98 vor der Stadtmauer. Auftraggeber des 1798/99 errichteten zweigeschossigen Wohnhauses war der herzogliche Leibarzt Wilhelm Ernst Christian Huschke. Huschke behandelte auch Goethe und Schiller. Es wird angenommen, dass der Entwurf von dem Baurat Johann Friedrich Rudolf Steiner kam. Das Gebäude erlebte 1840, 1926, 1933 und bei der Sanierung 1997/98 Veränderungen. Der Bau ist teilweise unterkellert. Der dem Klassizismus zuzurechnende dreigeschossige Bau hat ein gaubenbesetztes Krüppelwalmdach. Seit 1887 beschließt es die klassizistische Hauszeile an der Westseite des Goetheplatz nach Norden hin. Über dem steinernen Erdgeschoss liegen die in Fachwerk ausgeführten Geschosse. Die achtachsige Fassade ist streng symmetrisch. Am Mittelrisaliten ist das Hauptportal. Die Mittelachse wird durch das Hauptportal, den schmalen zweiachsigen Risalit und eine Attika mit Urnenbesatz im Dachgeschoss markiert. Diese wurden 1998 rekonstruiert. In das Erdgeschoss wurden 1933 rundbogige Ladenfenster eingebrochen. Damit bekam das ursprüngliche Wohngebäude eine teilweise veränderte Nutzungsbestimmung. Zeitgleich entstand ein Kiosk in der Toreinfahrt. Schon 1926 war der Haupteingang durch einen Werksteinrahmen mit ionischen Pilastern und Architrav gestalterisch aufgewertet worden. Ursprünglich erfolgte die Erschließung über den Seiteneingang an der nördlichen Schmalseite, was 1997 geändert wurde. Das Treppenhaus mit halbgewendelter Holztreppe ist hofseitig in der mittleren Raumzone angeordnet. Klassizistische Ausstattungselemente wie Außen- und Innentüren und Holzfußböden sind erhalten. Der nördliche Seitenflügel ist eine 1996 an gleicher Stelle entstandene Kopie.[1]

Das Labyrinth-Hostel hat auch die Adresse Goetheplatz 6.[2] Hier befindet sich auch eine Haltestelle für den Linienbus.

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 376.
  2. Andrea Lämmert: Weimar, S. 27.

Koordinaten: 50° 58′ 49,9″ N, 11° 19′ 28,4″ O