Gnaeus Marcius Rustius Rufinus

Gnaeus Marcius Rustius Rufinus war ein römischer Ritter und Militär des späten 2. und frühen 3. Jahrhunderts n. Chr.

Rustius Rufinus, Sohn eines Gnaeus aus der Tribus Stellatina, stammte aus Beneventum in Samnium und gehörte dem römischen Ritterstand an. Er ist ausschließlich durch Inschriften bekannt – darunter aus Beneventum,[1] aus Abellinum,[2] aus der Stadt Rom[3] sowie aus Ostia.[4] Rustius gilt als sein primäres Gentiliz, Marcius wird oft abgekürzt oder ausgelassen. Daher scheint es wahrscheinlich, dass er ursprünglich ein Gnaeus Rustius war, der später von einem Gnaeus Marcius adoptiert wurde.

Er begann seine Karriere als Centurio ex equite Romano (vom Kaiser in den Ritterstand aufgenommen) zunächst in Rom in der XV. Stadtkohorte; danach war er als Centurio der I. Prätorianerkohorte Ausbilder der prätorianischen Reiter (exercitator equitum praetorianorum), einer Eliteeinheit in unmittelbarer Nähe des Kaisers (ca. 170–180). Schließlich wurde er zum ersten Mal Primus pilus, und zwar in der Legio III Gallica, die in Syria Phoenice stationiert war. Eine weitere frühe Aufgabe war die eines Rekrutierers (dilectator) in Transpadana (Norditalien; ca. 188).

Nach Rom zurückgekehrt, war er in den frühen 190er Jahren Tribun der VI. Kohorte der Vigiles, der XI. städtischen und der I. prätorianischen Kohorte. Sein zweites Primipilat führte ihn erneut in den Osten, in die Provinz Arabia, zur Legio III Cyrenaica. An diesem Punkt begann seine prokuratorische Laufbahn mit dem ducenarischen Amt eines Prokurator in der Provinz Syria Coele (ca. 195/198) und unmittelbar danach mit dem Kommando über die beiden prätorianischen Flotten von Ravenna (ab 198–199) und Misenum (ab 199–200; praefectus classium praetorianarum Ravennatis et Misenensis).

Schließlich war er praepositus annonae exercitus der Kaiser Septimius Severus und Caracalla, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Partherkrieg für die Versorgung der Armee zuständig. Das Amt ist von 199/200 bis vermutlich 202 zu datieren ist, also in die Zeit, in der sich die Kaiser im Osten aufhielten.

Seine Karriere endete mit dem prestigeträchtigen Amt des praefectus vigilum, in dem er zwischen 205 und 207 mit dem Titel vir eminentissimus („höchst hervorragender Mann“) belegt ist. Er war hingegen niemals Prätorianerpräfekt, wie früher angenommen wurde: Die fragmentarische Inschrift aus Ostia,[5] die ihm zugeschrieben worden war, erwies sich als diejenige des Präfekten der Vigiles Quintus Marcius Dioga.[6]

Er war verheiratet mit Salinatoria Augustina aus Ostia und Vater der Rustia Sabina, die im Kindesalter starb, als er Tribun der VI. Kohorte der Vigiles war (um das Jahr 190). Er stammte von einem Gnaeus Marcius Rufinus ab, der im Jahr 101 als der wohlhabendste Grundbesitzer Beneventums unter den in der Alimententafel der Gemeine Ligures Baebiani genannten erscheint und Land im Wert von etwa 500.000 Sesterzen verpfändete.[7]

Literatur

Einzelnachweise

  1. CIL 9, 1582, CIL 9, 1583.
  2. CIL 10, 1127.
  3. CIL 6, 1056.
  4. CIL 14, 4378, CIL 14, 4381, CIL 14, 4386, CIL 14, 4387.
  5. CIL 14, 4389.
  6. AE 1977, 154.
  7. CIL 9, 1455.