Gnaeus Domitius Lucanus

Gnaeus Domitius Afer Titius Marcellus Curvius Lucanus († 93/94) war ein römischer Senator des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Lucanus war der leibliche Sohn eines Sextus Curvius und wurde wohl kurz vor dem Jahr 42 zusammen mit seinem jüngeren Bruder Gnaeus Domitius Tullus von dem Redner Gnaeus Domitius Afer adoptiert.[1] Die Brüder stammten ursprünglich aus Foligno in Umbrien und waren dort Stadtpatrone.[2]

Lucanus durchlief die senatorische Laufbahn als Quattuorvir viarum curandarum, Militärtribun der Legio V Alaudae, Proprätorischer Quästor der Provinz Africa, Volkstribun und Prätor. Spätestens im Jahr 73 wurde er unter Kaiser Vespasian in den Patrizierstand erhoben. Danach war er Befehlshaber aller Hilfstruppen in Germanien (praefectus auxiliorum omnium adversus Germanos) während des Germanienfeldzugs von 73/74. Für seine Verdienste erhielt er von Vespasian und Titus hohe militärische Auszeichnungen: eine corona muralis, eine corona vallaris, drei hastae purae sowie drei vexilla.

Später war Lucanus prätorischer Legat der Provinz Africa (Kommandant der Legio III Augusta). Wohl unter Vespasian oder Domitian wurde er Konsul. Anschließend amtierte er als Prokonsul der Provinz von Africa (84/85). Lucanus war Mitglied des Priesterkollegiums der Septemviri epulones.

Lucanus war mit der Tochter des Titus Curtilius Mancia verheiratet. Nach familiären Konflikten wurde seine Tochter Domitia Lucilla von seinem Bruder Tullus adoptiert.[3] Lucanus setzte daher testamentarisch Tullus als Alleinerben ein. Die Brüder lebten in enger Gemeinschaft, betrieben gemeinsam umfangreiche Ziegeleiunternehmen[4] und werden auf Ziegelstempeln stets gemeinsam genannt. Ihre Eintracht wird mehrfach von Martial hervorgehoben.[5] Er starb im Jahr 93/94.[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Plinius, Briefe 8,18,5.
  2. CIL 11, 5210, CIL 11, 5211.
  3. Plinius, Briefe 8,18.
  4. CIL 15, 990.
  5. Martial, Epigramme 1,36; 5,28; 9,51.
  6. Martial, Epigramme 9,51.