Gnadenkirche (Essen-Nordviertel)
Die Gnadenkirche war eine evangelische Kirche im Nordviertel der Stadt Essen. Anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1906 wurde sie von 1957 bis 1959 errichtet, 2002 profaniert und 2008 niedergelegt.
Geschichte
Die Grundsteinlegung der Kirche an der Sternstraße (seit 1970 Zwinglistraße genannt) erfolgte 1957. Das Kirchengebäude wurde im Oktober 2002 wegen Bergschäden profaniert. Im Januar 2008 folgte der Abriss des Kirchengebäudes bis auf den Turm, der erhalten blieb.
Die größte der drei Glocken, die bereits in der Vorgängerkirche hingen, erhielt das Ruhr Museum. Die mittlere fand ihren neuen Platz in einem Gerüst vor dem Gemeindehaus an der Zwinglistraße 28. Die kleine Glocke wurde dort auf einer Wiese aufgestellt.
Vorgängerbau
Die Grundsteinlegung des etwas weiter westlich an der Süderichstraße gelegenen und 800 Plätze umfassenden Vorgängerbaus erfolgte am 24. September 1904[1], die Einweihung am 15. März 1906. Die Einweihungsfeierlichkeiten begannen mit einer Andacht in der Marktkirche. Von dort setzte sich anschließend ein Festzug mit zwei Posaunenchören, zwei Konfirmandenklassen, dem Presbyterium, der Baukommission, den Pfarrern, den Vertretern der Vereine und der staatlichen und weltlichen Gäste in Bewegung. Die Häuser der am Festzug liegenden Straßen waren beflaggt. An der Gnadenkirche angekommen erhielt Generalsuperintendent Valentin Umbeck die Kirchenschlüssel, die er an Pfarrer Hasse weitergab. Umbeck verkündete, dass die Kaiserin Auguste Viktoria der Kirche eine eigenhändig gewidmete Altarbibel schenkt. Die Widmung lautete: Der Evgl. Gnadenkirche in Essen zur Erinnerung am 15. März 1906. Galat. 6,2: Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Auguste Viktoria, Kaiserin und Königin.[2]
Die Kirchenorgel stammte von der Firma W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder), die Turmuhr von der Firma J. F. Weule.[3] Im Juli 1907 erhielt der Chor ein dreiteiliges Fenster im frühgotischen Stil, das das Abendmahl darstellte. Es wurde von ansässigen Bürgern gestiftet und stammte aus dem Atelier der Glasmalerei Schmitz & Ellenbeck aus Rüttenscheid.[4]
Die drei noch existierenden Glocken mit einem Gesamtgewicht von 2540 Kilogramm, gegossen im Jahr 1905 im Bochumer Verein, haben die Schlagtöne e', g' und b'. Die mittlere Glocke hat die Inschrift Laß mich frühe hören deine Gnade aus dem Psalm 143,8, die kleine Glocke Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich. aus dem Psalm 89,2. Die große Glocke trägt keine Inschrift.
Kriegsschäden, Bergschäden und Schwammbefall führten zur Niederlegung im Februar 1954.
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Neue evangelische Kirche. In: Essener Volkszeitung vom 28. September 1904
- ↑ Einweihung der Gnadenkirche der evangelischen Gemeinde Essen. In: Rheinisch-Westfälischer Anzeiger vom 16. März 1906
- ↑ Von der Gnadenkirche. In: Rheinisch-Westfälischer Anzeiger vom 27. Juli 1905
- ↑ Stiftung eines Glasfensters. In: Essener Volkszeitung vom 17. Juli 1907
Koordinaten: 51° 28′ 4,9″ N, 7° 1′ 5,3″ O