Gloria (Brandschutz)

GLORIA GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 1945
Sitz Wadersloh
Leitung Georges El Hajj
Mitarbeiterzahl 91[1]
Umsatz 48,9 Mio. EUR[1]
Branche Brandschutztechnik
Website www.gloria.de
Stand: 31. Dezember 2020

Die Gloria GmbH (Eigenschreibweise: GLORIA) ist ein 1945 gegründetes Brandschutzunternehmen, das tragbare sowie fahrbare Feuerlöschgeräte, Systeme für Feuerwehrfahrzeuge und Objektschutzanlagen sowie Löschwassertechnik produziert. Eigenen Angaben zufolge ist es Europas größter Hersteller von tragbaren Feuerlöschern.

Geschichte

Firmengründer Heinrich Schulte-Frankenfeld war Teilhaber einer Feuerlöscherfabrik im Sudetenland und siedelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg im westfälischen Gütersloh an.[2] Am 26. August 1945 gründete er offiziell die „Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik und Pflanzenschutzgeräte“.[2] Das Unternehmen hatte seinen Sitz in einem Gartenhaus und beschränkte sich anfangs auf die Reparatur und Instandhaltung von Feuerlöschern und Pflanzenschutzgeräten. Schon 1946 stieg es auch in den Handel mit diesen Produkten ein, 1947 produzierte sie mit dem „Gloria Handzerstäuber“ auf Basis des Filters der Volksgasmaske ihr erstes eigenes Produkt. Die expandierende Firma zählte im Jahr darauf schon 50 Beschäftigte und bezog erstmals größere Räumlichkeiten.[3] Auf Basis eines 1932 konstruierten Pulverlöschers für Kraftfahrzeuge wurden um 1950 die ersten eigenen Feuerlöscher entwickelt.[2] Bei diesen handelte es sich um Geräte, wie sie in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg verbreitet waren, die heute üblichen Feuerlöscher mit Schlauch und Aufladung durch Druckpatrone kamen erst Mitte der 1950er Jahre auf den Markt. 1951 wurde die Wortmarke „GLORIA“ im Markenregister registriert,[4] etwa ab Mitte der 1950er Jahre trug die Firma den langjährigen Namen „Gloria-Werke H. Schulte-Frankenfeld KG“.

Der zunehmende Erfolg der Firma machte eine weitere Vergrößerung der Geschäftsräume nötig, weshalb sie 1952 ins nahegelegene Wadersloh zog, das dauerhafter Unternehmenssitz blieb. Hier wurde von nun an in den eigenen Geschäftsräumen produziert. Ende 1955 war der Jahresumsatz bereits auf zwei Millionen DM angestiegen. 1962 exportierten die Gloria-Werke ihre Produkte bereits in über 50 Länder. 1963 wurde in Marienfeld (Harsewinkel) ein Zweigwerk eröffnet, das für die Produktion der Pflanzenschutzgeräte zuständig war. 1972 wurde die Kommanditgesellschaft (KG) in eine GmbH & Co.KG umgewandelt.[4] Zum 25. Firmenjubiläum wurde 1970 ein neues Verwaltungsgebäude eröffnet. Insbesondere seit den 1970er Jahren baute das Unternehmen seine Marktposition deutlich aus.[5]

1989 folgten ein Schulungszentrum, sodass neben einigen anderen Erweiterungen das Betriebsgelände im Jahr 1990 eine Fläche von 230.000 m² aufwies.[3] 1993 wird die britische Tochterfirma GLORIA plc., fire extinguishers gegründet, 2000 folgen die spanische GLORIA Extintores, S.L. und die französische GLORIA Extincteurs SAS.[4] In den 1990er Jahren entwickelten die Gloria-Werke „Design-Feuerlöscher“ sowie ein Brandschutz- und Rettungsfahrzeug als Smart, der beispielsweise bei Werksfeuerwehren, Großveranstaltungen oder anderen Anwendungsbereichen mit engen räumlichen Verhältnissen eingesetzt werden kann.[3]

Im März 2004 kaufte die amerikanische Kidde-Gruppe die Gloria-Werke, die seitdem Gloria GmbH heißen. Die Pflanzenschutzsparte wurde zur GLORIA Haus- und Gartengeräte GmbH ausgelagert und 2005 an die Brill Gartengeräte GmbH verkauft,[6] woraufhin das Zweigwerk Marienfeld geschlossen wird. Kidde wird im selben Jahr von der amerikanischen UTC Fire & Security des amerikanischen Elektronik- und Rüstungskonzerns United Technologies Corporation (UTC) übernommen, die Brill Gartengeräte GmbH 2009 von AL-KO Kober.[7] Im Jahr 2007 wurde die Produktion in Wadersloh aufgegeben und ca. 400 Arbeitsplätze abgebaut. Die Produktion wurde nach Ropczyce in der Woiwodschaft Karpatenvorland in Polen verlagert.[3]

Produkte

Gloria exportiert in über 125 Länder der Welt.

Unter den Marken Adler und Protex vertreibt das Unternehmen weitere Feuerlöscher.

Anfang Januar 2009 kam es zu einer Produktwarnung vor Feuerlöschern der Marken Gloria, Protex und Adler. Betroffen waren mehrere hunderttausend Feuerlöscher, die von Januar 2007 bis Oktober 2008 produziert worden waren.[8]

Im Jahr 2019 wurde an der Universität Kassel ein virtuelles Feuerlöschsystem entwickelt. Der Feuerlöscher kommuniziert dabei mit seiner virtuellen Trainingsumgebung welche Brände in verschiedenen Situationen simuliert. Dieses System ist für die Ausbildung von Feuerwehrleuten und Brandschutzhelfern hilfreich. Das Brandschutzunternehmen Gloria GmbH wird die Kommerzialisierung der Erfindung übernehmen.

Commons: Gloria (company) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Jahresabschluss per 31. Dezember 2020, veröffentlicht auf bundesanzeiger.de, abgerufen am 23. Januar 2023
  2. a b c Feuerwehrgeschichte von Wolfgang Hornung. Gloria GmbH, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  3. a b c d Vom 2-Mann Betrieb zum Unternehmen mit Weltgeltung. In: www.gloria.de. Gloria GmbH, abgerufen am 24. Juli 2024.
  4. a b c Gloria Feuerlöscher – Ein weltweit bekannter Anbieter. Feuerlöscher.at, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  5. 80 Jahre Gloria: Brandschutz neu definiert – nachhaltig, digital und weltweit vernetzt. GIT Sicherheit, 15. Dezember 2025, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  6. Philosophie. In: www.gloriagarten.de. GLORIA Haus- und Gartengeräte GmbH, abgerufen am 19. November 2018.
  7. Marktposition unter Rasenmäher-Herstellern in Europa ausgebaut. In: www.augsburger-allgemeine.de. Augsburger Allgemeine, 22. September 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. April 2019; abgerufen am 19. November 2018.
  8. Matthias Holland-Letz: Feuerlöscher: Mängel mit Folgen. In: www.wdr.de. Westdeutscher Rundfunk Köln, 9. Februar 2009, archiviert vom Original am 16. April 2009; abgerufen am 19. November 2018.