Globussyndrom

Klassifikation nach ICD-10
R13 Dysphagie
F45.8 Sonstige somatoforme Störungen
- Dysphagie, einschließlich „Globus hystericus“
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
DD90.0 Globus
ICD-11: EnglischDeutsch (Entwurf)

Das Globussyndrom oder Globusgefühl (lateinisch Globus hystericus oder Globus pharyngis) ist hauptsächlich durch das Gefühl gekennzeichnet, bei sonst unbehindertem Schluckakt einen „Kloß“ im Hals zu haben und eventuell auch schlechter atmen zu können.

Bei einem Globussyndrom ist das Schlucken von Speichel bzw. das leere Schlucken unangenehm oder schmerzhaft, das Atmen kann als erschwert und anstrengend empfunden werden. Ein Zwang, sich zu räuspern, und geringfügige Stimmstörungen können ebenfalls bestehen.

Therapie

Für die Abklärung körperlicher (organischer) Ursachen ist eine Untersuchung der inneren und äußeren Halsorgane erforderlich:

Endoskopische Untersuchung des Schlundes (Pharynx), des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea) auf organische Ursachen wie besonders Entzündungen, gut- oder bösartige Tumoren oder Fremdkörper. Ein Rückfluss von Magensäure (Refluxerkrankung / Laryngitis gastrica) kann diese Symptomatik bewirken.

Diagnostik

Für die Abklärung körperlicher (organischer) Ursachen ist eine Untersuchung der inneren und äußeren Halsorgane erforderlich:

Über eine Röntgenuntersuchung ist der Ausschluss einer Osteochondrose der Halswirbelsäule und eines verlängerten Griffelfortsatzes (lat. Processus styloideus) des Schläfenbeins mit einer daraus resultierenden Styalgie möglich. Weitere mögliche Auslöser sind Verspannungen der Halsmuskulatur, Narben nach Hals-Operationen und Vergrößerungen/Knoten der Schilddrüse (z. B. Struma).

Das Globusgefühl ist ein häufiger Begleiter von Stimmstörungen (Dysphonie).

Bei unklaren Schluckbeschwerden sollte eine Röntgenkinematografie (Röntgenvideografie) – eine Ösophagusdarstellung – während des Schluckakts durchgeführt werden.

Nach Ausschluss organischer Gründe für das Globusgefühl ist an psychosomatische Ursachen wie z. B. Stress oder an eine somatisierte Depression zu denken.

Therapie

Die Behandlung des Globussyndroms (Globus pharyngis) richtet sich nach dem zugrunde liegenden Mechanismus und erfolgt in der Regel nach Ausschluss organischer Ursachen. Ziel ist es, den Leidensdruck zu reduzieren und den sich häufig selbst verstärkenden Regelkreis aus Missempfindung, Angst und muskulärer Anspannung zu durchbrechen.

Aufklärung und reassurance Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist die ausführliche ärztliche Aufklärung. Vielen Betroffenen hilft bereits die verständliche Erklärung, dass es sich um eine gutartige, funktionelle Störung handelt und keine schwerwiegende Erkrankung (z. B. Tumor) vorliegt. Die Demonstration unauffälliger laryngoskopischer Befunde kann zur Reduktion von Angst und Symptomfokussierung beitragen.

Manuelle Therapie der Hals- und Kehlkopfmuskulatur Bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten findet sich eine übermäßige Anspannung der paralaryngealen und pharyngealen Muskulatur. In diesen Fällen kann eine gezielte manuelle Behandlung, insbesondere die sogenannte laryngeale osteopathische Therapie, eingesetzt werden. Dabei werden verspannte Muskelgruppen im Bereich von Kehlkopf, Zungenbein, Mundboden und Schlundschnürern vorsichtig gedehnt und mobilisiert. Diese Therapieform ist keine Massage, sondern eine strukturierte manuelle Technik, die von entsprechend geschulten Ärztinnen/Ärzten oder Therapeutinnen/Therapeuten durchgeführt wird. Häufig berichten Betroffene bereits nach wenigen Sitzungen über eine deutliche Besserung der Symptome

Stimm- und funktionelle Therapie Bestehen Fehlspannungen im Zusammenhang mit der Stimmgebung (z. B. zu hohe Sprechstimmlage, unökonomische Stimmtechnik oder ungünstige Kopf-Hals-Haltung), kann eine logopädische Stimmtherapie sinnvoll sein. Ziel ist es, neue, ökonomischere Bewegungs- und Atemmuster zu erlernen und die Belastung der Halsmuskulatur dauerhaft zu reduzieren Psychosomatische und psychotherapeutische Ansätze

Therapieziele Übergeordnetes Ziel aller Therapieansätze ist es, die muskuläre Fehlspannung zu reduzieren, das Körper- und Symptomverständnis der Betroffenen zu verbessern und den Kreislauf aus Stress, Anspannung und Fremdkörpergefühl nachhaltig zu durchbrechen.

Siehe auch

Literatur

  • Susanne Fleischer, Markus Hess, Jacob Lieberman: Gezielte Muskeldehnung gegen den Kloß im Hals. In: HNO-Nachrichten. Band 47, Nr. 3, 2017.
  • K. Seifert: Das sog. Globus-Syndrom. In: Therapiewoche. 39/1989, S. 3123.
  • R. Finkenbine, J. Miele: Globus hystericus: a brief review. In: General Hospital Psychiatry. 26/2004, S. 78–82. PMID 14757307
  • J. Sun u. a.: Study on the function of pharynx upper esophageal sphincter in globus hystericus. In: World J Gastroenterol. 8/2002, S. 952–955. PMID 12378649
  • E. M. Cybulska: Globus hystericus or depressivus? In: Hosp Med. 59/1998, S. 640–641. PMID 9021868
  • A. Mazza u. a.: Successful surgical treatment of „globus hystericus“. In: Minerva Gastroenterol Dietol. 45/1999, S. 51–54. PMID 16498315
  • V. Leelamanit u. a.: Cisapride in the treatment of globus hystericus. In: Adv Otorhinolaryngol. 51/1997, S. 112–124. PMID 9017080
  • L. P. Gray: The relationship of the ‘inferior constrictor swallow’ and ‘globus hystericus’ or the hypopharyngeal syndrome. In: J Laryngol Otol. 97/1983, S. 607–618. PMID 6875362
  • S. R. Brown u. a.: Globus hystericus syndrome responsive to antidepressants. In: Am J Psychiatry. 143/1986, S. 917–918. PMID 3717436