Glaukias (Mediziner)
Glaukias[1] (altgriechisch Γλαυκίας; † etwa Oktober 324 v. Chr. in Ekbatana) war ein wohl aus Griechenland stammender Arzt. Er wurde auf Befehl Alexanders des Großen hingerichtet, weil er dessen erkrankten engen Freund Hephaistion nicht hatte heilen können.
Glaukias wird in den antiken Quellen nur im Zusammenhang mit Hephaistions Tod erwähnt. Alexander hatte im Herbst 324 v. Chr. in Ekbatana Feste mit ausgiebigen Trinkgelagen veranstaltet. Hephaistion erkrankte wohl wegen übermäßigen Alkoholkonsums an einem nicht genauer spezifizierbaren Fieber. Glaukias behandelte ihn, doch Hephaistion hielt sich nach dem Bericht des antiken Biographen Plutarch nicht an die von seinem Arzt verordnete strenge Diät. Sobald Glaukias ihn verlassen hatte und ins Theater gegangen war, verspeiste Hephaistion einen gekochten Hahn und trank viel Wein dazu. Dadurch stieg sein Fieber, und er starb am siebten Tag nach dem Ausbruch seiner Krankheit.[2] Als Alexander von der Verschlechterung von Hephaistions Gesundheitszustand erfuhr, eilte er zu ihm, traf ihn aber nicht mehr lebend an.[3] Der König trauerte unmäßig um seinen Freund und ließ Glaukias laut Arrian wegen Verordnung einer unpassenden Medizin oder mangelhafter Beobachtung der Diät des Patienten erhängen.[4] Plutarch gibt hingegen an, dass Glaukias auf Alexanders Befehl gekreuzigt worden sei.[5]
Literatur
- Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-4051-1210-7, S. 126.
- Siegfried Lauffer: Alexander der Große. 3. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1993, ISBN 3-423-04298-2, S. 177 f.
- Hans Gossen: Glaukias 9). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VII,1, Stuttgart 1910, Sp. 1399 f.