Gerolamo Giovenone

Gerolamo Giovenone, auch Girolamo Giovenone, (* um 1490 in Novara; † zwischen dem 27. August und 9. September 1555 in Vercelli) war ein italienischer Maler aus der Malerfamilie Giovenone.

Leben

Gerolamo Giovenone hat mehrere datierte Werke hinterlassen. 1513 malte er ein Altarbild im Museum Leone zu Vercelli, das die Madonna mit Kind zeigt, flankiert von den Heiligen Johannes der Täufer und Florian. Sein charakteristischer Stil zeigt runde Gesichtsformen, fein geschnittene Münder und lebendige Farben. Ein weiteres Werk aus 1514 befindet sich in der Turiner Pinakothek, ebenfalls mit Mariendarstellung und kann mit dem Altarbild in Vercelli verglichen werden. Ein Triptychon von 1527 in der Galerie zu Bergamo zeigt den hl. Michael und die hl. Lucia sowie die Madonna und ist reich an Architektur. In der Kirche Santa Agata zu Santhiä gibt es ein mehrteiliges Gemälde aus 1531.

Zusätzlich gibt es auch undatierte Werke von Giovenone, wie die Anbetung des Kindes im Musen Leone in Vercelli, die seinen Jugendstil zeigt. Der Hintergrund der Malerei ist eine perspektivische Straßenansicht. In der Turiner Pinakothek fand sich ein weiteres nicht datiertes Gemälde, das als Spätwerk gilt. Dieses zeigt Einflüsse von Gaudenzio Ferrari, was jedoch zur Abnahme von Gerolamos ursprünglicher Frische führte. Unter den dargestellten Figuren sind Maria mit Kind sowie vier Heilige, darunter Maria Magdalena und Katharina.

Ein weiteres Werk ist die Anbetung des Kindes im Oratorio di San Bernardino zu Vercelli, die ebenfalls an die Kunst von Gaudenzio und Defendente Ferrari erinnert. In der Kirche Sta Giuliana in Vercelli werden Giovenone Fresken zugeschrieben, die jedoch wahrscheinlich von Gehilfen stammen. Zu den weiteren ihm zugeschriebenen Werken gehören die Madonna del Rosario in Gattinara und die Madonna mit Heiligen in der National Gallery in London.

Das Altarbild mit dem hl. Ambrosius in der Kirche San Francesco wird Giovenone originär zugeschrieben. Ein Dokument aus dem Jahr 1527 belegt, dass das Altarbild auf Auftrag der Genossenschaft von S. Ambrogio in Vercelli entstand. Giovenone gilt als der letzte Vertreter der alten Malerschule von Vercelli, dessen spätere Werke bereits den Einfluss jüngerer Künstler zeigen. Er vereinte alte Techniken mit neuen Entwicklungen und spielte eine wichtige Rolle in der Weitergabe solider Maltechniken.

Die künstlerische Tradition der Familie Giovenone wurde hauptsächlich von den jüngeren Mitgliedern getragen, wie den Söhnen und Neffen von Gerolamo. Auch zwei seiner Brüder, Giovanni Pietro und Giuseppe, waren Maler und Zimmermeister. Sie scheinen jedoch weniger künstlerisch innovativ gearbeitet zu haben als Gerolamo, da in Dokumenten über ihre Arbeiten oft nur Gerolamo namentlich erwähnt wird. Gerolamo hinterließ drei Söhne, die auch Maler waren: Giuseppe, Amadeo und Giovanni Paolo, die bis 1583 gemeinsam aktiv waren. Ein weiterer Sohn, Pietro Antonio, starb anscheinend früh und wird nicht in den Erbteilungen erwähnt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Girolamo Giovenone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien