Giovanni d’Aragona

Giovanni d’Aragona bzw. deutsch auch Johannes von Neapel (* 25. Juni 1456 in Neapel; † 17. Oktober 1485 ebenda) war Erzbischof von Tarent und später Kardinal der römisch-katholischen Kirche. Er entstammte dem aragonesischen Adelsgeschlecht der Trastámara und war ein Sohn von König Ferdinand I. von Neapel.

Leben

Giovanni wurde am 25. Juni 1456 in Neapel geboren[1]. Er war das vierte von sechs Kindern die König Ferdinand mit seiner Frau Isabella von Clermont gemeinsam hatte.

Als zweitjüngster von vier Söhnen schlug Giovanni schon früh eine geistliche Laufbahn ein. So wurde er am 12. Juli 1465, kurz nach seinem neunten Geburtstag, Apostolischer Protonotar[1]. Am 10. November 1477 wurde er zum Apostolischen Administrator von Tarent ernannt, dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Lebensende. Durch Papst Sixtus IV. wurde er am 10. Dezember 1477 im Konsistorium zum Kardinaldiakon ernannt und empfing zwei Tage darauf am 12. Dezember 1477 das Diakonat von Sant’Adriano al Foro. Drei Monate später erhielt er durch den Papst den Prälatenhut.

Vom 20. Januar 1479 bis zum 14. Mai 1479 war er als Apostolischer Administrator von Badajoz tätig. Am 10. April 1479 ernannte ihn der Papst zum päpstlichen Legaten des Königreichs Ungarn. Am 14. Januar 1480 wurde er Kardinalpriester. Für seine diplomatischen Aufgaben verließ er Rom am 31. Januar 1480 und kehrte am 31. August 1480 zurück.

Am 10. September 1483 erhielt er die Ernennung zum päpstlichen Legaten neben Ungarn auch im Heiligen Römischen Reich. Am 19. August 1484 kehrte er nach Rom zurück, um am Konklave teilzunehmen, bei dem Papst Innozenz VIII. gewählt wurde.

Sein Vater, König Ferdinand von Neapel, bestellte ihn daraufhin zum Gouverneur und Vizekönig der Provinz Bari. Anfang Oktober 1485 wurde Giovanni im Auftrag seines Vaters zum Papst nach Rom entsandt. Während seiner Ankunft in Rom, das zu dieser Zeit von einer schweren Epidemie heimgesucht wurde, erkrankte er und verstarb kurz darauf am 17. Oktober 1485 an Fieber[1]. Seine Grabstätte befindet sich in der Kirche Santa Sabina in Rom.

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Einzelnachweise

  1. a b c The Cardinals of the Holy Roman Church - Biographical Dictionary - Consistory of December 10, 1477 (englisch). Abgerufen am 17. September 2025