Giovanni Battista Altieri (Kardinal, 1673)
Giovanni Battista Altieri der Jüngere (auch Giambattista Altieri; * 3. August oder 6. August 1673 in Rom; † 12. März 1740 ebenda) war ein italienischer Bischof und Kardinal.
Leben
Herkunft und Werdegang
Giovanni Battista Altieri entstammte einer bedeutenden römischen Adelsfamilie. Er war der Sohn von Gaspare Paluzzi Altieri und Laura Altieri, Großneffe von Papst Clemens X. (ursprünglich Emilio Bonaventura Altieri), Bruder des Kardinals Lorenzo Altieri, Neffe des Kardinals Paluzzo Paluzzi Altieri degli Albertoni und Onkel des Kardinals Vincenzo Maria Altieri. Er studierte an der Universität La Sapienza in Rom und wurde am 22. März 1703 zum Doctor iuris utriusque promoviert. Bereits am 6. Juni 1702 wurde er zum Vizelegaten in Urbino ernannt, ein Amt, das er bis 1706 bekleidete. Am 14. Juni 1703 erhielt er das Amt eines Referendars an den Gerichtshöfen der Apostolischen Signatur; am 31. Mai 1706 wurde er Kleriker der Apostolischen Kammer, deren Dekan er später wurde. Am 6. Juni 1724 empfing er die Niederen Weihen.[1]
Bischof und Kardinal
Am 12. Juni 1724 wurde er – mit Dispens wegen noch nicht empfangener Weihen – zum Titularerzbischof von Tyrus ernannt. Er empfing die Weihe zum Subdiakon am 24. Juni, die Diakonenweihe am 30. Juni und die Priesterweihe am 12. Juli 1724. Die Bischofsweihe spendete ihm am 16. Juli 1724 in der Cappella Paolina des Quirinalspalastes Papst Benedikt XIII. selbst; Mitkonsekratoren waren Giovanni Francesco Nicolai O.F.M.Ref., Apostolischer Vikar von Houkouang, und Niccolò Maria Lercari, Sekretär der Konsistorialkongregation. In derselben Zeremonie wurde auch Prospero Lorenzo Lambertini, der spätere Papst Benedikt XIV., zum Bischof geweiht.[1]
Papst Benedikt XIII. erhob Altieri im Konsistorium vom 11. September 1724 zum Kardinalpriester und gewährte ihm eine Dispens, da sein Bruder bereits Mitglied des Kardinalskollegiums war. Am 20. November 1724 erhielt er das rote Birett und den Titel von San Matteo in Via Merulana.[1]
Altieri nahm am Konklave 1730 teil, das Papst Clemens XII. wählte. Vom 3. März 1732 bis 19. Januar 1733 war er Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums. Am 26. Januar 1739 optierte er für die Kardinalsklasse der Bischöfe und das suburbikarische Bistum Palestrina.[1]
Während des Konklaves von 1740, das Papst Benedikt XIV. hervorbrachte, erlitt Altieri am 12. März 1740 in Rom einen Schlaganfall, dem er erlag. Drei Jahre zuvor war er bereits von einer Apoplexie betroffen gewesen.[1]
Er wurde in der Kirche Santa Maria sopra Minerva in Rom aufgebahrt und in der Familienkapelle der Altieri beigesetzt. Sein Vermögen vermachte er der Kirche Santa Caterina de’ Funari, deren Protektor er gewesen war.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Altieri, iuniore, Giambattista. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch), abgerufen am 17. Oktober 2025.