Giovanni Antonio Fasolo
Giovanni Antonio Fasolo (* um 1530; † 26. August 1572 in Vicenza) war ein italienischer Maler.
Leben
Giovanni Antonio Fasolo war Schüler von Giovanni Battista Zelotti und Paolo Veronese und stammte aus einer Handwerkerfamilie. Fasolo wuchs angeblich im Haus des Grafen Gualdo auf und heiratete um 1552 die Tochter des Patriziers Battista Trissino. Da er in einer Quittung von 1552 nicht als „pittore“ bezeichnet wird, ist anzunehmen, dass er sich erst später der Malerei widmete. Er könnte identisch mit einem „Antonio pitore“ sein, der 1556 in Venedig für Arbeiten an einem Werk von Veronese bezahlt wurde, wobei seine Tätigkeit wahrscheinlich auf ornamentale Teile beschränkt war.
Fasolo malte 1557 und 1562 Dekorationen für das Theater der Olimpici in Vicenza und wurde später als Akademiemitglied anerkannt. Nach seinem Tod wurde sein Porträt in das Theater eingebaut. Er arbeitete auch mit Veronese und Zelotti am Freskenschmuck des Palazzo Porto in Thiene, wo einige seiner Werke als eigenständig gelten. Sein frühestes bestätigtes Tafelbild stammt von 1560 und befindet sich in der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig.
Sein Hauptwerk, „Der Teich Bethesda“, zeigt eine große Komposition mit der Heilung eines Gichtbrüchigen. In Vicenza gibt es noch Fresken, die er geschaffen hat, darunter „Drachenkampf“ und „Marter des hl. Georg“. Viele andere Werke Fasolos sind verloren gegangen oder verschollen. Die Wandmalereien, die ihm zugeschrieben werden, können nur durch Stilanalysen belegt werden. Zu den wichtigsten gehören Szenen im Palazzo Monti, Casa Cogolo und Palazzo Caldogno.
Ridolfi bezeugt auch einige Deckenbilder, an denen Fasolo gearbeitet hat, unter anderem im Palazzo Prefettizio. Viele seiner Werke sind jedoch unauffindbar, und einige waren in Vicenza bekannt. Das Museum in Dresden besitzt ein Bildnis einer Venezianerin von Fasolo. Er stellte auch Darstellungen wie „Einzug Christi in Jerusalem“ und „Anbetung der Könige“ in einem alten Inventar auf.
Fasolo entwickelte seinen Stil schnell. In seiner Frühzeit orientierte er sich stark an Veronese, wobei seine Figuren schlank und die Farben hart waren. Später wurde seine Komposition freier und sein Pinselstrich kräftiger. Besonders unabhängig zeigte er sich in den Fresken des Palazzo Caldogno, wo er seine anatomischen Fähigkeiten gut zur Schau stellte. Laut Ridolfi kam Fasolo ums Leben, weil ein Rivale sein Gerüst zum Wanken brachte, und es wurde Veronese die Schuld gegeben. Es gibt jedoch keine Beweise, dass Veronese eifersüchtig auf Fasolo war.
Werke (Auswahl)
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Mariä Himmelfahrt, Santuario Madonna dei Miracoli, Saronno
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Sofonisba before Masinissa und Mucius Scaevola, 1560–1565, Palazzo Porto Colleoni Thiene
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Familienporträt, 1565, John and Mable Ringling Museum of Art
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Bildnis einer jungen Frau, 1565–1570, Art Institute of Chicago
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Einladung zum Tanz, 1570, Villa Caldogno
Literatur
- Robert Darmstaedter: Künstlerlexikon. Über 4400 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak, Herrsching 1986, ISBN 978-3-88199-300-5, S. 220.
- Fasolo, Giovanni Antonio. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 11: Erman–Fiorenzo. E. A. Seemann, Leipzig 1915, S. 283–285 (Textarchiv – Internet Archive).