Giorgio Bergamasco
Giorgio Bergamasco (* 30. Januar 1904 in Mailand; † 27. Dezember 1990) war ein italienischer Politiker des Partito Liberale Italiano (PLI), der unter anderem von 1958 bis 1976 Mitglied des Senato della Repubblica sowie von 1972 bis 1973 Minister ohne Geschäftsbereich für die Beziehungen zum Parlament war.
Leben
Giorgio Bergamasco war nach einem Studium der Rechtswissenschaften als Rechtsanwalt tätig und war für die Liberale Partei PLI (Partito Liberale Italiano) Mitglied des Gemeinderates von Ello, Vizepräsident sowie Präsident des Vereins für Soziale Wiedergeburt (Associazione rinascita sociale) von Mailand und Mitglied des Verwaltungsrates der Dinamo-Gesellschaft (Società Dinamo). Er wurde bei den Parlamentswahlen am 25. Mai 1958 für den PLI erstmals zum Mitglied des Senats (Senato della Repubblica) gewählt und gehörte diesem nach seinen Wiederwahlen am 28. April 1963, 19./20. Mai 1968 und 7. Mai 1972 als Vertreter der Region Lombardei von der dritten bis zum Ende der sechsten Legislaturperiode an. In der dritten Legislaturperiode war er Mitglied der „Gemischten Fraktion“ (Gruppo Misto) und gehörte zwischen dem 9. Juli 1958 und dem 15. Mai 1963 dem Ständigen Senatsausschuss für Finanzen und Schatz (5ª Commissione permanente (Finanze e tesoro)) als Mitglied an.[1] In der darauf folgenden vierten Legislaturperiode fungierte er zwischen dem 1. Juli 1963 und dem 4. Juni 1968 als Vorsitzender der nunmehr eigenständigen PLI-Fraktion und war vom 3. Juli 1963 bis zum 4. Juni 1968 Mitglied des Ständigen Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten (3ª Commissione permanente (Affari esteri)). Daneben fungierte er zwischen dem 11. März 1964 und dem 4. Juni 1968 als Sekretär des Parlamentarischen Ausschusses für Amtsenthebungsverfahren (Commissione parlamentare per i procedimenti di accusa).[2]
Bergamasco, der sich auch als Berater der Königlich Italienischen Gesellschaft (Reale compagnia italiana) von Mailand und als Präsident der Mailänder Sektion der 1955 gegründeten Vereinigung für den Schutz des Kultur-, Kunst- und Naturerbes Italia Nostra engagierte, war in der fünften Legislaturperiode vom 5. Juni 1968 bis zum 24. Mai 1972 weiterhin Vorsitzender der PLI-Fraktion. Daneben fungierte er zwischen dem 5. Juni 1968 und dem 24. Mai 1972 als Mitglied des Geschäftsordnungsausschusses (Giunta per il regolamento), vom 5. Juli 1968 bis zum 24. Mai 1972 abermals als Mitglied des Ständigen Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten sowie ferner zwischen dem 24. Juli 1968 und dem 24. Mai 1968 als Mitglied des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Gemeinschaft (Giunta per gli affari delle Comunità Europee).[3]
1970 wurde er als Rechtsanwalt nach dem Tode von Marquis Camillo Casati Stampa di Soncino Vormund von dessen Tochter Anna Maria Casati Stampa di Soncino, die mit 19 Jahren als nach damaligen italienischem Recht Minderjährige die Villa San Martino in Arcore erbte. Er fungierte des Weiteren zeitweise als Präsident des Immobilienunternehmens Malidad und als Berater der Pferdezuchtförderungsgesellschaft (Società incoraggiamento razza equina). In der sechsten Legislaturperiode war er vom 26. Mai bis zum 25. Juni 1972 zunächst weiterhin Vorsitzender der PLI-Fraktion und wurde daraufhin von Manlio Giovanni Brosio[4] abgelöst. Er selbst wurde am 26. Juni 1972 als Minister ohne Geschäftsbereich für die Beziehungen zum Parlament (Ministro senza portafoglio per i rapporti con il Parlamento) in das Kabinett Andreotti II berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 5. Juli 1973.[5] Er gehörte zudem zwischen dem 4. Juli 1972 und dem 4. Juli 1976 noch einmal dem Ständigen Senatsausschuss für Finanzen und Schatz als Mitglied an, wobei er während seiner Amtszeit als Minister von Francesco Arena (4. Juli bis 10. Oktober 1972)[6] beziehungsweise Manlio Giovanni Brosio (11. Oktober 1972 bis 7. Juli 1973) als Ausschussmitglied vertreten wurde. Zuletzt war er vom 9. Juli 1975 bis zum 4. Juli 1976 noch Mitglied des Ausschusses für Wahlen und parlamentarische Immunitäten (Giunta delle elezioni e delle immunità parlamentari).[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Giorgio Bergamasco (3. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giorgio Bergamasco (4. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giorgio Bergamasco (5. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Manlio Brosio (6. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ II Governo Andreotti (26 giugno 1972–7 luglio 1973). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Francesco Arena (6. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giorgio Bergamasco (6. Legislaturperiode). In: Senato della Repubblica. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch).