Ginzersdorf
| Ginzersdorf (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Ginzersdorf | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Mistelbach (MI), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Mistelbach | |
| Pol. Gemeinde | Großkrut | |
| Koordinaten | 48° 37′ 34″ N, 16° 43′ 18″ O | |
| Höhe | 175 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 235 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 7,21 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 05046 | |
| Katastralgemeindenummer | 15110 | |
| Die Pestsäule nördlich der Kirche | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Ginzersdorf (früher auch Günzersdorf) ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Großkrut im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich mit 235 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1966 bildete Ginzersdorf eine selbständige Ortsgemeinde.[2]
Geografie
Das Dorf an der Landesstraße L3039 wird vom Ginzersdorfer Bach durchflossen, der hier in den Poysbach mündet. Zur Ortschaft zählen auch das Kellergassensystem Sätzen sowie die Ameismühle an der Zaya. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 162 Adressen.[3]
Geschichte
Die hiesigen Bewohner waren Bauern und pflanzten auf ihren Äckern Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, wobei die Ganzlehner mit 30–40 Joch und die Halblehner mit der Hälfte bestiftet waren. Weiters betrieben sie Wein- und Obstbau, berichtete Schweickhardt. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 78 Häusern genannt, das nach Großkrut eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Walterskirchen besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Zistersdorf ausgeübt. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Hauskirchen, Loosdorf, Propstei Staatz, Pfarre Poysbrunn, Pfarre Feldsberg und Zistersdorf.[4]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Ginzersdorf ein Bäcker, ein Friseur, zwei Gastwirte, ein Gemischtwarenhändler, ein Landesproduktehändler, ein Müller, zwei Schmiede, ein Schneider und zwei Schneiderinnen, zwei Schuster und ein Tischler ansässig.[5]
Die um 1850 entstandene Ortsgemeinde fusionierte am 1. Jänner 1967 mit den damals benachbarten Gemeinden Althöflein und Großkrut.[2]
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 225 (Ausgabe 1769; Günzersdorf in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 204 (Günzersdorf – Internet Archive).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 32, Sektion Hausbrunn, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,6 MB]).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 228.
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 15. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 244 (Günzersdorf in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 253