Gildehaus Attendorn

Das Gildehaus Attendorn ist ein kleines Museum in einem denkmalgeschützten Gebäude in Attendorn, das wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Es war Denkmal des Monats im Dezember 2022 des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Historischer Hintergrund

Attendorn war wie andere Städte in Südwestfalen über die Hansestadt Soest an die Hanse angeschlossen. Es gab in Lübeck im 13./14. Jahrhundert Bürger, die ihre Herkunft in Attendorn hatten. Ähnliche Beziehungen gab es auch zu anderen Hansestädten. Auch in London waren Attendorner Fernkaufleute ansässig. Ein erstes Gildenhaus wurde in Attendorn 1436 erwähnt.[1]

Die Bruderschaften der Fernkaufleute St. Nicolai, die Schützenbruderschaft St. Sebastian und die Zünfte St. Agatha der Schmiede und St. Josef der Bauzunft existieren heute noch. Sie nutzen das renovierte jetzige Gebäude für Versammlungen und kleine Veranstaltungen.[2]

Baubeschreibung

Es handelt sich um ein kleines dreigeschossiges Gebäude mit einem fast quadratischen Grundriss. Die Fassade ist durch zwei Fensterachsen gegliedert. Das Gebäude besteht überwiegend aus Bruchstein. Der Ostgiebel besteht aus Fachwerk. Dort gibt es pro Geschoss ein Fenster. Im Dachgeschoss gibt es drei Fenster. Der Westgiebel ist ohne Fenster.[3] Die Nutzungsfläche beträgt insgesamt etwa 80 Quadratmetern in drei Stockwerken. Im Erdgeschoss und ersten Oberschoss befindet sich die Ausstellungsfläche. Im Zweiten Stock gibt es einen Besprechungsraum.[4]

Baugeschichte

Das Gebäude steht in der Attendorner Altstadt im Südwesten der Kirche St. Johannes Baptist als Hinterhaus eines Wohngebäudes, am Kleinen Markt. Der Bau wurde 1881 an Stelle älterer Vorgängerbauten errichtet. Es diente als Speicher (Spieker/Turmspeicher) und Werkstattgebäude, der im angrenzenden Haupthaus lebenden Familie. Anfangs war es nur zweigeschossig, wurde aber später um ein Stockwerk ergänzt.

Das Gebäude hat den Zweiten Weltkrieg und den Brand von Nachbarhäusern 1993 ohne größere Schäden überstanden.[5] Das Gebäude stand viele Jahre leer. Im Jahr 2012 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Im Jahr 2019 bildete sich der Trägerverein Gildehaus, der das Gebäude erwarb. Das Ziel war das Gebäude als Museum für die örtlichen historischen Gilden, Zünfte und Bruderschaften zu nutzen. Für das Gebäude wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet. Dazu gehörte insbesondere eine energetische Sanierung der Fenster. Einige waren nicht mehr zu gebrauchen und mussten ersetzt werden. Fünf Fenster aus den 1920er/1930er Jahren wurden aufgearbeitet und wieder eingebaut.[6]

Ein Großteil der Kosten wurden durch Landesfördermittel getragen. Der Rest der Gesamtsumme von fast 600.000 € stammt aus Spenden. Eingeweiht wurde das renovierte Gebäude 2024.[7][8] Ausgestellt werden Fahnen, Zunftstäbe, Urkunden und andere Objekte aus der Geschichte der beteiligten Organisationen und der Hanse.[9]

Einzelnachweise

  1. Beitrag zum Gildehaus auf der Seite der Stadt Attendorn
  2. Eintrag Attendorner Gildehaus auf museumslandschaft-kreis-olpe
  3. Bericht LWL zum Gildehaus als Denkmal des Monats
  4. Bericht Südwestfalenmagazin
  5. Gildehaus Attendorn ist fertiggestellt und wird Bürgern präsentiert 10.4.2024
  6. Bericht LWL zum Gildehaus als Denkmal des Monats
  7. Westfalenpost 14.4.2024
  8. Bericht Südwestfalenmagazin
  9. Westfalenpost 28.3.2024

Koordinaten: 51° 7′ 32,6″ N, 7° 54′ 10,3″ O