Gilcrease Museum

Das Gilcrease Museum ist ein Kunst- und Geschichtsmuseum in Tulsa, Oklahoma, USA. Es beherbergt eine der weltweit größten und umfassendsten Sammlungen zur Kunst und Geschichte des amerikanischen Westens und Nordamerikas. Es wird auch „Thomas Gilcrease Institute of American History and Art“ genannt und befindet sich nordwestlich der Innenstadt von Tulsa. Das Museum ist im Besitz der Stadt Tulsa und wird in Partnerschaft mit der University of Tulsa betrieben.[1][2]

Geschichte

Das Gilcrease Museum wurde 1943 von dem Unternehmer und Kunstsammler Thomas Gilcrease gegründet, der im Gebiet der Muscogee (Creek) Nation in Oklahoma aufgewachsen war. Seine Stammeszugehörigkeit verschaffte ihm Landrechte in einem später ölreichen Gebiet nahe Tulsa. Als Gründer der Gilcrease Oil Company wurde er dort wohlhabend. Inspiriert von Reisen durch Europa und dem Besuch von Museen dort, begann er, umfangreich Kunstwerke, Artefakte und Dokumente zu sammeln – mit einem besonderen Interesse an der Geschichte des amerikanischen Westens und der indigenen Völker Amerikas. Das erste Gilcrease Museum wurde 1943 am Firmensitz in San Antonio, Texas, eröffnet und 1949 auf seinem Anwesen in Tulsa für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den 1950er Jahren wuchs die Sammlung schnell, doch finanzielle Schwierigkeiten führten dazu, dass die Stadt Tulsa im Jahr 1954 durch eine Anleihe Thomas Gilcreases Schulden übernehmen mussten. 1955 übertrug Gilcrease seine Sammlung an die Stadt und 1958 auch die Gebäude und das Gelände. Nach seinem Tod im Jahr 1962 erhielt das Museum zusätzlich die bis dahin von ihm erworbenen Objekte und Dokumente. Seit dem 1. Juli 2008 wird das Museum im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Stadt Tulsa und der University of Tulsa verwaltet.[1]

Architektur

Der ursprüngliche Museumsbau wurde über Jahrzehnte hinweg durch mehrere miteinander verbundene Gebäude erweitert. Ein großer Ausbau wurde später unter dem Namen „Vision-Tulsa-Projekt“ geplant. Dafür wurde im Jahr 2016 eine Verkaufssteuer zur Finanzierung bewilligt. Letztlich entschied man sich jedoch, das bestehende Gebäude durch einen modernen Neubau zu ersetzen.[3] Der Entwurf für den Neubau stammt vom Architekturbüro SmithGroup. Er sieht Nachhaltigkeit, erweiterte Ausstellungsflächen sowie eine stärkere Verbindung zwischen Innenräumen und Landschaft vor. Das Helmerich Center for American Research sowie das Wohnhaus Thomas Gilcreases und sein Mausoleum auf dem Gelände bleiben erhalten.

Sammlung

Die Sammlungen des Gilcrease Museums umfassen mehr als 350.000 Objekte, darunter Kunstwerke sowie archäologische, ethnografische und Archivmaterialien aus Nord-, Mittel- und Südamerika. Die Ethnografie- und Archäologiesammlung deckt Kulturen Nord-, Mittel- und Südamerikas ab und umfasst bedeutende Objekte aus dem Mississippi-Tal, dem Südwesten der USA und dem alten Mexiko. Die Museumsarchive umfassen über 100.000 Bücher, Manuskripte, Dokumente und Karten. Dazu gehören historische Originaldokumente wie Briefe von Diego Columbus, Kopien der Unabhängigkeitserklärung und der Konföderationsartikel mit Unterschriften von Benjamin Franklin sowie ein Brief von Thomas Jefferson aus dem Jahr 1776.[4]

Werke (Auswahl)

Zu den bedeutenden Kunstwerken zählen Werke zahlreicher amerikanischer Künstler, die das Leben und die Landschaft des amerikanischen Westens darstellen. Hervorzuheben sind Gemälde und Skulpturen von Albert Bierstadt, Frederic Remington, Thomas Moran, Charles M. Russell und John James Audubon. Das Gilcrease Museum besitzt 18 der 22 von Frederic Remington geschaffenen Bronzen sowie umfangreiche Sammlungen von Landschaftsgemälden, Porträts und Darstellungen des amerikanischen Grenzlandes. Die Sammlung beinhaltet ebenso Werke weiterer amerikanischer Maler wie William Merritt Chase, Winslow Homer und John Singer Sargent sowie zahlreiche Objekte indigener Kulturen.[4]

Literatur

  • Peter H. Hassrick, Treasures of the Old West, Paintings and Sculpture from the Thomas Gilcrease Institute of American History and Art, New York Harry N. Abrams, Inc., Publishers, 1984.
  • Fred A. Myers, Thomas Gilcrease and His National Treasure, Tulsa Oklahoma Gilcrease Museum Association, 1987.
  • Sarah Erwin, Gilcrease Museum, The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Oklahoma Historical Society, veröffentlicht Januar 2010.
Commons: Gilcrease Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b A. University of Tulsa / City of Tulsa Partnership Copyright 2026 Gilcrease Museum All rights reserved: History. In: Gilcrease Museum. Abgerufen am 7. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  2. A. University of Tulsa / City of Tulsa Partnership Copyright 2026 Gilcrease Museum All rights reserved: Home. Abgerufen am 7. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. A. University of Tulsa / City of Tulsa Partnership Copyright 2026 Gilcrease Museum All rights reserved: Gilcrease Closes to Rebuild. In: Gilcrease Museum. Abgerufen am 7. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. a b Online Collections. Abgerufen am 8. Januar 2026.

Koordinaten: 36° 10′ 28,9″ N, 96° 1′ 17″ W