Gilan-Mausoleum
Das Gilan-Mausoleum (aserbaidschanisch Gilan oder Səkkizbucaqlı Kiran türbəsi) ist ein monumentales Denkmal im Rayon Ordubad in der Autonomen Republik Naxçıvan (Nachitschewan) von Aserbaidschan.
Geschichte und Architektur
Das Mausoleum wurde im Jahr 1979 im Zuge der archäologischen Ausgrabungen entdeckt. Es befindet sich auf dem Territorium der mittelalterlichen Ruinenstadt Xarabagilan (Charabagilan). Überlieferungen, die Aufschluss über die genaue Errichtungszeit des Mausoleums geben könnten, gibt es nicht. Der architektonische Stil des Bauwerks entspricht aber vielmehr dem Stil der Begräbnistempel, die im 12. Jahrhundert in Zentral-Aserbaidschan entstanden.
Das Gilan-Mausoleum liegt am Abhang eines großen Hügels. Der obere Turm ist zerstört, während der Hügel selbst weitgehend intakt geblieben ist. Äußerlich zeigt sich das Mausoleum in rechteckiger Form, der Innenraum hingegen weist eine achteckige Struktur auf. Im Inneren ist eine später eingebaute Stufe erkennbar, die nicht mit der Gesamtarchitektur harmoniert. Die Bauweise des Aufbewahrungsraums unterscheidet sich in ihrer Struktur von den weit verbreiteten mittelalterlichen Bauwerken in Aserbaidschan und den angrenzenden Regionen.[1]
Im Zentrum des Mausoleums steht eine massive, nach oben sich verjüngende achteckige Säule, die einen markanten Schwerpunkt der Komposition bildet. Auf dem Gebiet Aserbaidschans ist eine ähnliche architektonische Lösung nur bei zwei Denkmälern zu beobachten – dem Mausoleum von Qırmızı Gümbət (Baujahr 1148) und dem Momine-Khatun-Mausoleum (Baujahr 1186). Alle drei Bauwerke gehören der Architekturschule von Naxçıvan an. Der Abstand zwischen den gegenüberliegenden Flächen der Säule beträgt 530 cm. Der Eingang zur Gruft befindet sich auf der Ostseite.[2]
Für den Bau des Mausoleums wurden flache Steine aus den angrenzenden Felsen herausgelöst. Im Vergleich zu den Innensteinen wurden die Außensteine sorgfältig bearbeitet, und das Mauerwerk ist präzise ausgeführt. Decke und Boden im Inneren sowie die Fugen der Säule sind mit weißem Putz versehen. Die Unebenheiten und natürlichen Abmessungen der Steine schaffen eine harmonische Originalität im Einklang mit der Gesamtkomposition des Innenraums. Über dem Bauwerk erhob sich einst ein kubischer Turm aus Ziegeln, verziert mit komplexen geometrischen Mustern. Bis heute sind jedoch nur noch kleine Fragmente des Turms erhalten.[3]
Literatur
- ↑ Vasif Talibov: The Encyclopaedia of Nakhchivan Monuments. National Academy of Sciences of Azerbaijan. Nakhchivan Branch, Naxçıvan 2008, S. 142–143.
- ↑ М. А. Казиева: Азербайджан (Исторические и достопримечательные места). Издательство АН Азербайджанской ССР, Баку 1960, S. 50.
- ↑ К.М.Мамед-заде: Строительное Искусство Азербайджана. Эльм, Баку 1983, S. 51–52.
Koordinaten: 38° 54′ 17″ N, 46° 1′ 23″ O