gibb Berufsfachschule Bern
| gibb Berufsfachschule Bern | |
|---|---|
| Schulform | Berufsschule |
| Adresse | Lorrainestrasse 1 3013 Bern |
| Ort | Bern |
| Kanton | Bern |
| Staat | Schweiz |
| Koordinaten | 600473 / 200400 |
| Schüler | etwa 8'000 |
| Lehrkräfte | etwa 750 |
| Leitung | Sonja Morgenegg-Marti |
| Website | www.gibb.ch |
Die gibb Berufsfachschule Bern[1] ist die grösste Berufsschule der Schweiz. Sie bietet sowohl eine berufliche Grundbildung als auch die Berufsmaturität. Ausserdem werden verschiedene Weiterbildungslehrgänge angeboten u. a. an höheren Fachschulen (HF).
An der gibb (ursprünglich Gewerblich-industrielle Berufsschule Bern) arbeiten über 750 Voll- und Teilzeitangestellte; es werden über 8000 Schüler aller Berufsgattungen unterrichtet.[2]
Bildungsziele
Das pädagogische Leitbild der gibb betont, dass die Lehrpersonen die Lernenden in der Entwicklung fachlicher, persönlicher und sozialer Kompetenzen fördern und sie zu eigenständigem Lernen anleiten. Die gibb versteht sich als Kompetenzzentrum für Berufsbildung und arbeitet eng mit Partnern aus Wirtschaft, Gewerbe und Industrie zusammen, um eine praxisnahe Ausbildung sicherzustellen. Ganzheitliche Bildung, Theorie-Praxis-Verknüpfung, individuelle Förderung und eine respektvolle Lernkultur bilden. Zudem legt die Schule Wert auf ethische, demokratische, ökologische und soziale Grundsätze sowie auf eine transparente Qualitätsentwicklung.[3]
Bildungsprogramm
Die gibb Berufsfachschule Bern bietet ein umfassendes Spektrum an Bildungsprogrammen in drei Hauptbereichen: Grundbildung, Berufsmaturität und Weiterbildung.
Grundbildung
An der gibb werden Ausbildungen in ca. 60 verschiedenen Berufen aus verschiedenen Branchen angeboten. Darunter: Bau, Dienstleistung, Elektronik und Elektrotechnik, Gastronomie und Hotellerie, Gebäudetechnik, Informatik, Kälte- und Klimatechnik, Laborberufe, Mobilität usw. Die Grundbildung führt in der Regel zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder Eidgenössischen Berufsattests (EBA).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Integrations- und Brückenangeboten, die Jugendlichen und Erwachsenen den Einstieg in die Berufsbildung erleichtern.[4]
Berufsmaturität
Die Berufsmaturität (BM) kann an der gibb berufsbegleitend (BM 1) oder im Anschluss an eine berufliche Grundbildung (BM2) absolviert werden. Sie e eröffnet den prüfungsfreien Übertritt in eine Fachhochschule, oder, mit einer Zusatzprüfung, an eine Universität oder ETH.
Die gibb ist mit dem MINT-Label Akademie der Naturwissenschaften Schweiz ausgezeichnet.[5]
Weiterbildung
Die gibb bietet berufsbegleitende Kurse und Bildungsgänge auf dem Niveau der Höheren Berufsbildung (HBB) an. Aufbauend auf einer EFZ-Ausbildung können Studierende eine Berufs- oder höhere Fachprüfung bzw. Diplome zu einer Höheren Fachschule FH erlangen.
Abteilungen
Die gibb besteht aus fünf Abteilungen:
- AVK: Abteilung für Grundbildungen mit Attest, Vorlehren, Kursen
- BAU: Abteilung für Bauberufe
- BMS: Berufsmaturitätsschule
- IET: Abteilung für Informations- und Elektrotechnik
- DMG: Abteilung für Dienstleistung, Mobilität und Gastronomie
Geschichte
Die Geschichte der gibb Berufsfachschule Bern umfasst viele Jahrzehnte der beruflichen Bildung in Bern.
1826–1899
Die Anfänge der Berufsbildung in Bern gehen auf eine Sonntagsschule für technisches Zeichnen zurück. Diese wurde von einem Berner Tischler privat geführt. Daraus entwickelte sich die „Handwerker-Schule Bern“, welche von der kantonalen Regierung von Anfang an unterstützt wurde. Ab 1860 beteiligte sich auch die Gemeinde Bern und ab 1884 der Bund.
Durch den Anschluss der Kunstschule entstand 1899 die «Handwerker- und Kunstgewerbeschule», welche im Gründungsjahr 973 Lernende zählte.
1900–1999
Am 1. Januar 1910 ging die «Handwerker und Kunstgewerbeschule» als «Gewerbeschule der Stadt Bern» an die Gemeinde über.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, 1939, wurde die neue «Gewerbeschule» eröffnet. Der Bau des Architekten Hans Brechbühler gilt als avantgardistisch und signalisierte die Bedeutung der beruflichen Grundbildung. 2116 Lernende besuchten die Gewerbeschule an insgesamt vier Standorten in Bern. Der Name gibb entstand 1984; aus der Gewerbeschule wird die «Gewerblich Industrielle Berufsschule Bern» (gibb). 1999 stieg die Zahl der Lernenden auf knapp 8000.
Seit 2000
Der Kanton Bern übernahm 2001 die Verantwortung für alle Berufsfachschulen und Gymnasien. An der gibb unterrichteten 592 Lehrpersonen rund 8'000 Lernende. Die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern, gibb, erhielt 2019 den neuen Namen gibb Berufsfachschule Bern. Der Namenswechsel signalisierte, das erweiterte Bildungsangebot der Schule. 2021 fusionierten die Abteilungen für Mechanisch Technische Berufe (MTB) sowie Gewerbe-, Dienstleistungs- und Laborberufe zur Abteilung für Dienstleistung, Mobilität und Gastronomie (DMG). Die Höhere Berufsbildung durchlief 2022–2024 einen grundlegenden didaktischen und technischen Transformationsprozess. Das hybride Unterrichtsmodell wurde eingeführt und der Unterricht fokussierte sich stärker auf Flexibilisierung, Individualisierung und Selbststeuerung. Die Rolle der Lehrpersonen entwickelte sich verstärkt zum Lerncoaching. 2026: Die gibb feiert ihr 200-jähriges Jubiläum.[6]
Gebäude
Die Schule hat in Bern sieben Gebäude, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Das von 1937 bis 1939 erbaute Hauptgebäude der gibb an der Lorrainestrasse 1 steht unter Kulturgüterschutz (KGS-Nr. 00623). 1999 wurde das Schulhaus Campus im Lorrainequartier eröffnet. Gebaut wurde es nach dem Entwurf des Architekten Frank Geiser. Das Schulhaus Viktoria im Breitenrainquartier, wurde 2011 von Graber Pulver Architekten renoviert und erweitert. Weitere Schulhäuser befinden sich in der Lehrhalle Lorraine und in den Quartieren Wankdorf, Bümpliz und Holligen.
Sonstiges
Im Jahr 2018 hat die gibb ein neues Ausbildungsmodell in der Ausbildung zum Applikationsentwickler und Systemtechniker eingeführt. Dieses Modell (Fleba genannt) erlaubt die Priorisierung von Ausbildungsinhalten. Ziel war es dabei, dass die Lehrbetriebe Inhalte, die für die betrieblichen Aufgaben eines Lernenden notwendig/essenziell sind, in der Berufsfachschule früher den Lernenden vermitteln lassen können.[7]
Literatur
- Zbinden, Ueli (Hrsg.): Hans Brechbühler (1907–1989). Zürich: gta Verlag, 1991. ISBN 978-3-85676-027-4
- Geiser, Frank: Campus: Neubau der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (gibb). Texte von Christoph Allenspach; mit Textbeiträgen von Gerhard Johann Lischka u. a. Bern: Simowa Verlag, 1999. ISBN 978-3-9521463-4-7
- Hösli, Dieter; Zysset, Andreas: Vom Zeichenunterricht zum E-Learning: 111 Jahre Bernischer Berufsschullehrerverband. Bern: hep – der Bildungsverlag, 2019. ISBN 978-3-0355-1524-4
- Kornhausbibliotheken KoB; Berufsfachschule gibb (Hrsg.): Zeige mir, was du liest: Berufslernende entdecken die Bibliothek. Bern: hep – der Bildungsverlag, 2017. ISBN 978-3-0355-0580-1
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Impressum. gibb, abgerufen am 12. November 2019.
- ↑ gibb Berufsfachschule Bern. In: gibb.ch. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Leitbild der gibb Abgerufen am 15. November 2025
- ↑ Grundbildung an der gibb. In: gibb.ch. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Berufsmaturität. In: gibb.ch. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ gibb im Profil, Imagebroschüre, Seite 9 Abgerufen am 15. November 2025
- ↑ Flexibilisierung der Informatikausbildung FLEBA. (PDF) In: gibb.ch. Abgerufen am 1. Februar 2021.