Geyso (Adelsgeschlecht)
Geyso (auch Geiso) ist der Name eines alten, ursprünglichen hessischen Adelsgeschlechts.
Geschichte
Laut Siebmachers Wappenbüchern zählt die Familie zum hessischen Uradel. Tatsächlich ist der älteste Stammvater Giso (Giese) erst ab 1463 bis 1470 urkundlich belegt. Dessen Sohn Konrad Gyse (Geyse) lebte um 1500 in Melsungen, starb vor 1536 und war Vater des Johannes, der 1531 in Marburg studierte und vor 1563 starb. Des Letzteren Sohn war Peter Geyso, geboren 1555 in Melsungen und gestorben 1613 in Borken, woselbst er hessischer Rentmeister war. Verheiratet war er mit der aus Kassel stammenden Elisabeth Ungefug (1561–1618),[1] Nichte des hessischen Kammermeisters Hermann Ungefug[2] (um 1502–um 1567/1571).[3] Nach dem Erwerb der Rittergüter in Mansbach und Glaam durch Peters und Elisabeths Sohn Johann Geyso war die Familie ab 1653 Teil der fränkischen Reichsritterschaft. Die II. (Hannoveraner) Linie wurde durch Eckhart von Geyso (1597–1657) und die III. Linie durch Ludwig von Geyso (1600–1644) ausgebildet.
Mehrere Familienangehörige erscheinen als Offiziere in der kurbrandenburg-preußischen Armee. So war Erhard von Geyso 1676 beispielsweise kurbrandenburgischer Generalmajor und Kommandeur der Trabanten-Garde zu Preußen.[4]
Am 3. August 1658 erfolgte vom Kaiser Leopold I. die Adelsbestätigung als rittermäßiger Reichsadel mit den Prädikaten „zu Völkershausen und Mansbach“ sowie Wappenbesserung für den hessen-kasselschen Geheimen Kriegsrat und Generalleutnant Johann Geyso. Dieser bildete die I. (hessische) Linie des Adelsgeschlechtes. Mit Friedrich von Geyso erlosch 1787 die III. Linie derer von Geyso. Später bildete sich in der zweiten Linie zwei Äste aus, wobei der erste Ast mit dem Tod vom Politiker August von Geyso 1861 erlosch.
Zweige der Familie wurden 1811 als Freiherren anerkannt.[5] Am 7. Dezember 1867 erfolgte für Wilhelm Karl August Amalius von Geyso die herzöglich sachsen-meiningsche Anerkennung des Freiherrenstandes durch Ministerialreskript.
Bekannte Familienmitglieder
I. Linie
- Johann von Geyso (1593–1661), deutscher Gutsherr und Generalleutnant
- Johann Christoph von Geyso (1633–1669), hessischer Major
- Valentin von Geyso (1668–1718), niederländischer Dragoner-Oberst
- Kaspar Adam Erhardt von Geyso (1702–1769) mit 21 Nachfahren aus zwei Ehen:
- Aus der Linie des 6. Kindes:...
- August Adolf Julius Adalbert Bernhard von Geyso (General) (1861–1935), deutscher Generalleutnant
- Aus der Linie des 14. Kindes: Wolf Ludwig Karl von Geyso (1754–1800), hessischer Kapitän und Ritterrat
- Karl Friedrich von Geyso (1793–1835), deutscher Offizier und Politiker
- Julius Moritz Georg Karl Franz Eugen von Geyso (1827–1891), deutscher Offizier, Mitglied des Kurhessischen Kommunallandtages
- Moritz von Geyso (1795–1871), hessischer Generalmajor
- Karl Friedrich von Geyso (1793–1835), deutscher Offizier und Politiker
- Aus der Linie des 18. Kindes: Ludwig Friedrich Adam Ferdinand Heinrich von Geyso (1758–1820), hessischer Kapitän und sachsen-meiningscher Oberst
- Wilhelm Karl August Amalius von Geyso (1800–1871), deutscher Kammerherr und Politiker
- Anton Franz Christian Adalbert Moritz von Geyso (1803–1870), deutscher Offizier und Politiker
- Franz Friedrich Wilhelm von Geyso (1855–1925), preußischer Offizier und Geschichtsforscher
- Aus der Linie des 6. Kindes:...
- Kaspar Adam Erhardt von Geyso (1702–1769) mit 21 Nachfahren aus zwei Ehen:
- Valentin von Geyso (1668–1718), niederländischer Dragoner-Oberst
- Johann Christoph von Geyso (1633–1669), hessischer Major
II. Linie
- Eckhart von Geyso (1597–1657)
- Johann Erhard Ludwig von Geyso (1624–1707), deutscher Generalmajor
- Justinius von Geyso (1645–1711)
- ...August Friedrich Karl von Geyso (1766–1802), herzoglich-braunschweigische Hauptmann
- 1. Ast für August Wilhelm von Geyso (1802–1861), deutscher Politiker
- 2. Ast...
- Constantin von Geyso (1861–1927), deutscher Landrat
- Eckhard von Geyso (1891–1982), deutscher Generalmajor
- Peter-Johannes von Geyso (* 1941), deutscher Generalmajor
- Eckhard von Geyso (1891–1982), deutscher Generalmajor
- Constantin von Geyso (1861–1927), deutscher Landrat
- ...August Friedrich Karl von Geyso (1766–1802), herzoglich-braunschweigische Hauptmann
III. Linie
- Ludwig von Geyso (1600–1644), hessischer Reiteroberst
- Christoph Ludwig von Geyso (1637–1700)
- erste Ehe:...Jost Henrich von Geyso (1707–1767), hessischer General der Kavallerie
- zweite Ehe:...Friedrich August von Geyso (1715–1787), deutscher Generalmajor
- Christoph Ludwig von Geyso (1637–1700)
Wappen
Blasonierung: Gespalten; vorn ein roter Löwe golden gekrönt, in Silber; hinten ein auswärtsgekehrter goldener Halbmond, zwischen dessen Hörnern ein goldener Stern, in Blau. Zwei Helme: 1) blaue Büffelhörner, dazwischen der goldene Stern. 2) der rote Löwe wachsend. Helmdecken: blau-golden, rot-silbern.[6]
- Historische Wappenvarianten
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Wappen der Freiherren von Geyso von Adolf Matthias Hildebrandt
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Wappen derer von Geyso 1716, Bestätigung der Besserung von 1658, Österreichisches Staatsarchiv
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Wappen derer von Geyso in Siebmachers Wappenbuch
Literatur
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1916, S. 265 ff.
- Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preussischen Monarchie, Band 1, S. 258
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1897, S. 299f Stammreihe
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 3, S.511f
- Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte, Band 2, S. 757
Einzelnachweise
- ↑ Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1916, S. 265 ff.
- ↑ Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Band 67, 1956, S. 146.
- ↑ „Ungefug, Hermann“, in: Hessische Biografie (Stand: 1. August 2025)
- ↑ Preußischer Adel, Geyso Abgerufen am 2. August 2025
- ↑ Sächsischer Adel, Freiherren: Geyso Abgerufen am 2. August 2025
- ↑ Wappen Geyso Abgerufen am 2. August 2025