Geschwister-Scholl-Platz (München)
| Geschwister-Scholl-Platz | |
|---|---|
| Platz in München | |
Brunnen vor dem Hauptgebäude der Universität | |
| Basisdaten | |
| Landeshauptstadt | München |
| Stadtbezirk | Maxvorstadt |
| Einmündende Straßen | Ludwigstraße |
| Bauwerke | Ludwig-Maximilians-Universität |
| Nutzung | |
| Nutzergruppen | Fußverkehr, Radverkehr |
| Platzgestaltung | Schalenbrunnen, Bodendenkmal „Weiße Rose“ |
Der Geschwister-Scholl-Platz ist der Vorplatz der Ludwig-Maximilians-Universität westlich der Ludwigstraße.
Sein östliches Pendant auf der anderen Seite der Ludwigstraße heißt Professor-Huber-Platz.
Die beiden Plätze wurden 1946 nach den Geschwistern Scholl beziehungsweise nach Kurt Huber benannt. Zuvor hatten sie keinen Namen.[1] Sie wurden zuvor der Ludwigstraße zugerechnet, so dass die Benennung der beiden Plätze auch unter dem Stichwort „Umbenennung“ geführt wird.[2]
Brunnen
Auf dem Geschwister-Scholl-Platz und dem Professor-Huber-Platz befindet sich jeweils ein Springbrunnen. Die beiden Brunnen wurden in den Jahren 1842 bis 1844 nach Plänen von Friedrich von Gärtner geschaffen. Mittlerweile stehen sie unter Denkmalschutz. Da ihre Vorbilder auf dem Petersplatz in Rom stehen, werden sie auch Römische Brunnen genannt. Sie sind im Sockel achteckig, haben jeweils fast 10 Meter Durchmesser und eine 8,20 Meter hohe Brunnensäule. Das hochgeleitete Wasser wird von einer mittleren Schale aufgefangen, um dann wiederum wie ein durchsichtiger Vorhang in das untere Steinbecken zu fallen.
Unterirdisch befinden sich Gänge mit den Wasserleitungen. 1955 hatte eine Sanierung stattgefunden. Die wasserführenden Rohre wurden mit der Zeit undicht, weshalb die Brunnen 2023/24 nochmals saniert wurden. Für rund 2 Millionen Euro wurde die gesamte Technik erneuert, die Außenseiten wurden neu lackiert.[3][4]
Mahnmal für die Weiße Rose
Vor dem Haupteingang der Universität liegt ein Bodendenkmal für die „Weiße Rose“. Es zeigt auf einer etwa 15 Meter langen Fläche steinerne Nachbildungen der Flugblätter und anderer Dokumente sowie Beschreibungen und Porträts der hingerichteten Widerstandskämpfer.
Die steinernen Blätter sind in thematischen Gruppen angeordnet. Direkt vor dem Haupteingang befindet sich ein größeres Blätterensemble, das den Verurteilten des ersten Weiße-Rose-Prozesses gewidmet ist: Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst. Weiter zum Platz hin folgen, in kleineren Gruppen und ebenfalls vermischt mit Flugblättern, Dokumente zu den anderen Hingerichteten (Alexander Schmorell, Willi Graf, Kurt Huber, Hans Leipelt) und zu den Todesurteilen (Urteilstexte sowie Zeitungsnachrichten zu den Todesurteilen).
Literatur
- Otto Josef Bistritzki: Brunnen in München. Lebendiges Wasser in einer großen Stadt. Callwey, München 1974, ISBN 978-3-766-70303-3, Nr. 13, S. 42
Siehe auch
Weblinks
- Geschwister-Scholl-Platz auf stadtgeschichte-muenchen.de
Einzelnachweise
- ↑ Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates zur Straßenbenennung vom 5. Februar 1946 (online auf stadtgeschichte-muenchen.de). Zu „bisher unbenannt“ siehe unter II. (Vorschlag des Referats) jeweils den eingeklammerten Hinweis bei den Punkten 2a) und 2b).
- ↑ Schreiben des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München an das Hauptquartier der amerikanischen Militärregierung vom 19. Februar 1946 (online auf stadtgeschichte-muenchen.de). Als bisheriger Name des künftigen Geschwister-Scholl-Platzes und des künftigen Professor-Huber-Platzes ist hier jeweils „Ludwigstr.“ mit der Erläuterung „platzartige Erweiterung“ angegeben. Siehe auch unten im Abschnitt Straßenverzeichnis jeweils das Stichwort „Umbenennung“ bei diesen beiden Plätzen.
- ↑ Regina Mittermeier: Geheime Welt durch enge Tunnel: Rundgang unterhalb der Uni München. In: merkur.de. 29. März 2023, abgerufen am 29. März 2023.
- ↑ René Hofmann: Weltbekannte Brunnen vor Münchner Universität leuchten plötzlich in grellem Grün. In: sueddeutsche.de. 1. Mai 2024, abgerufen am 25. September 2025.
Koordinaten: 48° 9′ 2,5″ N, 11° 34′ 50,9″ O