Gertrud Sigurdsen

Gertrud Cristina Blixt-Sigurdsen (Geburtsname: Gertrud Cristina Blixt; * 11. Januar 1923 in Tunaberg, Gemeinde Nyköping, Södermanlands län; † 27. März 2015 in Västermalm, Stockholm, Stockholms län) war eine schwedische Politikerin der Sveriges socialdemokratiska arbetareparti (SAP), die unter anderem Mitglied des Reichstages sowie zwischen 1973 und 1976 Beigeordnete Ministerin für Entwicklungshilfe im Außenministerium, von 1982 bis 1985 Stellvertretende Sozialministerin und Beigeordnete Ministerin für Gesundheit im Sozialministerium sowie zwischen 1985 und 1989 Sozialministerin war.

Leben

Gertrud Cristina Blixt-Sigurdsen, Tochter des Landarbeiters Axel Arvid Blixt und Cecilia Vilhelmina Karlsson, besuchte nach dem Realexamen 1940 von 1942 bis 1943 die Handelsschule in Nyköping und war im Anschluss zwischen 1943 und 1949 als Angestellte in Nävekvarn und Nyköping tätig. Nachdem sie von 1949 bis 1949 Angestellte beim Gewerkschaftsdachverband LO (Landsorganisationen i Sverige) und wurde im Anschluss 1964 Angestellte im Familienamt. Sie gehörte von 1967 bis 1983 dem Vorstand des Ortsvereins Stockholm der Schwedischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei SAP (Sveriges socialdemokratiska arbetareparti) an und wurde für die SAP 1969 erstmals Mitglied des Reichstages (Sveriges riksdag), dem sie mit Unterbrechung während ihrer Ministertätigkeiten bis zum 29. September 1991 angehörte. Zudem war sie zwischen 1968 und 1973 Vorstandsmitglied von Konsum Stockholm, von 1970 bis 1972 Mitglied des Vorstands der Staatlichen Planungsagentur (Statens planverk) sowie von 1972 bis 1973 Vorstandsmitglied der Konsumgenossenschaft KF (Kooperativa Förbundet). Während ihrer Parlamentszugehörigkeit war sie zwischen 1971 und 1973 2. stellvertretende Vorsitzende der SAP-Fraktion im Reichstag.

Als Nachfolgerin von Alva Myrdal[1] übernahm Gertrud Sigurdsen am 31. Oktober 1973 in der Regierung Palme I den Posten als Beigeordnete Ministerin für Entwicklungshilfe im Außenministerium (Konsultativt statsråd och Biståndsminister) und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 8. Oktober 1976. In dieser Funktion war sie 1974 und 1975 auch noch Delegierte der Generalversammlung der Vereinten Nationen. 1975 wurde sie Mitglied des Parteivorstands sowie des Exekutivkomitees der SAP und gehörte diesen beiden Führungsgremien der Partei bis 1990 an. Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung war sie zwischen 1976 und 1982 Mitarbeiterin für Sonderaufgaben im Büro des LO-Vorsitzenden Gunnar Nilsson[2] und war in dieser Zeit von 1977 bis 1982 auch Vorsitzende der Nationalen Vereinigung der jungen Adler (Unga örnars Riksförbundet), eine überparteiliche Kinder- und Jugendorganisation, die am 7. November 1931 von der Arbeiterbewegung gegründet wurde. Außerdem war sie zwischen 1978 und 1982 Vorstandsmitglied der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Sveriges Radio (SR) sowie von 1978 bis 1987 zudem Vorstandsmitglied des Internationalen Zentrums der Arbeiterbewegung AIC, des heutigen Olof Palmes internationella center.

Am 8. Oktober 1982 wurde Gertrud Sigurdsen in die Regierung Palme II berufen und bekleidete dort zunächst bis zu ihrer Ablösung durch Bengt Lindqvist[3] am 16. Oktober 1985 das Amt als Stellvertretende Sozialministerin und Beigeordnete Ministerin für Gesundheit im Sozialministerium (Statsråd på Socialdepartementet och Hälsovårdsminister). Im Rahmen einer Kabinettsumbildung löste sie daraufhin am 17. Oktober 1985 Sten Andersson[4] als Sozialministerin (Socialminister) ab und hatte dieses Ministeramt vom 13. März 1986 bis zum 26. Januar 1989 in der Regierung Carlsson I inne, woraufhin Sven Hulterström[5] ihre Nachfolge antrat.[6][7] Neben ihren Ministertätigkeiten gehörte sie von 1982 bis 1989 dem Ausschuss für Lebensmittel- und Ernährungsangelegenheiten (Beredningen för livsmedels- och näringsfrågor) sowie zwischen 1984 und 1989 stellvertretende Vorsitzende des Branchenrates für die pharmazeutische Industrie (Branschrådet för läkemedelsindustrin). Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung war sie im Reichstag noch stellvertretendes Mitglied des Verkehrsausschusses (6. Februar bis 14. Dezember 1989), stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten (6. Februar 1989 bis 29. September 1991) sowie stellvertretendes Mitglied des Sozialausschusses (15. Dezember 1989 bis zum 29. September 1991). Darüber hinaus war sie zwischen 1989 und 1992 Vorstandsmitglied des Spirituosenherstellers V&S Vin & Sprit AB, ein 1917 gegründetes Unternehmen, das bis zum 23. Juli 2008 zu 100 % dem schwedischen Staat gehörte.

Literatur

  • Lena Näslund: I en värld av män. En biografi över Gertrud Sigurdsen, Hjalmarson & Högberg, Stockholm 2000, ISBN 978-9-18908-0-522
Commons: Gertrud Sigurdsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Alva Myrdal. Prabook, abgerufen am 15. Dezember 2025 (englisch).
  2. Gunnar Nilsson (S). Reichstag von Schweden, abgerufen am 15. Dezember 2025 (schwedisch).
  3. Bengt Lindqvist (S). Reichstag von Schweden, abgerufen am 15. Dezember 2025 (schwedisch).
  4. Sten Andersson i Stockholm (S). Reichstag von Schweden, abgerufen am 15. Dezember 2025 (schwedisch).
  5. Sven Hulterström (S). Reichstag von Schweden, abgerufen am 15. Dezember 2025 (schwedisch).
  6. Regeringen Palme 2 (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  7. Regeringen Carlsson (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)