Gertrud Escher

Gertrud Escher (* 23. Mai 1875 in Zürich; † 18. März 1956 ebenda; heimatberechtigt ebenda) war eine Schweizer Künstlerin, die als Malerin, Zeichnerin und Grafiker tätig war.

Leben

Herkunft, Bildung

Ihr Vater Rudolf Escher (1848–1926) war Professor an der ETH Zürich,[1] was ihr eine professionelle Ausbildung zur Künstlerin ermöglichte. Sie studierte von 1893 bis 1896 an der Kunstgewerbeschule Zürich. Ab 1898 besuchte sie die Damenakademie des Münchner Künstlerinnenverein und später studierte sie in Paris.[2]

Werk

Von Hermann Gattiker lernte sie die Technik der Radierung. Sie wurde Mitglied der Walze, der Vereinigung Schweizerischer Künstler-Graphiker. Sie schuf etwa 30 Exlibris, unter anderem für den Direktor der Tonhalle Friedrich Hegar und die Zentralbibliothek Zürich.[2] Die Zahl wurde später als relativ hoch eingestuft. 1934 schrieb sie dem Exlibrissammler Rudolf Hoschek-Mühlhaimb dazu: «Neue Bestellungen auf Exlibris sind selten, nicht nur wegen der schlechten Zeiten, sondern, weil die Exlibris aus der Mode gekommen sind.»[3] Bekannt geworden ist sie auch mit Landschaftsgemälden.

Privates

Sie war kurzzeitig mit Augusto Giacometti verlobt. Ausgelöst durch eine Tuberkuloseerkrankung löste Giacometti das Verlöbnis allerdings auf. Escher blieb in der Folge den Rest ihres Lebens unverheiratet.[2] Sie starb nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren.[4]

Literatur

  • Escher, Gertrud. In: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (Hrsg.): Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst. Unter Einschluss des Fürstentum Liechtenstein. Band 1. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1998, ISBN 3-85823-673-X, S. 304 f. (archive.org).
  • Escher, Gertrud. In: Bénézit. Band 4. Librairie Gründ, Paris 2006, ISBN 2-7000-3074-5, S. 286 (archive.org).
  • W.W.: Escher, Gertrud. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 11. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. 25 (archive.org).
  • F.O. Pestalozzi: Escher, Gertrud. In: Carl Brun (Hrsg.): Schweizerisches Künstler-Lexikon. Band 4. Huber & Co, Frauenfeld 1917, S. 140 (archive.org).

Einzelnachweise

  1. Rudolf Escher (1848-1921), Prof. für mechanische Technologie ETHZ. In: ETH Zürich Research Collection. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  2. a b c Aus Frauenhand – Künstlerinnen aus Zürich gestern und heute. In: Zentralbibliothek Zürich. 5. September 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.
  3. E. Wetter: Exlibris von Gertrud Escher. In: Die Tat. 25. Januar 1975, S. 31 (e-newspaperarchives.ch).
  4. Kleine Chronik. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. März 1956, S. 5 (e-newspaperarchives.ch).