Gerta Ital

Gerta Maria Luise Karoline Ital (* 7. Juli 1904 in Hannover als Gertrud Ital; † 21. Juli 1988 in München) war eine deutsche Künstlerin, Schauspielerin, Autorin, Zen-Buddhistin und Mystikerin. Gerta Ital trug neben Eugen Herrigel, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle und Karlfried Graf Dürckheim entscheidend dazu bei, dass der Zen-Buddhismus in Europa bekannt wurde.

Leben

Gerta Ital erhielt eine fundierte musikalische Ausbildung.[1] Sie spielte 1914 in der Operette Prinzessin Gretl eine der Hauptrollen[2] und sang 1922 Lieder von Brahms, Korngold und Richard Strauss.[3] In Berlin und Dresden zeigte sie schauspielerisches Wirken und arbeitete beim Film.[4] Sie litt über sieben Jahre lang an einem Tumor am Hals, verlor so vorübergehend ihre Stimme und beendete daher ihre künstlerische Laufbahn.

1926 begann ihr Weg nach innen. Sie studierte Ägyptologie und bei Heinrich Zimmer in Heidelberg Indologie.[5] 1929 begann sie Raja Yoga zu praktizieren.[1] Im Jahr 1951 entdeckte sie Eugen Herrigels Werk „Zen in der Kunst des Bogenschießens“. Das Buch hinterließ einen tiefen Eindruck bei ihr, was sie dazu motivierte, in Berlin Japanisch zu studieren.[1]

1963 reiste sie nach Japan. Dr. Suzuki, der Autor des renommierten Essays on Zen Buddhism, stellte sie einem Meister vor, der sie als seine Schülerin akzeptierte. Nach sechs Wochen intensiver, täglicher Mediation von jeweils acht Stunden erlebte sie ihre erste Erkenntnis. Sie lernte Rōshi Yamada Mumon, der in Japan als direkter Nachfolger von Hakuin anerkannt ist, kennen. Durch die Entscheidung von Yamada, eine ausländische Laiin als Schülerin in sein Kloster zu integrieren, stellte er einen tiefgreifenden Bruch mit den traditionellen japanischen Tabus dar und entfachte dadurch eine Welle der Empörung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klosters.[1] Nach sieben Monaten verließ sie das Kloster wieder.[6]

Ital schrieb ihr erstes Buch Der Meister, die Mönche und ich. Nach der Erscheinung begann sie in Deutschland Interessierte zu unterrichten.[1] Im Jahr 1967, im Alter von 63 Jahren, entschloss sie sich, nach Japan zurückzukehren, um ihre innere Reise fortzusetzen. Dort verbrachte sie weitere sechs Monate.[1] Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland setzte sie ihre Tätigkeit als Zen-Lehrerin fort. Sie engagierte sich für den interreligiösen Dialog.[6]

Sie änderte am 27. Juli 1982 am Bezirksamt Wilmersdorf ihren Namen auf Gerta. 1987 trat sie aus der evangelischen Kirche aus.[7]

Gerta Ital starb am 21. Juli 1988 im Altern von 84 Jahren in München.

Unterweisung Suchender

Seit 1970 unterrichtete Gerta Ital spirituell Suchende unter der Zielsetzung: „Wie mache ich Gott in mir lebendig?“ Die Zen-Meditation wurde den Notwendigkeiten der westlichen Gesellschaft angepasst.

„Was wir gemeinsam üben, ist 'ZEN', es ist Meditation. Jedoch nicht genau das Zen, wie es in den Klöstern geübt wird, weil ich Sie vorerst nicht mit dem 'Nichts' konfrontieren werde. Warum? Ich selber weiß als westlicher Mensch, dass wir, die wir von der Gesamtstruktur anders sind als der östliche Mensch, erst langsam in dieses Nichts hinein entwerden müssen, um, durch das Nichts hindurch, von der Allheit Gottes empfangen und durchdrungen zu werden“

Gerta Ital: Meditationen aus dem Geiste des Zen (1985), Seite 96

Auf Wunsch der Schüler wurden die in den Meditationen gegebenen Anleitungen zusammengefasst herausgegeben.

Werke

  • Der Meister, die Mönche und ich, eine Frau im Zen-Buddhistischen Kloster
    • 1966 Otto Wilhelm Barth Verlag; weitere Auflagen im Scherz Verlag
    • 1987 englische Ausgabe The master, the monks and I, durch die Thorsons Publishing Group, ISBN 0-85030-565-9, Übersetzung durch Timothy M. Green.
  • Auf dem Weg zu Satori, übersinnliche Erfahrungen und das Erlebnis der Erleuchtung
    • 1971 Otto Wilhelm Barth Verlag: ISBN 387041-240-2
    • 1990 englische Ausgabe On the way to satori durch Element Books Limited ISBN 1-85230-155-4, Übersetzung durch Timothy M.Green.
  • Meditationen aus dem Geist des Zen. Die große Umwandlung zur Selbstbefreiung. Walter Verlag, 1977, ISBN 3-530-39510-2.
  • Auf dem Weg zu Satori, erweitert um ein Nachwort mit einer Stellungnahme zum Zweiten Vatikanischen Konzil und der nachfolgenden Abwendung vom Beschluss zur Ökumene. 1980 Wilhelm Goldmann Verlag, ISBN 3-442-11701-1.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Gerta Ital. In: bouddhismusmeaufeminin.org. Abgerufen am 26. November 2025 (französisch).
  2. 1914 (PDF). In: library.fes.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  3. Konzertführer Berlin-Brandenburg 1920-2012. In: digital.sim.spk-berlin.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  4. Gerta Ital. In: filmportal.de. Abgerufen am 23. August 2022.
  5. Pioniers. In: buddha-dhamma.de. Abgerufen am 26. November 2025.
  6. a b Biographie of Gerta Ital. In: testimoniesawaking.com. Abgerufen am 26. November 2025 (englisch).
  7. Amtsgericht Charlottenburg, Berlin, A 834/87