Forest Home Cemetery (Forest Park)

Der Forest Home Cemetery ist ein Friedhof in 863 S. Des Plaines Ave, Forest Park, Illinois, USA. Er liegt neben dem Eisenhower Expressway. Der Friedhof entstand durch die Zusammenlegung der Friedhöfe German Waldheim (1873) und Forest Home (1876), im Jahr 1969.[1]

Der Friedhof wurde zweimal ins National Register of Historic Places eingetragen. Das Haymarket Martyrs' Monument wurde 1997 zum National Historic Landmark ernannt. Die Grabstätte von Joseph Carter Corbin, dem Gründer der University of Arkansas in Pine Bluff, wurde 2023 in das National Register aufgenommen.[2]

Der Name, Forest Home, leitet sich vom deutschen Waldheim ab.

Geschichte

Der Forest Home Cemetery war bis 1835 Standort eines Potawatomi-Dorfes. Zwei Denkmäler auf dem Forest Home Cemetery sind den amerikanischen Ureinwohnern gewidmet, die vor der Besiedlung durch europäische Einwanderer in der Region lebten.[3][4][5]

Ferdinand Haase, Gründer von Forest Park, und andere Mitglieder der Familie Haase sind auf einem ehemaligen Anwesen der Familie Haase dort begraben. Der Friedhof wurde 1876 nach den Gesetzen des Staates Illinois offiziell angelegt und eingetragen.

Der deutsche Waldheimer Friedhof wurde 1873 von einer Gruppe deutscher Freimaurerlogen gegründet. Die erste Bestattung fand am 9. Mai 1873 statt. Der Waldheimer Friedhof wurde als religionsunabhängiger Friedhof angelegt, auf dem Freimaurer, Roma und deutschsprachige Einwanderer nach Chicago ohne Rücksicht auf ihre Religionszugehörigkeit begraben werden konnten.

Haymarket-Denkmal

Die Haymarket-Märtyrer, wie die fünf in der Haymarket-Affäre zum Tode verurteilten Angeklagten von ihren Sympathisanten genannt wurden, wurden in Waldheim begraben, weil der Friedhof seit seiner Gründung die Politik verfolgte, nicht aufgrund von Rasse, Ethnie oder Politik zu diskriminieren und zudem jeder Religion offen stand. Es war auch der einzige Friedhof im Raum Chicago, der ihre sterblichen Überreste aufnahm. Nach ihrer Beerdigung wurde der Friedhof zu einer Pilgerstätte für Anarchisten, Sozialisten und Gewerkschaftsmitglieder. 1893 wurde das Haymarket-Märtyrerdenkmal nach einem Entwurf des Bildhauers Albert Weinert errichtet.[6][7]

Bekannte Grabstätten

Zu Ehren der Haymarket-Märtyrer entschieden sich später bis weit ins 20. Jahrhundert hinein auch andere Anarchisten und Sozialisten, in Waldheim begraben zu werden, darunter:

  • Slim Brundage
  • Voltairine de Cleyre (1866–1912), Autorin und Anarchistin
  • Eugene Dennis (1905–1961), Politiker und Gewerkschafter
  • Joseph Dietzgen (1828–1888), materialistischer Philosoph, sozialistischer Theoretiker und Journalist der deutschen Arbeiterbewegung
  • Raya Dunayevskaya (1910–1987), marxistisch trotzkistische Aktivistin, Autorin und Übersetzerin
  • Elizabeth Gurley Flynn (1890–1964), Aktivistin der Arbeiterbewegung und Politikerin
  • William Z. Foster (1881–1961), Politiker und Gewerkschafter
  • Emma Goldman (1869–1940), Anarchistin, Friedensaktivistin, Antimilitaristin, Atheistin und feministische Theoretikerin
  • Gus Hall (1910–2000), Politiker
  • Ammon Hennacy
  • Lucy Parsons (1851–1942), führende Persönlichkeit der US-amerikanischen Arbeiterbewegung, radikale Sozialistin und Anarchokommunistin
  • Ben Reitman (1879–1942), Arzt und Sozialreformer
  • Franklin Rosemont (1943–2009), Anarchist, Dichter, Künstler und Mitgründer der Chicago Surrealist Group
  • Boris Jelenski

Einzelnachweise

  1. Matt Hucke, Ursula Bielski: Graveyards of Chicago: The People, History, Art, and Lore of Cook County Cemeteries. Lake Claremont Press, 1999, ISBN 978-0-9642426-4-7 (google.com [abgerufen am 19. September 2025]).
  2. Haymarket Martyrs’ Monument Historical Marker. Abgerufen am 19. September 2025 (englisch).
  3. History of Forest Home and German Waldheim Cemeteries. Archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 19. September 2025.
  4. Pottawatomie Village and Burial Ground Historical Marker. Abgerufen am 19. September 2025 (englisch).
  5. Ancient Indian Trail Historical Marker. Abgerufen am 19. September 2025 (englisch).
  6. Biographies. Abgerufen am 19. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  7. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 28. Januar 2023; abgerufen am 19. September 2025.

Koordinaten: 41° 52′ 11,3″ N, 87° 49′ 11,3″ W