Gerhart Wolff

Gerhart Wolff (* 3. Juli 1931 in Karlsruhe; † 25. September 2012 in Lohmar) war ein deutscher Germanist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1951 in Neuwied studierte Gerhart Wolff von 1951 bis 1959 Germanistik, Geschichte und Latinistik an der Universität Bonn. 1958 promovierte er dort zum Dr. phil. bei Wilhelm Grenzmann mit einer Dissertation über „Die Geschichte und ihre künstlerische Bewältigung im Werk von Stefan Zweig“. Die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst legte er 1959 bzw. 1961 ab. Von 1961 bis 1973 war er als Gymnasiallehrer tätig, von 1973 bis 1978 war er Oberstudienrat im Hochschuldienst an der Pädagogischen Hochschule Rheinland (Abteilung Köln) für Soziolinguistik und Sprachtheorie. 1978 habilitierte er sich an der PH Rheinland und lehrte dort bis 1981 als Privatdozent. Im Jahre 1981 übernahm er dann eine Professur für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der Universität zu Köln.

Unter seinen Veröffentlichungen zur Sprachphilosophie und Pragmalinguistik ist insbesondere sein Studienbuch „Deutsche Sprachgeschichte“ hervorzuheben, das zuletzt 2009 in 6. überarbeiteter Auflage erschien.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Sprechen und Handeln. Pragmatik im Deutschunterricht. Scriptor-Verlag, Königstein/Ts. 1981, ISBN 3-589-20721-3.
  • Analysen zur Alltagssprache. 2. Aufl. Schwann-Bagel, Düsseldorf 1986, ISBN 3-590-54225-X.
  • Deutsche Sprachgeschichte. Ein Studienbuch. Athenäum-Verlag, Frankfurt/M. 1986 (6. überarb. u. erw. Aufl. u.d.T. Deutsche Sprachgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. (UTB. Bd. 158.) Francke, Tübingen 2009, ISBN 978-3-7720-8320-4).
Herausgeberschaft
  • (Hrsg.): Metaphorischer Sprachgebrauch für die Sekundarstufe. Reclam, Stuttgart 1982, ISBN 3-15-009570-0.
  • (Hrsg.): Deutsche Sprachgeschichte für die Sekundarstufe. Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-009582-4.
  • (Hrsg.): Metaphorischer Sprachgebrauch für die Sekundarstufe. Reclam, Stuttgart 1982, ISBN 3-15-009570-0.
Aufsätze
  • Sprechakte im sozialen Kontext. In: Deutschunterricht, Bd. 25 (1973), H. 6, S. 19–49.
  • Der Kommunikationsbegriff in der Sprachdidaktik. In: Deutschunterricht, Bd. 28 (1977), H. 1, S. 21–40.
  • Sprachprobleme ausländischer Arbeiterkinder. In: Diskussion Deutsch, Bd. 9 (1978), S. 43–57.
  • Wittgensteins Sprachspiel-Begriff. Seine Rezeption und Relevanz in der neueren Sprachpragmatik. In: Wirkendes Wort, Bd. 30 (1980), H. 4, S. 225–240.
  • Metaphorischer Sprachgebrauch in Stefan Zweigs historischen Biographien. In: Hugo Aust (Hrsg.): Wörter. Schätze, Fugen und Fächer des Wissens. Festgabe für Theodor Lewandowski zum 60. Geburtstag (= Tübinger Beiträge zur Linguistik, Bd. 316). Narr, Tübingen 1987, S. 207–220, ISBN 3-87808-376-9.
  • Phraselogische Wendungen in Zeitungsnachrichten. In: Elisabeth Paefgen (Hrsg.): Pragmatik in Sprache und Literatur. Festschrift zur Emeritierung von Detlef C. Kochan. Narr, Tübingen 1993, S. 123–132, ISBN 3-8233-4132-4.
  • Die These vom Sprachverfall. Ein kürzerer Traktat. In: Holger Burckhart (Hrsg.): Diskurs über Sprache. Festschrift für Edmund Braun zum 65. Geburtstag. Königshausen & Neumann, Würzburg 1994, S. 213–227, ISBN 3-88479-893-6.
  • Sprach- und Stilpflege in Briefstellern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In: Ulla Fix/Gotthard Lerchner (Hrsg.): Stil und Stilwandel. Bernhard Sowinski zum 65. Geburtstag gewidmet (= Leipziger Arbeiten zur Sprach- und Kommunikationsgeschichte, Bd. 3). Lang, Frankfurt/M. 1996, S. 395–409, ISBN 3-631-48931-5.

Einzelnachweise

  1. Wolff, Gerhard. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 1038, ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto); Wolff, Gerhart. In: Universität zu Köln / Galerie der Professorinnen und Professoren (abgerufen am 1. November 2025).