Gerhart-Hauptmann-Straße 5 (Weimar)
Das Haus Gerhart-Hauptmann-Straße 5 ist eine zweigeschossige Villa in der Altstadt von Weimar.
Geschichte
Zur Bauzeit hieß die Gerhart-Hauptmann-Straße seit dem 11. Mai 1934 Saarstraße zur Erinnerung an die Volksabstimmung zur Rückgliederung des Saarlandes an Deutschland.[1] Das Wohnhaus wurde im Stil der Neuen Sachlichkeit 1933/34 nach den Plänen von Hans Meisel errichtet. Es war zeitweilig im Eigentum des Bauhaus-Schülers, des Möbeldesigners, Graphikers, Architekten und Malers Peter Keler (1898–1982), der ab 1947 als Professor an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar tätig war. Keler gehörte somit zu den ersten Lehrkräften, die an die neu gegründete Hochschule berufen wurden.
Der zweigeschossige verputzte Ziegelbau mit Walmdach steht frei auf einem großen Grundstück, das zwischen Goetheplatz und Coudraystraße liegt. Es gilt als eines von wenigen Beispielen für eine Rezeption moderner Bauformen im Weimarer Wohnungsbau der 1930er Jahre. Das beherrschende Motiv an der sonst nur von kleinen Fenstern durchbrochenen Nordseite ist der Halbzylinder des Treppenhauses, der unterhalb der Traufe endet und hierdurch die stereometrische Gestalt des Hauses nicht durchbricht. Die waagerechte Sprossung der mit zwei Drehflügeln und Kämpfer in halber Höhe ausgebildeten Treppenhausfenster greift die Linienführung der knapp vorgesetzten Sohlbankgesimse auf. Auch die anderen Seiten des sich über den rechteckigen Grundriss erhebenden Baukörpers weisen die gleiche graphische Detailzeichnung auf. Die Raumstruktur und Ausstattung der Bauzeit sind vollständig erhalten, wozu Glattholztüren, Parkett- und Dielenfußböden und die zweiläufige Holztreppe gehören.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, ISBN 978-3-939399-49-0, S. 67.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 368.
Koordinaten: 50° 58′ 53″ N, 11° 19′ 24,3″ O