Gerhard Schöne (Designer)

Gerhard Schöne (* 8. Dezember 1923 in Weißig[1]) ist ein deutscher Industriedesigner.

Leben und Werk

Schöne absolvierte von 1938 bis 1941 bei Seidel & Naumann eine Lehre als Technischer Zeichner und besuchte die Vorklassen der Ingenieurschule Dresden. Er wurde dann zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in Kriegsgefangenschaft.

Von 1948 bis 1962 arbeitete er in dem aus Seidel & Naumann hervorgegangen VEB Schreibmaschinenwerk Dresden. Dort war er bis 1951 Technischer Zeichner, bis 1956 Konstrukteur, bis 1959 Gruppenleiter in der Konstruktion und bis 1962 Formgestalter. Daneben nahm er von 1957 bis 1960 bei Rudi Högner an einem Lehrgang für Industrielle Formgestaltung teil. Von 1962 bis 1969 arbeitete er als Formgestalter im Atelier für Formgestaltung des VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt und ab 1970 im Atelier des VEB Kombinat Robotron. Schöne erlangte als Formgestalter von Schreibmaschinen Bedeutung. Die von ihm mit mehreren Modellen designte Erika[2][3] wurde zur meist produzierten Schreibmaschine der DDR und wurde unter dem Namen Privileg auch in großem Umfang in das westliche Ausland exportiert. Die Produktion wurde 1991 eingestellt. 2017 widmete das Halloren- und Salinemuseum Halle (Saale) ihr die Ausstellung Erika & ihre flotten Typen.[4]

Schöne war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er war 1972/1973 und 1977/1978 in Dresden auf der VII. und VIII. Kunstausstellung der DDR sowie 1974 auf der Bezirkskunstaus-stellung Dresden vertreten. 1986 wurde er im Kollektiv mit Antje Erkmann (* 1947), Klaus Nietzold (* 1939) und Werner von Strauch (* 1935) „für die über zwanzigjährige kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiet des Designs“ mit dem Designpreis der DDR ausgezeichnet.[5] Das von Schöne mit Jürgen Petersgestaltet Modell 14/15 war das erst mit Plast-Verkleidung und wurde 1964 mit dem Prädikat Gute Form ausgezeichnet.

Rezeption

„Gerade das in den 1960er Jahren entworfene Modell des Designers Gerhard Schöne wurde zum Synonym für die Alltagsschreibmaschine schlechthin und fand sich in vielen Haushalten wieder, trotz ihres hohen Preises.“[4]

Literatur

  • Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949 – 1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 387
  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 848

Einzelnachweise

  1. Anmerkung: Es konnte nicht verlässlich geklärt werden, welcher der gleichnamigen Orte.
  2. Erika Modell E 60 | DDR Museum Berlin. 18. Februar 2017, abgerufen am 2. Januar 2026.
  3. Person/Firma: Schöne, Gerhard. Abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
  4. a b Sonderausstellung im Salinemuseum zu Schreibmaschinen – Du bist Halle. 7. Juni 2025, abgerufen am 2. Januar 2026.
  5. Form + Zweck, Berlin, 6/1986, S. 2