Gerda Hammer-Wallburg
Gerda Martha Hammer-Wallburg (* 8. März 1919 als Gerda Wallburg in Danzig; † 23. März 1995 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Filmregisseurin und Puppenspielerin.
Leben und Werk
Gerda Wallburg wurde 1919 in Danzig geboren. Während des Zweiten Weltkriegs absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin und war 1945 an der Thomas Bühne, einem Berliner Puppentheater tätig.[1] Später arbeitete sie am Puppenspielstudio Berlin. 1950 gewann sie Erich Hammer für seine neugegründete Puppenbühne Die Nußknacker.[1] Als Hammer die Möglichkeit erhielt, bei der DEFA seinen ersten Handpuppenfilm unter dem Titel Knirps und der Fischräuber (1954) zu inszenieren, nahm er Gerda Wallburg – die zu diesem Zeitpunkt den Nachnamen Zückler trug – in seinen Drehstab.[1]
1955 wechselte sie mit Erich Hammer und seinem Bruder Werner Hammer an das neugegründete DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden. Dort etablierte sich Gerda Zückler im Handpuppen-Stab zur gefragten Puppenspielerin und trat 1956 mit Das Mittagessen im Hofe zum ersten Mal als Regisseurin in Erscheinung.[1] In dieser Zeit heiratete sie ihren Kollegen Erich Hammer.
Als künstlerisch gelungenstes Werk der Filmemacherin kann Der größte Esel (1960) gewertet werden. Jörg Herrmann würdigte den in Spanien spielenden, halbstündigen Film retrospektiv mit den Worten: „Nie zuvor und auch nicht mehr danach wurde ein Puppenspiel so filmisch umgesetzt.“[2] Gerda Hammer-Wallburg erhielt jedoch in erster Linie Kritik für ihren Film. Sie drehte Der größte Esel mit viel Aufwand sowie Fantasie und überschritt die Produktionskosten dabei deutlich.[2] Zudem sah sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, nicht für Kinder zu inszenieren.[3] Jörg Herrmann vermutete, dass sich die Regisseurin die Kritik sehr zu Herzen nahm und sie daher mit ihren drei folgenden Filmen nicht mehr an die früheren künstlerischen Ambitionen anknüpfen konnte. „Es bleibt abgefilmtes Figurenspiel ohne künstlerische Verfremdung“, so Herrmann.[3]
1962 beendete Hammer-Wallburg ihre filmische Laufbahn und hörte gänzlich mit dem Puppenspiel auf.[3] Ihre Ehe mit Erich Hammer war inzwischen zerbrochen. Im Sachsenwerk Niedersedlitz ließ sie sich zur Kranführerin ausbilden und arbeitete anschließend in dem Betrieb.[3]
Filmografie (Auswahl)
- 1955: Das Gespenst im Dorf (Puppenspiel)
- 1956: Fuchs bleibt Fuchs (Puppenspiel)
- 1956: Das Mittagessen im Hofe (Regie)
- 1956: Der kluge Bauer (Puppenspiel)
- 1956: Bimbo (Puppenspiel)
- 1957: Wenn der Regenmann schläft (Puppenspiel)
- 1957: Die Wette (Puppenspiel)
- 1957: Bauplatz – Spielen verboten (Puppenspiel)
- 1959: Der Geisterbeschwörer (Regie)
- 1960: Der größte Esel (Regie)
- 1960: Galavorstellung (Puppenspiel)
- 1961: Hans Urian holt Brot (Regie)
- 1961: Jochen Schlendrian (Regie)
- 1962: Geburtstagsspuk (Regie)
Literatur
- Ralf Schenk, Sabine Scholze (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2003, ISBN 978-3-929470-27-7.
- Jörg Herrmann: Gerda Hammer-Wallburg – Mit dem Esel zum Erfolg. In: Ralf Schenk, Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 141–146.
Weblinks
- Gerda Hammer-Wallburg bei IMDb
- Gerda Hammer-Wallburg bei filmportal.de
- Gerda Hammer-Wallburg in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Jörg Herrmann: Gerda Hammer-Wallburg - Mit dem Esel zum Erfolg. In: Ralf Schenk und Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme (= Schriftenreihe der DEFA-Stiftung). Bertz + Fischer, Berlin 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 142.
- ↑ a b Jörg Herrmann: Gerda Hammer-Wallburg - Mit dem Esel zum Erfolg. In: Ralf Schenk und Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme (= Schriftenreihe der DEFA-Stiftung). Bertz + Fischer, Berlin 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 144.
- ↑ a b c d Jörg Herrmann: Gerda Hammer-Wallburg - Mit dem Esel zum Erfolg. In: Ralf Schenk und Cornelia Klauß (Hrsg.): Sie – Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme (= Schriftenreihe der DEFA-Stiftung). Bertz + Fischer, Berlin 2019, ISBN 978-3-86505-415-9, S. 145.