Gerd Mayen
Gerd Mayen (* 3. Februar 1929 in Melle[1]; † 8. November 2009 in Wuppertal [?]) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Leben
Gerd Mayen erhielt privaten Schauspielunterricht bei Otto Collin in Köln. Er begann seine Bühnenlaufbahn in der Spielzeit 1951/52 am Theater Koblenz.[2] Es folgten Engagements am Stadttheater Bremerhaven (1953–1954), am Theater Baden-Baden (1954–1955) und am Ateliertheater Bern (1955–1956).[3][4][5]
Zur Spielzeit 1956/57 wechselte er an die Städtischen Bühnen Augsburg.[6] Ab der Spielzeit 1960/61 war er an den Städtischen Bühnen Lübeck verpflichtet.[7] Ab der Spielzeit 1963/64 war er für zwei Jahre am Stadttheater Basel engagiert.[8][9]
Ab der Spielzeit 1965/66[10] arbeitete er fast 36 Jahre an den Wuppertaler Bühnen, wo er zahlreiche Hauptrollen hatte und einer der Publikumslieblinge war. So war er dort in der Spielzeit 1966/67 in Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht und in der Spielzeit 1968/69 in Arthur Aronymus von Hans Bauer als Partner von Rosel Zech zu sehen.[11] 1970 spielte er in Wuppertal unter der Regie von Hans Neuenfels in der deutschsprachigen Erstaufführung des Stücks Der Stern wird rot des irischen Dramatikers Sean O’Casey.[12] 1978 gastierte er mit dem Ensemble der Wuppertaler Bühnen in der Rolle des Ernst Werdenfels in dem Theaterstück Agnes Bernauer von Franz Xaver Kroetz bei den Mülheimer Theatertagen.[13] 1991 spielte Mayen gemeinsam mit Rena Liebenow am Schauspielhaus Wuppertal den deutschen Intellektuellen und Literaturkritiker Werner Hermann in dem Stück Else in Jerusalem (Exile in Jerusalem) von Motti Lerner.[14] 2001 endete Mayens Engagement an den Wuppertaler Bühnen.
Er gastierte u. a. bei den Bad Hersfelder Festspielen und bei den Burgfestspielen Jagsthausen.
In den 1960er Jahren war Mayen im deutschen Fernsehen in Literaturverfilmungen, in Theateraufzeichnungen oder in Fernsehbearbeitungen von Theaterstücken zu sehen. So übernahm er unter anderem 1960 die Rolle des Erzählers in dem Theaterstück Unter dem Milchwald von Dylan Thomas.[15] 1968 spielte er unter der Regie von Wilhelm Dieterle den Theseus in der Komödie Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare in einer Aufzeichnung von den Bad Hersfelder Festspielen. 1967 war er in der Fernsehserie Am Tresen zu sehen, einem Stegreifspiel in einer Dortmunder Vorstadtkneipe, in dem der Wirt und seine Tochter mit den Stammgästen über aktuelle und manchmal auch familiäre Themen sprechen.[16]
Gerd Mayen war für den Westdeutschen Rundfunk mehrfach auch als Sprecher bei Hörspielen tätig, oft in Kriminalhörspielen. 1967 wirkte er in dem Hörspiel Einreisegenehmigung oder Ein Deutscher fährt nach Deutschland von Horst Mönnich mit.[17] 1969 sprach er den Milton Ashley in der Hörspielserie Ich, der Roboter nach den Kurzgeschichten von Isaac Asimov.[18] 1974 wirkte er in dem Hörspiel Testflug nach einer Kurzgeschichte von Stanisław Lem mit.[19] 1990 gehörte er zur Besetzung des Kriminalhörspiels Der weiße Lotus von Rodney David Wingfield.[20] Er sprach für IGEL RECORDS den Zauberer in Matti, Momme und die Zauberbohnen von Paul Maar.[21] 2007 übernahm er den Attila in Das Dschungelbuch in einer Produktion des Westdeutschen Rundfunks.[22]
Er engagierte sich auch als Gewerkschafter und kämpfte für den Erhalt des Wuppertaler Schauspielhauses. Im Keller seiner Wohnung befand sich ein bedeutendes Archiv seiner Theaterkarriere. Mayen war verheiratet und Vater eines Sohnes (* 1957), der seit 1991 als Rechtsanwalt in Bonn tätig ist.
Filmografie
- 1960: Unter dem Milchwald (Aufzeichnung einer Übertragung aus dem Theater Augsburg)
- 1962: Leben des Galilei
- 1963: Stalingrad
- 1966: Hafenpolizei – Der Steward
- 1968: Zeit der halben Herzen
- 1968: Ein Sommernachtstraum
- 1971: Chronik der laufenden Ereignisse
- 1993: Shiva und die Galgenblume. Der letzte Film des Dritten Reiches (unvollendeter Film von 1945)
Literatur
- Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theaterlexikon. Nachtragsband, Teil 4. M–Pa. Seite 78. De Gruyter, Berlin [u. a.]. November 2015, ISBN 978-3-11-036175-9 (abgerufen über De Gruyter Online).
- Karl Strute, Theodor Doelken (Hrsg.): Who’s Who in the Arts and Literature. Band 2: Applied Arts and Music. 3. Auflage. Zürich 1982, ISBN 3-921220-51-3, S. 424.
Weblinks
- Gerd Mayen bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ Geburtsdatum und Geburtsort nach: Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, ISBN 3-929009-01-5.
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1952. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 60. Jg., Hamburg 1952, S. 211/212 und S. 421 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1954. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 62. Jg., Hamburg 1954, S. 135 und S. 468 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1955. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 63. Jg., Hamburg 1955, S. 165/166 und S. 455 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1956. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 64. Jg., Hamburg 1956, S. 372 und S. 482 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1957. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 65. Jg., Hamburg 1957, S. 139 und S. 502 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1961. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 69. Jg., Hamburg 1961, S. 313/314 und S. 565 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 471 und S. 617 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1965. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 73. Jg., Hamburg 1965, S. 465 und S. 615 (Register).
- ↑ Gerd Mayen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1966. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 69. Jg., Hamburg 1966, S. 445/446 und S. 641 (Register).
- ↑ Schauspielhaus Wuppertal (1965–1970) ( vom 6. Februar 2010 im Internet Archive) Homepage der Schauspielerin Rosel Zech
- ↑ Das Revolutionsballett des Hans Neuenfels (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kritik in: Frankfurter Rundschau vom 2. Dezember 1970 (online unter Limas-Korpus)
- ↑ Agnes Bernauer ( vom 9. Juli 2007 im Internet Archive) Homepage der Mülheimer Theatertage, Archiv 1978
- ↑ Auf der New Yorker Bühne (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Informationen der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Ausgabe 36, 2. Quartal 1999
- ↑ Unter dem Milchwald TV-Programm vom 29. Dezember 1960
- ↑ Am Tresen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Episodenlisten und Episodenführer bei www.krimiserien.at
- ↑ Einreisegenehmigung oder Ein Deutscher fährt nach Deutschland, Produktionsdetails in der HörDat.
- ↑ Ich, der Roboter Produktion WDR 1969, Details bei CLH-Hörspielforum
- ↑ Testflug (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Besetzung auf der Homepage www.fiction-fantasy.de
- ↑ Der weiße Lotus ( vom 11. März 2010 im Internet Archive) Produktionsdetails bei www.hoerspielclub.de
- ↑ Matti, Momme und die Zauberbohnen Kritik bei www.hoerspielhoelle.de
- ↑ Das Dschungelbuch Homepage Schweizer Radio DRS