Gerbergasse 4 (Biberach)
Das Gebäude Gerbergasse 4 im baden-württembergischen Biberach an der Riß ist ein geschütztes Kulturdenkmal und eines der kleinsten und gleichzeitig der ältesten erhaltenen Wohnhäuser in der Stadt.
Das dreigeschossige, giebelständige Tagelöhnerhaus wurde wohl im frühen 16. Jahrhundert erbaut. Es ist bereits auf einem Kupferstich von Matthäus Merian dokumentiert. Ursprünglich wurde es als Gerbereigebäude genutzt. Spätestens ab 1802 war es Unterkunft von Tagelöhnern. Größere Umbauten sind Anfang des 19. Jahrhunderts und um 1900 dokumentiert.
Das Sockelgeschoss ist massiv aus Ziegelsteinen gemauert, die beiden Obergeschosse sind in überwiegend verputztem Fachwerk ausgeführt. Das zweite Obergeschoss kragt auf der Südseite leicht nach vorne. Auf der Nordseite ist ein Laubengang erhalten. Zudem verfügte es über einen mit dem Nachbarhaus verbundenen Aborterker. Das Satteldach mit Mittellängsbund und Aufschieblingen besteht aus dreizehn Gespärren. Die lichte Raumhöhe der Wohnräume ist mit 1,85 m sehr gering. Die Breite des Hauses beträgt nur 3,3 Meter, die Länge ca. 10,7 Meter. Im Obergeschoss sind bauzeitliche Wandvertäfelungen erhalten.
Ab 2023 wurde das Gebäude nach jahrzehntelanger Vernachlässigung und einem Eigentümerwechsel denkmalgerecht saniert.
Literatur
- Christof Hammer: Biberachs kleinstes Haus - und eines der ältesten. Das Tagelöhnerhaus Gerbergasse 4. In: Denkmalstimme. Nr. 4, 2025, S. 8–10.
Weblinks
- Geoportal Baden-Württemberg, Layer WMS LAD Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg, Informationen zum Objekt Nr. 99525641. Abgerufen am 26. November 2025.
- Wohnhaus von Gerbern und Tagelöhner. In: Datenbank Bauforschung/Restaurierung Baden-Württemberg. Abgerufen am 26. November 2025.
Koordinaten: 48° 6′ 1″ N, 9° 47′ 21,8″ O