Georges Arditi
Georges Arditi (auch Arditti) (* 14. Dezember 1914 in Marseille; † 15. Januar 2012 in Nogent-sur-Marne) war ein französischer Maler.[1]
Leben
Georges Arditi wurde 1914 in Marseille geboren und lebte ab 1916 in Paris. Er war ein Cousin des Schriftstellers Elias Canetti. Bereits im Alter von 16 Jahren begann er zu malen. Ab 1932 studierte er an der École nationale supérieure des arts décoratifs in Paris bei A. M. Cassandre, Auguste Perret, Carlu und Legueult. In den folgenden Jahren war Arditi zunächst in der Werbebranche tätig und arbeitete unter anderem als Mitarbeiter von Cassandre. Während der Besetzung von Paris durch die deutsche Wehrmacht hielt er sich in Marseille auf. 1943 kehrte er nach Paris zurück und schloss sich der Résistance an. Ab 1945 nahm er regelmäßig an den wichtigsten Pariser Salons teil und arbeitete zudem als Illustrator für verschiedene Zeitschriften wie Plaisir de France, Horizons, Adam, Le Peintre und Élites Françaises. 1948 illustrierte er Les Grandes heures du Louvre von Léon-Paul Fargue. Zwischen 1949 und 1961 entwarf er zahlreiche Bühnenbilder und Kostüme für Pariser Theater, unter anderem für La tragédie du vengeur von Cyril Tourneur am Théâtre Hébertot sowie für Napoléon malgré lui von J. Whiting am Théâtre de l’Alliance française. Außerdem arbeitete er für das Théâtre des Trois Baudets. Im Auftrag des französischen Staates schuf Arditi 1954 und 1956 Entwürfe für Wandteppiche, die in Aubusson ausgeführt wurden. Seit 1955 war er Mitglied des Salon d’Automne, ab 1957 auch Jurymitglied. 1960 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Académie Julian auf, wo er ein Atelier für nichtfigurative und experimentelle Kunst leitete. In den 1980er Jahren realisierte er zudem dekorative Giebelwandgestaltungen. Studien- und Arbeitsreisen führten ihn unter anderem nach Belgien, Deutschland, in die Niederlande und in die Schweiz.[1]
Werk
Das Frühwerk von Georges Arditi aus den Jahren 1930 bis 1952 ist akademisch und figurativ geprägt. Das Gemälde Le Crépuscule aus dem Jahr 1943 gilt als Höhepunkt dieser Schaffensperiode. In den frühen 1950er Jahren entwickelte er seine Malerei weiter, reduzierte die Plastizität der Formen und näherte sich einer vom analytischen Kubismus beeinflussten Darstellungsweise an, wie etwa in dem 1952 entstandenen Werk La Machine à Coudre. Zwischen 1959 und 1974 arbeitete Arditi überwiegend abstrakt. Mit der Bewegung Nouveau Réalisme wandte er sich anschließend wieder der Gegenständlichkeit zu. In diesen Arbeiten, die er selbst als images de choc bezeichnete, verband er unterschiedliche Zeitebenen zu einer irrealen Bildwelt, die durch warme und kraftvolle Farben geprägt ist.[2]
Neben der Tafelmalerei schuf Georges Arditi Wanddekorationen, Gobelins sowie Bühnenbilder und Kostüme. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen und staatlichen Gebäuden in Frankreich und im Ausland. Bis 1943 signierte er seine Arbeiten mit Arditti, danach mit Arditi.[2]
Literatur
- Jean-Pierre Camard, Anne-Marie Belfort: Dictionnaire des peintres et sculpteurs provençaux, 1880–1950, Jeanne Laffitte, Marseille 1975.
- Bénézit. Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Band 1, Grund, Paris 1976.
- Pierre Cailler: Georges Arditi, Éditions Pierre Cailler, 1961.
- Cecil Roth: Jewish Art, Massadah, Tel Aviv 1961.
- Cecil Roth: Die Kunst der Juden, Band 2, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1964.
- Valentine Fougere: Tapisseries de notre temps, Hachette, Paris 1969.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Biographie. In: Georges Arditi. Abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ a b Peintures. In: Georges Arditi. Abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).