Georg von Schlieffen-Renard
Georg Karl Andreas Albert Graf von Schlieffen, seit 1923 Georg von Schlieffen-Renard (* 15. Oktober 1860 in Stuttgart; † 28. Februar 1944 in Bayerisch Gmain) war ein deutscher Landrat und Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau.
Leben
Georg von Schlieffen-Renard wurde als Sohn des Kammerherrn Georg Karl Graf von Schlieffen (1832–1901) und dessen Ehefrau Ludmilla Gabriela Maria Gräfin von Renard (1830–1894, Tochter des Andreas Maria von Renard) geboren. Er absolvierte nach dem Abitur ein Studium der Rechtswissenschaften, wurde 1883 Gerichtsreferendar und war 1886 als Regierungsreferendar u. a. bei der Bezirksregierung Potsdam tätig. Die große juristische Staatsprüfung bestand er im Januar 1889 mit der Note „gut“. Bevor er am 21. März 1894 mit der kommissarischen Verwaltung des Landratsamtes Wiesbaden beauftragt wurde, war er Assessor beim Polizeipräsidenten Berlin und im Reichsinnenministerium. Am 29. August 1894 wurde er zum Landrat des Landkreises Wiesbaden ernannt. Dieses Amt übte er bis 1902 aus.
Von 1895 bis 1902 (bis 1898 für Wilhelm Kalle) hatte er ein Mandat für den Nassauischen Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden bzw. für den Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau[1]., wo er Mitglied des Eingaben- und des Finanzausschusses war. 1902 nahm er nicht an den Sitzungen des Parlaments teil und legte sein Mandat zum Jahreswechsel 1902/1903 nieder.
Von 1902 bis 1905 war er beim Landwirtschaftsministerium und bei der Bezirksregierung Düsseldorf beschäftigt. Zum 1. Mai 1905 trat er in den Ruhestand, kam aber nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wieder in den Verwaltungsdienst, wo er beim Oberpräsidenten der Provinz Westfalen bis 1916 in einem privatrechtlichen Beschäftigungsverhältnis tätig war und anschließend bis 1923 beim Bezirksamt Berchtesgaden im Kriegshilfsdienst eingesetzt war.
Familie
Am 20. Oktober 1902 heiratete er in Friedrichshafen Anna Roberts West aus dem Hause des Earls de La Warr (1875–1948). Aus der Ehe sind die Töchter Anastasia Alicia (* 1907) und Ludmilla Rosa Florence (* 1909, oo Architekt Harald Weißel) hervorgegangen[2].
1923 erbte er nach dem Tod von seines Halbbruders Karl von Brühl-Renard die Herrschaft Groß Strehlitz. Mit der Erbschaft führte er den Namen Schlieffen-Renard und übertrug 1932 die Herrschaft an Wolfgang Graf zu Castell Castell, den Sohn seiner Halbschwester Elisabeth.
Literatur
- Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 332.
- Nassauische Parlamentarier. Teil 2: Barbara Burkardt, Manfred Pult: Der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden 1868–1933 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. Bd. 71 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 17). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2003, ISBN 3-930221-11-X, Nr. 72, S. 298.
Weblinks
- Schlieffen, Georg Karl Andreas Albert Graf von. Hessische Biografie. (Stand: 12. November 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Georg Karl Andreas Albert Graf von Schlieffen. Abgeordnete. In: Hessische Parlamentarismusgeschichte Online. HLGL & Uni Marburg, abgerufen im April 2022 (Stand 12. November 2025).
Einzelnachweise
- ↑ Eröffnung des 8. Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau am 20. Februar 1900 Digitalisat
- ↑ Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Band 112. 1939 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).