Georg von Prittwitz und Gaffron
Georg Robert Wilhelm von Prittwitz und Gaffron (* 17. Juni 1861 in Breslau; † 15. September 1936 in Bad Eilsen) war ein deutscher Kolonialoffizier, zuletzt Oberst und Afrikaforscher.
Leben
Georg war der Sohn des damaligen Regierungspräsidenten in der Provinz Schlesien Robert von Prittwitz und Gaffron und dessen dritter Ehefrau Helene von Stülpnagel, Tochter des Generalleutnants Karl Bernhard von Stülpnagel und der Eleonore von Bismarck. Georg hatte mehrere Geschwister, und Stiefgeschwister, aus den beiden Vorehen des Vaters, der als Familienchronist aktiv war.
In den Jahren 1871–1879 besuchte Georg das Maria-Magdalena-Gymnasium in Breslau. Danach folgte der Dienst in der Preußischen Armee, der er bis 1913 angehörte.
1885 nahm Prittwitz und Gaffron an einer amtlichen Expedition nach Kamerun teil. Der deutsche Theologe und Forschungsreisende Bernhard Schwarz hatte den Auftrag des Auswärtigen Amtes in Berlin, das Hinterland von Kamerun für Deutschland abzusichern und so weit wie möglich zu erforschen. Er wurde neben Prittwitz und Gaffron vom Kaufmann Fritz Angerer, vom Schweden Knutzen sowie von 35 Trägern begleitet.[1]
Von 1891 bis 1894 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin. 1893 bereiste er in einer dreimonatigen Forschungsreise den nördlichen Teil des mittleren Kleinasien.[2]
Mit der Absicht, Zentralafrika zu erforschen, brach Gustav Adolf von Götzen mit Prittwitz und Gaffron und dem Arzt Hermann Kersting am 21. Dezember 1893 von Pangani an der deutsch-ostafrikanischen Küste auf und marschierte durch die Gebiete der Massai, Nord-Uniamwesi und Usuwi. Am 2. Mai 1894 überschritten die Expeditionsteilnehmer den Kagera und gingen nach Ruanda hinein, das bis dahin nur von Oskar Baumann 1892 am Ostrand berührt worden war. Sie bestiegen einen der höchsten Gipfel der Virungaberge, den Mfumbiro und den noch tätigen Vulkan Nyiragongo. Am 29. Juni entschloss sich Götzen, westlich durch den Urwald von Uregga vorzudringen. Nach großen Strapazen erreichten sie am 21. September den Kongo bei Kirundu und am 29. November Matadi nahe der Mündung des großen Stroms in den Atlantik.
1908 erhielt Prittwitz und Gaffron die Silberne Gustav-Nachtigal-Medaille von der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin für seine langjährigen kartographischen Verdienste in Ostafrika. 1911 trat er als Angehöriger der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zurück. 1921 begann Prittwitz und Gaffron mit einem Studium in den Fächern Geographie, Geologie, Botanik, Mineralogie und Philosophie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, welches er 1929 beendete.
Georg von Prittwitz und Gaffron blieb unvermählt verstarb im Alter von 75 Jahren und wurde in der Familiengrabstätte auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beigesetzt.
Literatur
- Georg Robert Wilhelm von Prittwitz und Gaffron, Nr. 183. In: Robert von Prittwitz: Das v. Prittwitz'sche Adels-Geschlecht. Aus den aufgesammelten Nachrichten. Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1870, S. 151 f.
- Prittwitz und Gaffron, Georg v., In: Deutsches Kolonial-Lexikon, Band III, Leipzig 1920. S. 102.
- Georg von Prittwitz und Gaffron., In: Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1962. Band VI, Band 29 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1962, ISSN 0435-2408, S. 336 ff. Insbesondere S. 338.
Weblinks
- Literatur von und über Georg von Prittwitz und Gaffron im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- PDF-Nachlass im Archiv für Geographie des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig
- Kurzbiografie von Georg von Prittwitz und Gaffron (1861–1936) (PDF)
Einzelnachweise
- ↑ GB-Teil-Digitalisat: Prittwitz-Gaffron (gemeint ist Georg von Prittwitz und Gaffron), In: Albert Gouaffo: Wissens- und Kulturtransfer im kolonialen Kontext. Das Beispiel Kamerun-Deutschland (1884–1919). Auflage-Online-Ressource, Königshausen & Neumann, Würzburg 2007, ISBN 978-3-8260-3754-2, S. 82 u. Anm. 108.
- ↑ Hans-Hoyer von Prittwitz: Auf den Spuren seines Vorfahren. Bonn-General-Anzeiger. 29. März 2014. Im Stromgebiet des Halys., Stand 2. April 2014.