Georg von Falck (Nationalökonom)

Nikolaus Georg von Falck (bis 1899 Nikolaus Georg Falck; * 12. Apriljul. / 24. April 1848greg. in Tschernigow, Gouvernement Tschernigow, Russisches Kaiserreich; † 13. April 1922 in Godesberg, Rheinprovinz, Deutsches Reich) war ein baltendeutscher Nationalökonom, Zeitungschefredakteur, leitender Verwaltungsbeamter und Geheimer Regierungsrat in Russland und Deutschland.

Leben und Wirken

Georg Falck war aus baltendeutschen Familien. Sein Vater Eduard Falck stammte aus Reval, die Mutter war Ida, geborene Knüpffer. Um 1848 lebte die Familie in Tschernigow (Tschernihiw in der heutigen Ukraine), wo der Vater als Oberarzt tätig war, seit 1857 wieder in Reval. Georg Falck besuchte das dortige Gouvernementsgymnasium und studierte seit 1869 Mathematik in Dorpat, seit 1870 Staatswissenschaften in Deutschland.[1] 1875 promovierte er in München zum Dr. phil. Danach war er Angestellter der Gothaer Feuerversicherung (oder Lebensversicherung?) in Gotha und veröffentlichte mehrere nationalökonomische Schriften.[2]

1882 wurde Georg Falck zum Magister der Nationalökonomie (Mag. oec. pol.) in Dorpat promoviert und war dort als Privatdozent tätig. 1883 wurde er Beamter in St. Petersburg, 1884 auch Privatdozent. 1885 wurde er Kontrolleur der Estländischen Akziseverwaltung in Reval. Seit 1887 war er Herausgeber und Chefredakteur der Kulturzeitschrift Nordische Rundschau und 1888 außerdem zweiter Redakteur der Revalschen Zeitung. In diesem Jahr heiratete er Marie Becker (1855–nach 1907), die Ehe blieb kinderlos.[3] 1889 zogen sie nach Breslau, wo er zunächst Redakteur der Schlesischen Zeitung war, seit 1890 dann Chefredakteur.

1898 wurde Georg Falck zum Direktor des Literarischen Zentralbüros des Preußischen Staatsministeriums in Berlin ernannt und 1899 zusätzlich zum Chef für Presseangelegenheiten beim Ministerium des Innern. In diesem Jahr wurde er in den preußischen Adelsstand erhoben und zum Geheimen Regierungsrat ernannt. 1904 wurde er in den Ruhestand versetzt und lebte danach in Godesberg bei Bonn.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Axel von Gernet (Bearb.), Album Estonorum, Dorpat 1888, S. 122f., mit einigen biographischen Angaben
  2. Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat, 1889, S. 633, mit detaillierten biographischen Daten, übernommen in Wilhelm Lenz (Hrsg.), Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960, 1970, S. 206
  3. Gothaisches Genealogische Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 2, 1908, S. 276; dort sein vollständiger Name Nikolaus Georg von Falck und die Herkunft